25.04.: Mich hat’s g’rissen…

… würde vielleicht einer aus Bayern sagen.

Ich lag gestern flach und das leider schon zum zweiten Mal innerhalb von 2,5 Wochen. Das ist nicht gut. Mein Körper kämpft wohl mit den millionen Eindrücken, Erfahrungen und den Anstrengungen der Hitze und Trockenheit. Und vielleicht auch mit dem Essen. Ich habe Fieber und Anne kümmert sich ganz toll um mich. Ein Glück, dass wir jeweils nicht alleine unterwegs sind, sondern immer jemanden an unsrer Seite wissen, der sich um den anderen kümmern kann.

Heute haben wir uns auf jeden Fall entschieden, zum Arzt zu gehen, um Malaria auszuschließen. Ich bin nicht mehr ganz so wackelig auf den Beinen und schaffe es ohne Probleme zu dem 3 Blocks entfernten Krankenhaus. Die „Notaufnnahme“ ist eigentlich nur ein gekachelter Raum, der durch verschiedene Gardienen abgetrennt. Alle kriegen alles mit. Gut für das Personal. So mittel für die Patienten. An den Wänden hängen überall Schilder, doch bitte keine Fotos zu machen. Ich glaube, die meisten hier haben auch gerade besseres zu tun.

Wir kommen direkt dran. Die Ärztin, etwa mitte 30, zivil gekleidet, mit Tanaka im Gesicht, begrüßt uns nett und fragt, was denn los sei. Ich erzähle ganz fleißig die Symptome. Penibel darauf bedacht, keine Diagnosen oder Interpretationen der Symptome mit einfließen zu lassen. Sie hört freundlich zu und fragt, wer von uns beiden denn der Patient ist.
Oh, Danke. Ich sehe wohl nicht ganz so schlimm aus, wie ich mich fühle.
„Ich!“ – und lächeln
Nach weiteren Fragen, die meiner Meinung nach nicht ganz weit hergeholt schienen wurde mein Bauch abgetastet, Blutdruck gemessen, Fieber gemessen (mit so nem Quecksilberding!), kurz auf dfie Uhr geguckt für den Puls und beschlossen, dass es ne ganz normale Magenverstimmung sei. Anibiotika rein, frisches Obst/Gemüse und viel trinken. Sehr gut, genau das gleiche hatten wir uns auch schon überlegt und deckt sich mit dem Telefonjoker aus Deutschland.
Den Malariatest hab ich dann doch machen lassen, um sicher zu gehen. Nicht, dass da noch irgendwas brodelt, was behandelt werden sollte.

Die ganze Untersuchung incl Blutabnahme hat ca 45 Minuten gedauert. Ich war echt gespannt auf die Rechnung. Wir werden in Vorkasse gehen und kriegen das Geld dann anschließend von unserer Krankenkasse wieder. Aber trotzdem das wird wohl n kleines Loch in unsere Reisekasse schlagen, aber: Gesundheit geht vor! Sicherheitshalber hatten wir ein dickes Bündel Scheine und die Visakarten mit ins Krankenhaus genommen.

2300 Kyat! (1 Euro = 1360 Kyat)

Echt? Klasse, dann machen wir das mit dem Arzt jetzt jeden Tag, da erlebt man immer was schönes. Und danach gehen wir noch n Eis essen.

Den restlichen Tagen haben wir das Buch „Burmese Days“ von George Orwell gesucht und auch gefunden. Und das sogar auf deutsch.

 

Heute ist Montag. Montag ist tanzen. Immer.

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