02.05.: Ein kurzer Spaziergang am Fluss

Heute haben wir uns Großartiges überlegt. Wir haben uns einen Plan gemacht mit 10.000 Sachen, die man hier in Yangon noch machen könnte. Aber erstmal frühstücken und dann gucken wir weiter. Nach dem Frühstück haben wir unsere dreckigen Klamotten zur Laundry gegeben. Die arme fingernägellackierte, Goldkettchen tragende Frau an der Rezeption musste sich dann zählend durch unsere Dreckwäsche wühlen.
Entschuldigung. Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht so viele dreckige Sachen abgegeben. Oder sie vorher einmal gewaschen.
Danach ging es zu einem kleinen Spaziergang an den Fluss. Der Yangon River fließt hier durch und da gibt es diese „Strand Road“, da wollten wir mal gucken.  Schönheit und Ästhetik konnten wir dort leider nicht finden, dafür jedoch Authentizität. Und das war wiederum schön. Für mich zumindest. Plastikführende, schwarztrübe Abwässer, die sich mit dem schlammigbraunen Fluss vermischen. Hafenarbeiter, die Reissäcke tragend eine Schiffsladung löschen. Alle 10m eine kleine Garküche, wo andere Arbeiter freundlich grüßend Pause machen. Der Boden rot vom Betelrotz.

Ein kleiner Exkurs: Die Betelnuss wird hier zur Berauschung gekaut. Sie ist eine Droge, die wohl ähnlich stark wie Nikotin in den Zigaretten wirken soll. Neben der leichten Berauschung bekommen die Betelkauer knallrote Zähne, die mit der Zeit leider immer fauliger werden. Eine weitere Nebenwirkung ist eine übermäßige Speichelproduktion, weswegen viele der Menschen hier den Speichel aus dem Rachen hörbar laut hochproduzieren und dann mit einem gewaltigen *FLATSCH* einen roten Betel-See auf den Boden rotzen. Davon färbt sich der Boden hier überall rot. In vielen Gegenden ist das Betel-Ausspucken inzwischen aus ästhetischen Gründen verboten und man erkennt den finanziellen Stand eines Bezirkes an der (Nicht-)Färbung des Bodens.

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Dort im Hafen war es auf jeden Fall deutlich rot. Die Hafenarbeiter spucken aus, grinsen uns mit ihren roten Zähnen an und winken. Wir winken zurück und lächeln auch. „Mingalabar! (Hallo)“ rufen wir. Sie freuen sich, wir freuen uns auch.

Zurück im Hotel (es ist inzwischen 11.30) machen wir erstmal eine Pause von der Anstrengung des Tages.

Abgang Anne und Jonas. Ende des ersten Aktes.

*Pause*

Zweiter Akt. Anne und Jonas betreten die Bühne.

Und nach der Pause machen wir noch eine Pause.

Und dann ist schon Abendbrotzeit. Da wir heute noch kaum was geschafft haben, wollen wir zum Abendessen auf eine Rooftop-Terrasse essen gehen. Also wird alles Mögliche durchforstet. TripAdvisor, Google, Blogs, Reiseführer… Aber nirgendwo finden wir das perfekte Restaurant. Also schlurfen wir lustlos und hungrig das eine Stockwerk nach oben in unser Hotelrestaurant und stellen fest, dass wir dort
erstens: völlig alleine sind und uns
zweitens: gleich 3 Kellner bedienen und
drittens: der Ausblick mit Blick auf die Shwe Dagon Pagode total der Oberknaller ist und
viertens: das Essen superlecker ist.

Das Bier auch. Wir torkeln ins Bett.

Ach ja.

Heute ist Montag. Montag ist tanzen. Immer.

Immerhin das haben wir noch geschafft. Und diesmal haben wir sogar zwei Videos gemacht, weil wir tagsüber unsere Kräfte so gut eingeteilt haben.

Nummer 1: Man beachte die goldstrahlende Schwedagon-Pagode im Hintergrund.

 

Nummer 2: Die Idee zu diesem Hintergrund hatte der Kellner, der uns beim ersten Video gefilmt hatte. Man sieht typische burmesische Marionetten und Musikinstrumente. Und Geschirr und Fried egg-Behälter vom Frühstücksbuffet. Auch das sehr authentisch 🙂

 

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