07.05.: Zurück in Saigon oder Ho Chi Minh Stadt

So viel sich auch in zwei Jahren verändern mag, vieles bleibt doch gleich. Zum Glück, denn ich bin ja auch wieder hergekommen, um etwas von dem wiederzufinden, was das Leben hier damals ausmachte. Und so sind wir gleich am ersten Tag in mein altes Leben eingetaucht und Jonas hat einen guten Einblick bekommen, wie es hier so lief bzw. läuft.

Am Vormittag sind wir gemächlich durch die Straßen spaziert und haben uns jede Stunde einen kühlen Ort gesucht, an dem wir frisch gepresste Säfte oder Smoothies trinken konnten. Toll, die Auswahl an Obst und Getränken und an hübschen Cafés, das hatte ich schon sehr vermisst. Dann haben wir uns ein bisschen dem historischen Stadtkern genähert, mussten allerdings auch hier wieder schnell eine Pause einlegen, um Eiskaffee zu trinken und um dabei die Hitze, das Gewusel auf der Straße und die vielen Eindrücke zu verarbeiten.

Und dann war schon Nachmittag und wir fuhren zur USSH (University of Social Sciences and Humanities), meiner alten Uni. Ein glücklicher Zufall wollte nämlich, dass genau an unserem ersten Tag in Saigon der Tag der deutschen Sprache stattfand. Diesen Tag hatten die Leiterin der Deutschabteilung und die damaligen Weltwärts-Freiwilligen zum ersten Mal 2013 organisiert und genau heute war es wieder an der Zeit, bei deutschem Essen, Deutschlandquiz u.ä. die Lust am Deutschlernen zu wecken bzw. einfach ein Zusammentreffen aller Deutschlernenden der Stadt zu feiern. Diesmal in Verbindung mit einer anderen tollen Veranstaltung, die seit mehreren Jahren die Deutschstudenten begeistert: dem Karaokewettbewerb.
Und so waren Jonas und ich plötzlich komplett drin in meinem alten Leben: der Campus, die Deutschabteilung, die riesige Aula mit Ho Chi Minh-Büste vor rotem Samtvorhang und das alles gefüllt mit deutscher Musik gesungen von jungen Vietnamesen. Diese verrückte Mischung fand ich schon früher sehr faszinierend. Und wenn man sah, mit wieviel Mühe die Gruppen der Schulen, des Goethe Instituts und den beiden Unis ihre Lieder und Choreographien einstudiert hatten, konnte man auch gut über das ein oder andere Technikproblem und die schlechte Tonqualität hinwegsehen.

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Schon während der ersten Lieder hatte ich Zeit, mich in der Aula umzusehen und den ein oder anderen Kollegen oder einige ehemalige Studenten ausfindig zu machen. Es waren viel mehr bekannte Gesichter dabei, als ich gedacht hätte und ich war ganz aufgeregt, sie alle wiederzusehen. Als dann endlich Pause war, konnte ich endlich allen hallo sagen und von mir aus hätte die Pause noch zehnmal länger sein können, um mit allen ein bisschen reden zu können. Aber naja, mit den mir wichtigen Leuten haben wir uns gleich für die nächsten Tage verabredet.

Nach dem Karaokewettbewerb hatten Thanh, Hanh und Sa, drei ehemalige Studenten von mir, noch Zeit und haben uns ein Grillrestaurant gezeigt, das ich auch noch nicht kannte. Man sitzt über bzw. zwischen den Dächern Saigons und grillt auf einem Kohlegrill mit aufgelegtem Ziegelstein Rind, Ziegeneuter und Oktopus. Dazu gab es herrlich frische 333-Biere, in die der Kellner regelmäßig riesige Eisbrocken versenkte. Schön, wieder hier zu sein.

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