26.04. Davon, dass wir alles wollten…

Mir ging es inzwischen schon wieder besser. Wir hatten uns dazu entschieden, uns für einen halben Tag ein Taxi zu mieten, um uns in und um Mandalay herum ein wenig das Dorfleben anzugucken. Ein englischsprachiger Taxifahrer sollte es sein. So etwas Ähnliches hatten wir in Mawlawmyaine schließlich auch schon gemacht, dann würde uns das sicherlich auch hier gefallen. Ein paar Werkstätten, Kunsthandwerk, das Landleben. Irgendwas Ruhiges halt. Bloß keine Pagoden und Tempel mehr, davon hatten wir erstmal genug. Und dann während der Mittagshitze am Pool entspannen, immer wieder abkühlen. Das ist sicherlich nicht zu anstrengend und nach so einer Krankheitsphase auch genau das Richtige. Abends auf den Mandalay Hill und romantisch den Sonnenuntergang genießen. Es soll dort laut Reiseführer sehr schön sein.

Guter Plan! Nach Sagaing sollte es gehen, kurz vor Mandalay. Etwas dörfliches Landleben. Super!
Der Taxivermittler an der Straße guckte  uns bei unserem Plan mit großen Augen an, schlug uns aber doch noch ein paar Sachen vor und machte einen fairen Preis.
– Wieso große Augen? Hat der unseren Plan nicht verstanden. Sein English war auch nicht das beste und… Naja, erstmal los.
Der Taxifahrer selbst konnte ganz gut Englisch, hat aber auch die Stirn gerunzelt, mit den Schultern gezuckt und gelächelt, als wir meinten, dass wir in Sagaing eher Handwerksläden als Pagoden sehen wollten.
Warum? Der Wunsch ist doch jetzt wirklich nicht so blöd… Oder hat der uns nicht verstanden?

 

Auf dem Weg, aber noch in Mandalay, lag eine beeindruckende Holzwerkstatt, die spannende Wandtafeln gebeitelt haben. Foto machen und weiter nach Sagaing. Dort wurde uns die ganze Stirnrunzelei klar: Unsere Wunschstadt bestand aus mehreren hundert Pagoden, Stupas, Tempeln. Ein riesengroßes Tempelareal mit zwar wunderschönem Ausblick, aber halt unmöglich, nicht in eine Pagode zu gehen.

 

Entschuldigung Jungs, wir haben euch unrecht getan.
Anschließend, so hatte uns der Taxitourvermitteler angepriesen, wollten wir ja nun nach Awe, ein kleines Dorf in der Nähe, was man über eine Allee erreicht.
– Dorf! Schön!
Inzwischen war es 13.30 Uhr und es wurde langsam unerträglich warm. Wir wollten ja eigentlich in den Pool.
– OK, nur kurz dieses Dorf, aber wir bleiben nicht lange und steigen auch nicht aus dem klimatisierten Auto aus!
Leider muss man zu diesem Dorf über einen Fluss übersetzen und hätte dann noch 2 Stunden durch das Dorf spazieren können. Wir haben uns dann vor Ort doch dagegen entschieden. Der Taxifahrer schüttelte den Kopf, zuckte mit den Schultern, lächelte und drehte wieder um. Kurz noch zu so ner Aussichtspagode, die wir eher stiefmütterlich betrachteten… Es war so heiß.
– WIR WOLLEN INS WAAASSSER….!

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Zurück in Mandalay (15.00 Uhr) sind wir nicht zu dem vom Taxifahrer vorgeschlagenen Hotel mit Pool gefahren (das lag zu weit weg), sondern zum Mandalay Hill Resort. Das liegt direkt auf dem Weg zum Mandalay Hill und wir haben mit dem Taxifahrer vereinbart, dass er uns um 17.00 Uhr mit genügend Zeit für den Aufstieg abholen soll. Und das Resort hatte einen Pool. Und zwar was für einen. Wow. Zum Schwärmen.
– Hier können wir richtig entspannen.
Nur leider für 42.000 Kyat ( = ca. 30 Euro). Für uns entschieden zu teuer. Also sind wir kurzerhand mit einem zweiten Taxi, unser erstes war ja weg, zu einem anderen Hotel in der Nähe gefahren. (Das vom ersten Taxifahrer vorgeschlagene Hotel ist leider 30 Minuten weit weg und damit unerreichbar.) Das andere Hotel hatte leider kein Wasser im Becken, also mussten wir uns auf diese unbequemen Holzstühle vor der Aircondition an der Rezeption setzen, darauf warten, dass der zweite Taxifahrer zurück kommt, uns zum Resort fährt, damit der erste Taxifahrer uns abholen kann, um auf den  Berg zu fahren.
– Wow… Aircondition auf Holzstühlen ist fast genau so schön wie schwimmen und liegen unter Palmen…
Unsere Stimmung war auf dem Party-Höhepunkt angelangt, während wir auf den Stühlen immer weiter runter rutschten.

Nach 1,5 Stunden Warten mit dem zweiten Taxi zurück zum Resort, dort in unser erstes Taxi, dann auf den Berg. Zum Glück diesmal ausreichend rechtzeitig, dass wir den Sonnenuntergang miterleben können (wir haben uns in der jüngeren Vergangenheit aus Versehen ein wenig gestresst und sind etwas zu oft zu spät zum Sonnenuntergang gekommen).

Dort angekommen, kann man mit einer one-way-Rolltreppe in einem extra dafür gebauten Hochhaus ohne Etagenböden direkt auf die Sonnenuntergangspagode fahren. Es gibt auch einen Aufzugturm. Dierekt daneben.

 

Wieder mal ein schönes Beispiel für Note 4 „ausreichend, Aufgabe nicht verstanden“. Kenn ich noch aus der Schule, hab ich auch mal bekommen.
Oben war es dann aber wirklich schön. Für meinen Geschmack etwas zu viele Touristen und zu viele burmesische Schulklassen, die ihr Englisch an den Touristen ausprobieren wollen. Aber sehr schön. Eine grandiose Aussicht über Mandalay. Eine Stadt noch fast ohne Hochhäuser, sehr viele Bäume und mit einem weiten Blick auch über das Umland.
Wir warten also auf den Sonnenuntergang.
15 Minuten.
Die Sonne ist noch ziemlich weit oben, aber wir wissen aus Erfahrung, dass das ganz schnell geht und auf einmal ist sie weg.
30 Minuten.
Ziemlich lange… Die Pagode ist auch wiedermal sehr schön. Ich habe die schon 2x umrundet.
45 Minuten.
Die Füße tun schon ein bisschen weh von der ganzen Steherei.
60 Minuten.
Jetzt, wo wir endlich mal Zeit haben, will die Sonne einfach nicht untergehen.
Man, Sonne, jetzt mach endlich diesen romantischen Sonnenuntergang, damit wir wieder nach Hause können!
Nach Annes Spruch „Naja, ist doch ganz schön, der Ball in der Pfütze!“ sind wir dann einfach wieder runter gefahren. Die Sonne war zwar noch nicht untergegangen, aber es war schon schön rot am Himmel. Der Taxifahrer schüttelt den Kopf, zuckt mit den Schultern, lächelt und fährt uns zurück zum Hotel.

 

Abends haben wir noch Ye getroffen. Ye ist ein junger Couchsurfer, der sich unbedingt mit uns verabreden wollte. Ye hat in Mandalay Deutsch als Fremdsprache studiert und kam gerade von einem Intensivkurs aus Deutschland zurück. Er war super freundlich und wir haben uns direkt für den nächsten Tag zur Stadtrundfahrt verabredet.

25.04.: Mich hat’s g’rissen…

… würde vielleicht einer aus Bayern sagen.

Ich lag gestern flach und das leider schon zum zweiten Mal innerhalb von 2,5 Wochen. Das ist nicht gut. Mein Körper kämpft wohl mit den millionen Eindrücken, Erfahrungen und den Anstrengungen der Hitze und Trockenheit. Und vielleicht auch mit dem Essen. Ich habe Fieber und Anne kümmert sich ganz toll um mich. Ein Glück, dass wir jeweils nicht alleine unterwegs sind, sondern immer jemanden an unsrer Seite wissen, der sich um den anderen kümmern kann.

Heute haben wir uns auf jeden Fall entschieden, zum Arzt zu gehen, um Malaria auszuschließen. Ich bin nicht mehr ganz so wackelig auf den Beinen und schaffe es ohne Probleme zu dem 3 Blocks entfernten Krankenhaus. Die „Notaufnnahme“ ist eigentlich nur ein gekachelter Raum, der durch verschiedene Gardienen abgetrennt. Alle kriegen alles mit. Gut für das Personal. So mittel für die Patienten. An den Wänden hängen überall Schilder, doch bitte keine Fotos zu machen. Ich glaube, die meisten hier haben auch gerade besseres zu tun.

Wir kommen direkt dran. Die Ärztin, etwa mitte 30, zivil gekleidet, mit Tanaka im Gesicht, begrüßt uns nett und fragt, was denn los sei. Ich erzähle ganz fleißig die Symptome. Penibel darauf bedacht, keine Diagnosen oder Interpretationen der Symptome mit einfließen zu lassen. Sie hört freundlich zu und fragt, wer von uns beiden denn der Patient ist.
Oh, Danke. Ich sehe wohl nicht ganz so schlimm aus, wie ich mich fühle.
„Ich!“ – und lächeln
Nach weiteren Fragen, die meiner Meinung nach nicht ganz weit hergeholt schienen wurde mein Bauch abgetastet, Blutdruck gemessen, Fieber gemessen (mit so nem Quecksilberding!), kurz auf dfie Uhr geguckt für den Puls und beschlossen, dass es ne ganz normale Magenverstimmung sei. Anibiotika rein, frisches Obst/Gemüse und viel trinken. Sehr gut, genau das gleiche hatten wir uns auch schon überlegt und deckt sich mit dem Telefonjoker aus Deutschland.
Den Malariatest hab ich dann doch machen lassen, um sicher zu gehen. Nicht, dass da noch irgendwas brodelt, was behandelt werden sollte.

Die ganze Untersuchung incl Blutabnahme hat ca 45 Minuten gedauert. Ich war echt gespannt auf die Rechnung. Wir werden in Vorkasse gehen und kriegen das Geld dann anschließend von unserer Krankenkasse wieder. Aber trotzdem das wird wohl n kleines Loch in unsere Reisekasse schlagen, aber: Gesundheit geht vor! Sicherheitshalber hatten wir ein dickes Bündel Scheine und die Visakarten mit ins Krankenhaus genommen.

2300 Kyat! (1 Euro = 1360 Kyat)

Echt? Klasse, dann machen wir das mit dem Arzt jetzt jeden Tag, da erlebt man immer was schönes. Und danach gehen wir noch n Eis essen.

Den restlichen Tagen haben wir das Buch „Burmese Days“ von George Orwell gesucht und auch gefunden. Und das sogar auf deutsch.

 

Heute ist Montag. Montag ist tanzen. Immer.

24.04.: Unwetterabenteuer

Heute lag Jonas flach. Meine Stadterkundung beschränkte sich also auf Wasser-, Reis- und Medikamentenkauf in Laufweite des Hotels. Da es mal wieder höllisch heiß war (schon am Vormittag 40°C – unglaublich!), war ich aber ohnehin nach jeder kleinen Tour schon wieder klimaanlagebedürftig.

Die paar Blocks nach links und rechts, die ich zurück legte, reichten aber auch, um einen kleinen Einblick in die Stadt und ihre Menschen zu bekommen. Ich war ja sehr langsam unterwegs und vor allem allein – zum ersten Mal seit drei Wochen. Dementsprechend oft wurde ich von allen möglichen Leuten angesprochen. Ich fand das ziemlich schön, weil es mich sehr an meine Reise vor 2 Jahren erinnerte, als ich nach ein paar Tagen an einem Ort auch immer schon diverse Mopedfahrer, Kellner, Verkäufer und Nachbarn zu meinem neuen Bekanntenkreis zählen konnte, die mich jedes Mal freudig begrüßten, wenn ich wieder vorbeikam. Hier waren wir ja bis jetzt immer zu zweit unterwegs gewesen und irgendwie stehe ich da als Frau eher im Hintergrund. Die meisten Leute auf der Straße begrüßen Jonas, finden seine neue Frisur oder seinen Bart toll, klatschen ihm in die Hände und dergleichen, aber mir werfen sie meistens nur einen kurzen Blick zu.

Heute war es zum ersten Mal anders. Ich wurde von diversen Mopedfahrern angesprochen, unterhielt mich ein bisschen mit einer Wasserverkäuferin, hatte einige Konversationen mit dem Angestellten in unserem Hotel und wurde von den Jungs der Eisdiele überredet, mir dort später ein Eis zu kaufen. Nylon Ice Cream ist übrigens Gold wert: die bekannteste Eisdiele der Stadt, direkt vor unserem Hotel. Es gibt dort Shakes, Desserts, Joghurt und sogar Pudding. Sehr gut, um sich von der Hitze zu erholen und sich mal etwas Gutes zu gönnen.

Wie auch schon vor zwei Jahren, so habe ich auch heute erfahren dürfen, wie fürsorglich und hilfsbereit die Leute sind, v.a. wenn man als Frau allein unterwegs ist. Natürlich kommen ab und zu auch ein paar flirtige Sprüche, aber es hält sich doch sehr in Grenzen und wirklich nervig wurde es nicht. Freundliche Blicke und nette Gesten überwiegen auf jeden Fall.

Gegen 18 Uhr brach ich nämlich auf, um mir etwas zum Abendessen zu suchen. Ich hatte mich den ganzen Nachmittag nicht weit vom Hotel wegbewegt, weil ich erstens Jonas nicht allein lassen wollte und zweitens dachte, es würde am Nachmittag wieder gewittern. Kurz vor 6 sah der Himmel aber blau aus und die wenigen Wolken harmlos. Ich ging los. Mein Ziel lag nur 3 Blocks entfernt. Beim ersten Block fielen die ersten dünnen Tropfen. Sie wurden sehr schnell dick und fett. Ein bisschen Regen kann nicht schaden, dachte ich mir und lief langsam weiter. Beim zweiten Block zog sich der Himmel schon merklich zu und es fing an, zu grummeln und zu donnern. Ich lief ein bisschen schneller, verlief mich dummerweise dabei, und irgendwann, als ich kurz vor dem Restaurant war, in das ich wollte, fing es auch noch an zu blitzen und zu hageln.

Hagel hatte ich noch nie in Asien gesehen – die Einheimischen scheinbar auch nicht. Wie Kinder beim ersten Schnee rannten sie mit Schüsseln aus den Häusern, um die Hagelkörner einzusammeln. Manche boten mir ihre eingesammelten Körner an. Was ich damit anfangen sollte, wusste ich nicht, bis ich sah, dass einige Leute sie sich direkt in den Mund schoben. Interessante Form der Abkühlung. Wahrscheinlich waren die Körner vom Aufprall auf den Boden auch nicht viel dreckiger geworden als sie es ohnehin sind, aber darauf hatte ich trotzdem keine Lust. Außerdem war es innerhalb der wenigen Minuten auch schon merklich abgekühlt und ich wollte noch schnell ins Restaurant kommen, bevor das große Gewitter losging. Keine Chance. Auf einmal war das Gewitter direkt über uns: schwarzer Himmel, peitschender Regen, Sturm, Blitze und Donner ganz nah. Ein paar indisch aussehende Frauen zogen mich von der Straße weg unter ihren Unterschlupf. Ich wartete kurz und wollte dann weiter, aber eine von ihnen bestand darauf, mich zu begleiten. Ich überlegte, dass ich das Angebot annehmen und mich doch direkt ins Hotel zurückbringen lassen sollte, denn inzwischen wurden auch die Einheimischen leicht panisch; die Mopeds fuhren schnell und hupend durch den Regen, Schirme und Unterstände flatterten im Wind und alle wuselten aufgeregt herum.

Die Frau nahm ihren Schirm, hakte mich unter und marschierte mit mir durch den Regensturm. Wir kamen nicht weit. Auf einmal hatten sich die harmlosen Hagelkörner nämlich in Tischtennisbälle verwandelt, die Blitze schlugen direkt links und rechts von uns ein und der Sturm war so stark, dass er sogar parkende Mopeds einfach umblies. Wir stellten uns unter. Neben uns ängstliche Leute, die sich hinter Metallwänden verbarrikadiert hatten. Einige Männer boten uns ihren Platz an und hielten, als der Hagel so groß wurde, dass es richtig weh tat, wenn er auf die Arme kam, den Schirm schützend vor uns. Selbst sie zitterten dabei – ob vor Kälte oder Angst, weiß ich nicht. Aber es war wirklich gruselig, v.a. weil kein Ende in Sicht war. Blätter und Äste auf der Straße, umgefallene Mopeds, Teile von Lampen und Fassaden, die lose an den Häuserwänden baumelten, ausgerissene Stromleitungen. Auch meine Begleiterin hatte richtig Angst. Sie krampfte sich in meinen Arm und versuchte, mich zu beruhigen – auf Burmesisch zwar, aber die Botschaft kam an. Irgendwie fühlte ich mich dadurch sehr gut aufgehoben.

Natürlich hörte auch dieses Gewitter zum Glück irgendwann auf. Es stürmte und regnete zwar noch wie verrückt, aber das Schlimmste schien vorbei. Die kleine Pause reichte aus, um zwei englischsprachige Männer ausfindig zu machen, die mein Hotel kannten, mich kurzerhand aufs Moped packten und durch die Wassermassen sicher nach Hause manövrierten. Meine Erleichterung war sehr groß und der Hunger, der mich eigentlich erst aus dem Hotel getrieben hatte, verflogen. Im Zimmer hatten wir unseren privaten Regenschauer erlebt: das Bad stand unter Wasser und auch ins Schlafzimmer hatte es ordentlich reingeregnet.
Lektion des Tages: Nicht dem burmesischen Wetter trauen. Aber vor allem: egal, was ist, es gibt immer jemanden, der einem hilft und der sich irgendwie für einen verantwortlich fühlt. Und das gilt hier wahrscheinlich noch mehr als bei uns.

23.04.: Es ist alles Gold, was glänzt

Mandalay begrüßt uns am zweiten Tag mit 40°C schon am Vormittag. Laufen scheint unmöglich. Von zwei Österreichern, die wir unterwegs getroffen hatten, haben wir die Telefonnummer von Mr. Thi Ha bekommen, einem Taxi-Tourguide. Im klimatisierten Auto zu den Sehenswürdigkeiten gefahren zu werden, scheint uns eine gute Alternative. Doch selbst die kleinen Zwischenstopps sind schweißtreibend und kräftezehrender als gedacht.

Als Zentrum des Kunsthandwerks hat Mandalay einiges zu bieten: Goldwerkstätten, Silberschmieden, Holzschnitzkünstler, Marionettenbauer u.v.m.
Gold

Als erstes führt uns Mr. Thi Ha in eine Blattgoldschmiede. Winzige Goldklümpchen werden hier in Bambuspapier gewickelt und dann in einer arbeits- und kraftintensiven Prozedur mehrere Stunden mit dem Hammer geschlagen, bis sie immer dünner werden und irgendwann als hauchfeine BlattgoldBlättchen verpackt werden können. Diese werden nicht nur innerhalb von Myanmar verwendet, sondern bis nach Thailand, Laos und Cambodia verschickt, um von den Gläubigen an die Buddhastatuen geklebt zu werden.

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Blattgoldherstellung: hinten Steine und Hammer, vorn eine Eier-/Wasseruhr und auf dem Tisch Bambuspapiere, zwischen die das Goldblättchen zum Behauen gelegt wird


Jade

Der zweite Halt ist der Jademarkt der Stadt. Eine ganz besondere Stimmung herrscht hier. Ausschließlich Männer laufen, in Longjis (den langen Wickelröcken) und feinen Hemden,  geschäftig umher und inspizieren mit speziellen Lampen und prüfenden Blicken die winzigen Jadesteinchen, die an etlichen Tischen angeboten werden. Nie hätte ich gedacht, dass Jade so wertvoll sein kann. Ein einziger Stein in der größe eines Daumennagels kostet ab 500 Dollar. Je weiter man ins Innere des Marktes vordringt, desto dunkler wird die Farbe der Steine und desto höher ihr Wert. In einigen Läden können dann fertige Schmuckstücke zu horrenden Preisen gekauft werden: mehrere tausend Dollar muss man für Ohrringe und Ketten blechen. Obwohl ein durchschnittlicher Jadehändler wohl ca. 25.000 Dollar Umsatz pro Tag mache, werden wohl nur die wenigsten reich damit. Dazu bräuchte man das Glück, an einen ganz besonders schön gefärbten und marmorierten Stein zu geraten.
Unglaublich, was für Werte hier in den Begen Myanmars liegen. Und traurig, zu wissen, dass der Großteil der Jadesteine direkt nach dem Abbau über die chinesische Grenze geschmuggelt wird und dem eigenen Land somit keinerlei Nutzen bringt.
Die Frauen sitzen hinter den Tresen mit den Endprodukten und versuchen diese in mehr oder weniger großen Mengen unter das Volk zu bringen.

Teakholz

Unser dritter Halt führt uns zu einer kleinen, aber reich mit Holzschnitzereien verzierten Pagode.

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Gold

Zu guter Letzt schauen wir uns an, wo all die BlattgoldBlättchen landen. Nämlich am wertvollsten Buddha der Welt. Er wurde in den letzten Jahren so über und über mit Blattgold beklebt, dass seine ursprüngliche Form schon gar nicht mehr richtig zu erkennen ist. Unser Reiseführer vergleicht ihn mit einem Michelin-Männchen in Gold. Angeblich fallen jährlich mehrere Kilo Goldstaub einfach so von ihm ab, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt. Und nicht nur sein Körper glänzt, sondern er hat eine filigran verzierte Krone auf, die aus unendlich vielen Rubinen, Jade und anderen Edelsteinen besteht. Angeblich ist der Buddha mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

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Michelin-Männchen auf Burmesisch
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Gläubige kleben Gold an den Buddha

Unglaublich, wieviel Wert allein in dieser einen Pagode schlummert. Und wie viel Geld auf den Straßen nötig wäre, um sich eine ordentliche Müllabfuhr, vernünftige Elektroleitungen, konstantes Internet und dergleichen leisten zu können. Aber was das angeht, passiert gerade viel im Land und die Leute blicken erwartungsvoll zur neuen Regierung – es wird sich zeigen, ob zu Recht.

Im März 2016 wurde die jahrelange Militärregierung durch eine demokratisch gewählte ersetzt. Laut Mr. Thi Ha hat sich in diesem einen Monat schon merklich etwas in dem Land getan. Beispielweise konnte er uns die 3 neuen Ampeln in Pyin Oo Lwin genau aufzählen. Wahrscheinlich liegt es daran, dass es überhaupt zum ersten Mal Ampeln in Pyin Oo Lwin gibt.

 

 

 

22.04. : On the road to Mandalay und die längste Teakholzbrücke der Welt

On The Road to Mandalay

von Jonas

Endlich, ich habe mich jetzt schon eine ganze Woche lang darauf gefreut, diesen Artikel zu schreiben. Bzw. eigentlich nur die Überschrift. Dieses Mandalay, was so vielfach besungen wurde, soll laut Reiseführer von kaum einem der Autoren tatsächlich gesehen worden sein. Aber nachvollziehbar ist, dass man an dem wohlklingenden Namen doch allerhand Poesie erkennen kann. Hier das Original von Frank Sinatra. Später gecovert unter anderem von Robbie Williams.

Des Weiteren wurde uns diese Stadt, vom gleichen Reiseführer, als maximal unattraktiv beschrieben. Dennoch wollten wir hier einmal durch, da es ja schließlich die zweitgrößte Stadt in Myanmar ist. Unattraktiv ist es hier nicht mehr oder weniger, als anderswo in diesem Land. Momentan ist es scheinbar überall heiß und staubig, dazu verkehrslärmlaut und vermüllt. Durch die durchamerikanisierte Straßenordnung und -benennung kommt man hier, selbst als Tourist, sicher zurecht.
Amüsanterweise wusste selbst unser Taxifahrer aus Pyin Oo Lwin, an welcher Straßenkreuzung sich das Nylon Hotel, unsere derzeitige Residenz, befindet:
„Nylon? Ahh! Twentifi… eightytswie… Hokehoke (25/83… jaja)“

Für die Runterfahrt aus Pyin Oo Lwin waren wir übrigens dank der halbwegs sicheren Fahrweise in nur der Hälfte der Zeit wieder in Mandalay als auf der Hinfahrt. Das mag vielleicht daran liegen, dass wir diesmal nicht mit einem Reisebus die Straßen hochgefahren sind, sondern mit einem PKW, oder aber an dieser -halbwegs- sicheren Fahrweise.

Wir sind auf jeden Fall sicher angekommen, man hat uns die Rucksäcke aufs Zimmer getragen und wir haben Kontakt mit dem Couchsurfer Aung Ko Ko aufgenommen, der uns abends an „the entrance of the bridge“ in Amarapura treffen wollte, was ca. 11km südlich von Mandalay. Okay, das klingt gut – aber: am Anfang der Brücke… links oder rechts? Schließlich ist diese Brücke die längste der Welt (zumindest, wenn man nur Teakholzbrücken miteinander vergleicht…), also wäre ein Warten auf der falschen Seite fatal… Naja, erstmal hin.
Getroffen haben wir ihn leider dann doch nicht, aber der Weg hat sich allemal gelohnt.

Amarapura 

Die längste Teakholzbrücke der Welt führt nun also über den zur Zeit größtenteils ausgetrockneten Fluss Ayeyarwady, der durch das Land fließt. Kurz bevor wir losfahren wollten, kam ein riesiger Gewitterschauer, der uns doch ziemlich überraschte. Schließlich ist doch gerade Trockenzeit. Wir sind nach einigem Überlegen und Abwägen trotzdem losgefahren, sind ein bisschen nass geworden. Nicht so schlimm, trocknet ja wieder. Aung Ko Ko ist dann leider nicht gekommen, weil wir uns ein wenig missverstanden haben – oder weil er nicht nass werden wollte. Oder weil er dachte, dass wir nicht nass werden wollen. Oder weil er dachte, dass wir dachten, dass er nicht nass werden will. Nicht immer so einfach mit der interkulturellen Kommunikation.

Nach einer Weile hörte es auf zu regnen. Die Temperaturen waren deutlich gesunken. Man hätte fast frieren können – verrückt, nach einemTag mit 40°C. Die Stupas leuchteten golden vor dem noch grauen Regenhimmel und alles glänzte im Spätnachmittagslicht.


Somit hatten Anne und ich einen wunderschönen Sonnenuntergang auf der längsten Teakholzbrücke der Welt. Das ausgetrocknete Flussbett bot eine eigene Landschaft für sich: Einige Bauern spannten im Abendlicht ihre zwei weißen Ochsen vor einen Karren, zwei Männer fuhren mit ihren Booten raus, um Netze einzuholen und vor dem Abendhimmel hoben sich weiße und goldene Stupas aus dem Grün der Bäume ab, perfekt im Kontrast zum dunklen Braunrot der Kleidung der Mönche, die zu Hauf über die Brücke schlenderten.

 

21.4.: Anisakan Waterfalls

Unser letzter Tag in den Bergen hat dem ohnehin schon schönen Aufenthalt noch die Krone aufgesetzt. Wir haben uns morgens Fahrräder ausgeliehen und sind 8km Richtung der Anisakan Wasserfälle gefahren. „Immer geradeaus“, war die (fast) ausreichende Wegbeschreibung des indischstämmigen Fahrradverleihers. Dass es aber nur bergab – und zwar kontinuierlich steil bergab – gehen würde, sagte er nicht. Auf ca. 7 der 8km musste man eigentlich dauerhaft bremsen, weil es einfach nur runter ging, und das ohne Gnade. Jonas hat es gefallen. Mir nicht. Dazu die überholenden und hupenden Mopeds und Autos von hinten, von rechts, von vorn. Naja, immerhin war die entgegen gesetzte Fahrbahn offiziell auf einem anderen Fahrstreifen und die Fahrer verhielten sich wirklich rücksichtsvoll. Wirklich schlimm war also allein der Gedanke an den Rückweg. „Dafür sollte man etwas mehr Zeit einplanen“, hatte im Reiseführer gestanden. Eine gnadenlose Untertreibung. Nach nur 5 Minuten hätte ich mir den Rückweg nicht ohne Schieben vorstellen können. Aber gut, erstmal hinfahren und dann sehen wir weiter.

Die Fahrräder ließen wir irgendwann stehen und liefen zu Fuß nochmal ca. eine halbe Stunde nach unten. Auch hier war wieder die Vorstellung, das alles wieder hoch zu müssen, schlimmer als die Hitze und die knallende Sonne. Kurzzeitig hatten wir Sorge, dass es auf Grund der dauerhaften Trockenheit eventuell gar kein Wasser mehr im Wasserfall geben würde. Doch irgendwann hörten wir, dass das, was wir für Bambusrascheln gehalten hatten, Wasser war. Wir kamen unserem Ziel also immer näher. Und dann lagen sie vor uns: 5 Wasserbecken mit türkisblauem Wasser, die aus einem gigantisch langen Wasserfall gespeist wurden. Die Abkühlung war perfekt, zum einen wegen des wunderschönen Panoramas, zum anderen, weil es das erste Mal war, dass wir in diesem Urlaub schwimmen konnten. Eine bessere Belohnung für den schweißtreibenden Weg hätte es kaum geben können. Und bis wir entdeckten, dass es ganz oben noch ein viel größeres Becken gab, vor dem einige einheimische Touristen posierten, konnten wir uns der Illusion hingeben, ganz allein unter den Wasserfällen zu baden.

Doch auch der schönste Badespaß war irgendwann zu Ende. So schnell es ging, liefen wir auf den Weg zurück, um möglichst viel der Frische mit nach oben zu nehmen. Inzwischen war es extrem heiß geworden. Alle paar Minuten mussten wir im Schatten Pause machen, schafften den Aufstieg aber doch recht zügig. Trotzdem entschieden wir beim Mittagessen, dass wir uns nicht auch noch mit der Fahrradfahrt quälen müssten. Ein Blumentransporter, der neben unserem Restaurant tausende von Chrysanthemen abgeladen hatte, wurde kurzerhand angetrampt und brachte uns bequem und unverschwitzt innerhalb weniger Minuten zurück nach Pyin Oo Lwin. Zum Erstaunen des Fahrradhändlers kamen wir also völlig unverschwitzt und entspannt lächelnd wieder zurück in seinen Laden gefahren. Wenn der wüsste…

Pyin-Trampen

20.4.: Tanzen im Waisenhaus

Beim morgendlichen Durchstöbern des Reiseführers haben wir einen Eintrag zur St. Matthews Church gefunden. Dort ist nämlich ein Waisenhaus und der Reiseführer beschreibt, dass sich die Kinder und Lehrer dort immer über kleine Geschenke oder eine kurze Unterrichtseinheit freuen würden. Also sind wir kurzerhand dorthin spaziert, haben uns vorgestellt und beschlossen, dass wir da einen Tanzworkshop geben werden. Alle haben sich gefreut, inklusive uns. Wieder zurück im Hostel ist uns dann aufgefallen, dass wir überhaupt keine Ahnung haben, wer da jetzt gleich kommt.
Wie viele Kinder werden kommen?
Wie alt sind die Kinder?
Nur Mädchen oder nur Jungen oder gemischt?
Kennen die überhaupt tanzen mit anfassen?

Wir haben uns auf alles vorbereitet und sind mit Laptop wieder zum Waisenhaus gestiefelt.
Uns haben 14 Kinder zwischen 7 und 12 Jahren erwartet. Einige Lehreinnen waren auch dabei. Was  gleich genau passieren würde, wusste keiner so genau, inklusive uns. Wir haben ca. eine Stunde verschiedene Tänze improvisiert und hatten gehörig Spaß. Ehrlich gesagt wollten wir versuchen, die Choreographien, wie wir aus dem Flolkstanz kennen, mit den Kindern zu tanzen. Da haben die uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil sie zwischendrin einfach neue Regeln erfunden haben und wie wild schreiend und lachend durch die Gegend gelaufen sind und sich beispielsweise neue Partner gesucht haben statt geregelt zum nächsten zu gehen.

Ich habe beim Tanzen noch nie so viel gelacht.

 

20.04.: Verdauungsmissverständnis

Wir gehen ins Restaurant unter dem Hotel. Eigentlich haben wir keinen Hunger, weil uns das fettige Essen der letzten Tage sehr zusetzt. Aber irgendetwas essen müssen wir ja. Deshalb wollen wir uns eigentlich nur eine Kanne heißes Wasser mit aufs Zimmer nehmen und uns dort die paar Scheiben Toast reinzwängen, die zum Frühstück (neben fettigem Spiegelei) angeboten werden.

Um unsere Absicht klarer auszudrücken, habe ich extra zwei Teebeutel mit nach unten genommen. Ich zeige auf die Kanne, zeige auf die Beutel und sage: „Could you give us some hot water, please?“ Um den Grund für unser Anliegen zu illustrieren, streichen Jonas und ich uns synchron über unsere aufgeblähten Bäuche. Der Kellner nickt verständnisvoll und verschwindet diskret in der Küche. Weil er nicht sofort wieder kommt, setzen wir uns doch einen Moment hin, um auf das Wasser zu warten. Dabei entdecken wir ein Bund matschige Bananen, die im Kühlschrank neben einer leicht eingetrockneten, aufgeschnittenen Wassermelone schlummern. Aber Bananen werden ja zum Glück nicht so schnell schlecht und immerhin ist es Obst – genau das, was uns seit zwei Wochen fehlt. Während man sich in Thailand vor Smoothies und Juices kaum retten kann und sich ausschließlich von Obsttellern oder sticky rice mit Mango ernähren könnte, kommt man in Myanmar sehr schwer an Obst. Es gibt zwar einiges auf dem Markt, aber meist haben wir dann weder saubere Hände noch ein Messer dabei, und in kaum einem Café oder Restaurant haben wir bis jetzt Obstsäfte o.ä. gefunden. Der Heißhunger darauf wächst also sehr und diese Bananen sehen, egal wie braun sie sind, gerade sehr verheißungsvoll aus.

Als hätte der Kellner unseren Wunsch erraten, huscht er aus der Küche, geht zum Kühlschrank, greift sich vier der Matschbananen und zwei schrumpelige Mandarinen und verschwindet wieder. „Vielleicht bereitet er uns jetzt ein spezielles Durchfallmenü zu“, überlegen wir und sind ihm für sein Verständnis sehr dankbar. „Darauf sind die doch bestimmt eingestellt, wenn selbst die Einheimischen hier so oft Durchfall bekommen, wie wir einen Schnupfen.“ (Das hatte uns Vera erzählt. Verdauungsprobleme gehören hier zum Alltag dazu; niemand scheint sich Sorgen zu machen, wenn er mal drei Tage auf dem Klo hockt, weil es einfach ständig und jedem passiert.)

Kurz darauf kommt der Kellner mit einem Teller Bananen und Mandarinen zurück. Wir lächeln ihm dankbar zu. Dann bringt er zwei Tassen heißes Wasser. Perfekt. Dass Kaffeepulver daneben liegt, beachten wir nicht und machen uns einen schönen Earl Grey-Tee. Dann kommt der Kellner wieder und bringt für jeden von uns das normale Frühstücksmenü, das wir auch gestern bekommen haben, für jeden zwei Scheiben Toast mit Butter und Marmelade und dazu ein fettiges Spiegelei. „Wohl doch kein Durchfallmenü“, denken wir uns. Der Teller Papaya, der als nächstes serviert wird, bestätigt uns darin, dass hier wohl etwas schief läuft. Und als der Kellner kurz darauf noch einmal zu uns kommt und uns frittierte Gemüsebällchen serviert, wird uns klar, dass es sich wohl um ein Missverständnis handeln muss: Unsere „Wir haben Bauchschmerzen und wollen nur Tee und Toast“- Geste wurde wohl als „Wir haben riesigen Hunger und wollen ein extra Menü haben“ missverstanden. Als er uns wenig später noch einmal Toast mit Mamelade nachreicht und wir es in der Küche verdächtig brutzeln hören, schreiten wir eind und geben ihm – diesmal unmissverständlich – zu verstehen, dass es genug ist. Wir trinken unseren Tee aus und verziehen uns heimlich mit den Bananen auf unser Zimmer.

 

19.04.: Ausritt in den botanischen Garten

Zum Geburtstag hat Anne mir einen Auflug in den botanischen Garten geschenkt. Bzw. ich wusste davon gar nichts, denn es war eine Überraschung. Ich wurde von einer Pferdekutsche abgeholt. Weiß und mit goldenen Verzierungen. Früher war das hier in dieser Kolonialstil durchdrungenen Stadt wohl ein gängiges Transportmittel. Heute dient es, laut Reiseführer, nur noch der Touristenbespaßung. Mir hat es Spaß gemacht. Ich bin ja auch Tourist. Damit ging es dann auf jeden Fall zu dem Garten. Eintritt 2000 Kyat ( 1€ = 1360 Kyat) bzw. für Ausländer 6000 Kyat. Nun gut. Ist ja für eine gute Sache und lohnt sich bestimmt.

 


Gelohnt hat es sich allemal. Eine sehr gut gepflegte Gartenanlage. Alles bewässert und am Blühen. Wunderschön. Vor allem nach so viel Staub, ausgedörrten Feldern und kahlen Bergkuppen war es eine Wohltat, einfach mal wieder Grün zu sehen.

Pyin Oo Lwin-Botanischer Garten
Da das Video von Montag so kurz ausgefallen ist, haben wir euch hier einen weiteren Tanzgruß aufgenommen – diesmal aus dem Bambushain:

 

Anschließend ging‘s weiter zum Feel Cafe. Ein Restaurant und Café für deutlich betuchtere Burmesen. Die Essenspreise, sonst nicht über 3 Euro, ließen sich hier auf jeden Fall mit den westlichen Preisen messen. Aber lecker war‘s, das muss man denen lassen. Für mich gab‘s heute einen grünen Teeshake und für Anne einen Erdbeershake. Auch das ist eine Besonderheit für Pyin Oo Lwin. Denn da es auf 1100m Höhe liegt, wachsen hier nicht nur viele Blumen, sondern auch Erdbeeren. Und die werden als Spezialität in jeglicher Form angeboten, von der Marmelade bis zum Wein. Oder eben als Shake.

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Insgesamt muss man sagen, dass es ziemlich angenehm ist, mal nur 25°C zu haben, da kann mich sich den ganzen Tag über tatsächlich entspannt bewegen, ohne direkt in Schweiß oder Überhitzung zu enden.

In Anführungsstrichen

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Was machen wir heute?
Ich glaube, ich gehe erstmal duschen. Also, duschen in Anführungsstrichen. Es gibt ja nur: einen Wasserhahn, einen Wassereimer und eine Schöpfkelle. Manchmal fehlt auch der Hahn. Das ist dann richtig blöd, weil man mit der verseiften Hand nach der Kelle greift, um sich die andere Hand seifenfrei zu spülen. Wen man das Ganze umdreht und die andere Hand abspülen will, fasst man automatisch an die noch eingeseifte Kelle. Ein Teufelskreis nicht nur der Seife, sondern wahrscheinlich auch sämtlicher Keime. Besser nicht dran denken. Lieber einen Schwall kaltes Wasser über den Kopf kippen und jegliche kritische Gedanken wegspülen.

Danach können wir mal in den Gemüseladen um die Ecke gucken. Also naja, Gemüseladen in Anführungsstrichen. Es ist ja eher ein Bretterverschlag, der mit Plastiktüten voller Chips behangen ist. Auf einem Brett liegen ein paar schrumplige Auberginen, halb verschimmelte grüne Papaya und eventuell auch ein paar brauchbare Gemüse für unsere Pastasauce.

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Vieles gibt es hier nur Anführungsstrichen, aber das zaubert einem oft ein Lächeln ins Gesicht. Außerdem freut man sich umso mehr, wenn man einmal die Originalversion findet. Und überhaupt ist der Rest ja trotzdem so toll, dass es eigentlich egal ist, ob es nun in Anführungsstrichen steht oder nicht. Es ist halt, wie es ist, und genau so ist es gut.