26.05. – 01.06.: Urlaub vom Urlaub

Die Insel

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Koh Rong Samloem ist die kleinere von zwei Inseln im Golf von Thailand vor der Küste Kambodschas. Sie hebt sich von ihrer größeren Schwester durch den Zusatz „Samloen“ ab. Auf Koh Rong soll eine Partyhochburg sein, auf der man ausreichend Moonshinepartys finden kann. Das wollten wir nicht. Auf unserer Insel gibt es keine Straßen. Es gibt noch nicht mal Wege. Die einzigen Pfade, die wir finden konnten, dienen zum Überqueren der Insel. Ansonsten bewegt man sich halt barfuß über den Strand.Genau genommen besteht die gesamte Infrastruktur der Insel aus eben diesem breiten, weißen Sandstrand. An ihm reihen sich diverse Bungalows und einige wenige Lokale auf und das war’s – direkt dahinter beginnt der Dschungel. Außerdem verfügt die Insel über drei Piere, die die Insel nicht nur mit den nötigen Waren, sondern auch mit Touristen versorgen.

Spätestens am Mittag war es mit der einsamen Insel vorbei, denn dann kam zuverlässig ein Boot in unsere Saracenbucht gefahren und spuckte Horden aufgeregter vietnamesischer Touristen aus, die dann 4 Stunden lang lautstark unseren Strandabschnitt  unter Beschlag nahmen. Wenn man allerdings 5m nach links oder rechts ging, konnte man diesem Gewirr entgehen.

Ansonsten sind wir genau in dem Paradies gelandet, wo sich vor uns schon so viele Menschen hingeträumt haben. Sonne. Weißer Sandstrand. 32°C warmes Wasser. Kaum Wellen. Frische Cocktails. Palmwedelhütten. Ruhe. Viel Zeit zum Lesen und Nichtstun.

 

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Unökologisches Eco Village

Wir sind im Sun Island Eco Village untergekommen. Von Eco war allerdings nicht mehr viel übrig, bis auf die umweltverträgliche Bauweise der Hütten aus Palmwedeln und ein paar kaputte Solar-Panels auf dem Dach. Ansonsten bezieht sich Öko wohl eher darauf, dass man im Einklang mit der Natur lebt – von uns erfahren an Hand einer Maus, die es sich zwischen unseren Kopfkissen gemütlich gemacht hatte (zum Glück, bevor wir uns darauf gelegt hatten!) und etlichen Moskitos und Strandhunden, die uns regelmäßig und vor allem ungebeten Besuch abstatteten. In der Nacht fing dann irgendwann der Generator an zu rattern, damit zumindest die steinzeitlich anmutenden Deckenventilatoren etwas Erfrischung verschaffen konnten. So viel zum Thema solar und so viel zum Thema Öko.

 

Gelesen
2 Leute. 6 Tage. 5 Bücher.

 

Tarierübung unter Wasser

Ich wollte mal wieder meine Tauchskills aufbessern und habe mich deswegen bei der Tauchstation gemeldet. Gefühlt haben alle Taucher der Insel aufgeschrien, denn endlich war das Wetter wieder gut genug, um tauchen zu gehen. Leider war unter Wasser die Sicht dermaßen schlecht, dass wir nach 10 Minuten den Anschluss zur Tauchgruppe verloren haben und der gesamte Tauchgang eine einzige Tarierübung war. Auch nicht schlecht. Jetzt kann ich das wieder.

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Schwimmen in, über und unter Sternen

An einem besonders schönen, lauen Abend haben wir uns ein paar Cocktails schmecken lassen. Auf dem Nachhauseweg gab es einen wunderbaren Sternenhimmel über uns. Weil die Luft noch ganz mild war, sind wir in der Dunkelheit noch mal schwimmen gegangen. Nach den ersten Zügen unter Wasser haben wir uns gewundert, dass wir so viel Blubberblasen unter Wasser erzeugen. Nachdem wir genauer hingeschaut haben, ist uns aufgefallen, dass wir inmitten von fluoreszierendem Plankton geschwommen sind. Wenn wir mit den Händen durch das Wasser geglitten sind, haben sich Millionen funkelnder Sterne herumgewirbelt. Also sind wir in, über und unter den Sternen geschwommen.

 

Jungletrail

Da kam dieser eine Tag, an wir uns doch mal etwas weiter bewegen wollten als von der Hütte zum Baden, zum Essen und zum Liegestuhl. Wir wollten einmal quer über die Insel spazieren, was 45 Minuten dauern sollte. Direkt hinter den Strandhäusern wird der Weg quasi vom Dschungel verschluckt. Eine heimliche Stille breitet sich aus. Es regt sich kein Wind mehr. Die Luftfeuchtigkeit steigt ins Unermessliche und man fängt sofort an zu schwitzen, weil der Köper sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Es war tatsächlich kein Spaziergang, sondern viel mehr eine Trekkingtour, bei der man schon mal auf allen Vieren einen kleinen Berg hochkrabbeln musste, weil der Weg so steil geworden war. Auf der anderen Seite wird man an einem wunderschönen Strand mit berauschenden Wellen wieder ausgespuckt. Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt.

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Gehörig geschaukelt!

 

Besuch bei der Polizeistation

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Die Insel hat sogar als einzige Beamtenstelle eine Polizeistation. Als einmal ein Regenguss einsetzte, kamen wir zufällig gerade an eben dieser Polizeistation vorbei und der freundliche Polizist bot uns Unterschlupf und sogar zwei Stühle an. Einen Stuhl musste er zwar aus der „Zelle“ holen, aber bequem war er trotzdem. Es war für ihn vermutlich eine riesen Aufregung, dass er an diesem Tag von seinem Handyspiel aufschauen konnte und neben sich zwei Touristen sitzen sah, aber darüber lässt sich nur spekulieren. Tatsächlich hing dort neben der Hängematte eine schusssichere Weste, um… für… Naja, es gab halt eine.  Die Polizeistation ist übrigens nur unter der Woche besetzt.

 

Tanzen
Ach ja, irgendwann war auch Montag. Montag ist ja bekanntlich Tanzen. Immer. Nur ob es diesmal genau Montag war, wussten wir beide nicht mehr so ganz genau. Das Video ist aber ganz hübsch geworden.

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