01.06.: Die Augen von Kampot

Wir sind heute in Kampot angekommen. Der Tuktuk-Fahrer, der uns zum Guesthouse gebracht hat, meinte auf die Fahrtpreisfrage: „As you like!“ Großartig. So ein schöner Start in diese Gegend hier, das ist doch famos.
Das birds nest ist simpel aber funktionell und sauber. Man kann halt dort schlafen. Es liegt mitten im Zentrum. Dort an dieser sehr gepflegten Old Market Street ist es wunderschön. Erst viel später am Tag ist mir aufgefallen, dass es das erste Mal in Südostasien ist, dass wir begehbare Bürgersteige vorfinden. Gehsteige, die nicht mit Garküchen, Werkstätten oder sonstigen Verkäufern vollgestellt sind, sondern einfach zum Gehen gedacht sind. Die Gebäude im Kolonialstil sind gut in Schuss und teilweise in neue Geschäftsideen integriert.

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Auffallend viele alte, braungebrannte weiße Männer sieht man überall in den Cafés und Restaurants. Aber ohne weibliche Begleitung, das macht mich stutzig. Sie alle sehen irgendwie so lebensverbraucht aus: eingefallenes Gesicht, strähnige Haare, entweder extrem dünn oder etwas dicklich. Manche mit hängenden Schultern und schlurfendem Gang, einer mit einem Tracheostoma. Ob die krank sind oder waren? Wenn man diesen Männern aber in die Augen schaut, so strahlen sie eine Glücklichkeit und Zufriedenheit aus, wie ich sie nur selten gesehen habe. Meiner Meinung nach sind das keine Touristen, dafür sehen sie zu braungebrannt aus. Sie haben auch keine Trekkingschuhe/-sandalen oder billige Flipflops an, sondern Lederschlappen, wie sie sich nur Leute kaufen, die schon länger hier sind. Was machen die also hier? Wir wissen es nicht und haben uns auch nicht getraut, jemanden zu fragen. Fest steht nur, dass es diesen Männern sehr gut zu gehen scheint und das ist schön.

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Die kleinen roten Stäbchen sind Überreste von Räucherstäbchen. Die räumt hier irgendwie keiner weg.

Bei dem ersten Rundgang durch die Stadt kamen wir an Hipster-Cafés, ungewöhnlichen Restaurants (z.B. eine Dönderbude, Wikinger-Restaurant) und sozialpädagogisch geprägten Verkaufsräumen mit Ausstellungsgegenständen, hergestellt von Menschen mit Behinderung, vorbei.

Und dann kam SIE. Wunderschön und anmutig stand sie da, in der Mitte vom Kreisverkehr. In der Mitte vom Springbrunnen, in der sich die Straßenkinder jauchzen badeten. Hinter ihr die Abendsonne, die sie in ein leuchtendes Rot tauchte, sodass ihre stachelige Haus im wunderschönen kaminrot erstrahlte. Eine Riesen-Durian. Die wohl größte Durian, die ich je gesehen habe. Warum stellt man sich so eine Stinkefrucht irgendwo hin? An was soll das erinnern. Igittigitt…

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