22.06.: der Flug, die Flüge

Für diesen Mittwoch hatten wir uns etwas ganz Besonderes überlegt.  Wir würden um 4.30 aufstehen, um dann in Bangkok einzuchecken. Der Flug ginge nach Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Von dort aus solle es um 18.15 weiter nach Cebu City auf Cebu Island gehen. Wir würden dort relativ entspannt ankommen und dann dort, nachdem wir unser Gepäck bekommen hätten, unseren Couchsurfer treffen.

Das mit Bangkok – Manila hat auch wunderbar geklappt. Wir sind genau eine Filmlänge plus Frühstück-Bekommen geflogen. Inzwischen sind wir herrlich flugerprobt, sodass wir nahezu tiefenentspannt in Manila eingereist sind und unser Gepäck entgegengenommen haben. Dann ging das Chaos aber los. Wie eine Welle ist das über uns hereingebrochen.

Wir sind aus dem Flughafengebäude rausgestapft und haben einen Wachmann (1) gefragt, wo es zum „domestic terminal“ nach Cebu geht. „Terminal 4!“. Dafür sollten wir zum Shuttlebus in den Wartebereich nach links.
Also gingen wir nach links.
Dort angekommen, hat Wachmann 2, der im abgesperrten Bereich stand,  gesagt, dass wir zu ihm in den abgesperrten Bereich sollen. Dafür sollten wir nach rechts.
Also gingen wir nach rechts.
Wachmann 3 meinte, wir sollen wir wieder ins Flughafengebäude rein und müssten dafür das Gepäck durch den Gepäckscanner schieben.
Kein Problem. Gepäckscanner. Personenkontrolle. Rein ins Gebäude.
Wachmann 4: wir müssen nach links.
Also wieder raus und nach links.
Wachmann 5: wir müssen wieder rein.
Also Röntgenscanner, wieder rein.
Schließlich haben wir (zum Glück ohne gelben Passierschein 36a, den man im 2. OG, dritte Tür links nach Vorlage eines blauen Passierscheins 83c bekommt) diese eine unscheinbare Tür gefunden, die uns in den Wartebereich, außerhalb des Gebäudes, zu Wachmann 2 gebracht hat, gefunden. Leicht lächelnd haben wir uns bei Hilfswachmann 1 unter falschem Namen in eine Liste eingetragen – in der Erwartung, dass das eh keiner kontrolliert. Hat auch keiner.
Der Bus kam.
Wachmann 2 öffnet das Gatter und hat damit offensichtlich sein Tagewerk vollendet. Hilfswachmann 1 hat die Liste und guckt drauf, während der Busfahrer das Gepäck der Leute einlädt. Ich hätte das wohl auch selber gemacht, aber ich wollte ihn in seiner Eifrigkeit nicht unterbrechen.

Es geht quer über das Rollfeld zwischen kleinen und großen Flugmaschinen hindurch, bis wir zu einer winzig kleinen Wartehalle kommen. Wir können dort einchecken und wundern uns schon, dass der Abflug jetzt erst um 18.45 ist, sollte er doch laut Fluginformation aus dem Internet um 18.15 Uhr sein. Scheinbar wurde er verschoben. Naja.

Da wir schon gegen Mittag angekommen sind, haben wir jetzt noch gehörig viel Wartezeit. Der Versuch, in eine ehere Maschine nach Cebu umzuchecken, misslingt leider. Wir hängen in der superklimatisierten Wartehalle rum, lösen Rätsel, lesen, warten. Leider ist die Wartehalle auf etwa 14°C gekühlt, so dass wir nach fast 3 vollständigen Monaten bei kontinuierlich mehr als 25°C das erste Mal wieder ein aromatisiertes Heißaufgussgetränk trinken.

Es wird 18.30. Sie haben unseren Flug noch nicht aufgerufen. Wir wissen noch nicht mal, welches Gate wir nehmen sollen. Wir werden unruhig. Um 18.50 geht es dann doch Richtung Flugzeug. Über das Rollfeld. Zu Fuß. Zumindest ist es im Flugzeug angenehm warm.

Als alle drin sitzen- es ist inzwischen 19.20 Uhr – startet der Pilot die Maschinen und das gewohnte hochemotionale Sicherheitsschauspiel beginnt. Nur leider kommen die Darsteller nur bis zur ersten Pause. Gerade als die Stewards in die Lifejackets reinpusten wollen, geht neben der freundlichen Frauenstimme von Band auch das Licht aus. Stromausfall. Es geht die Notstromversorgung an. Die Maschinen starten wieder und der Pilot versucht zu uns zu sprechen, wird aber direkt wieder abgewürgt, weil der Strom wieder ausfällt. So sitzen wir da in dem dunklen Flugzeug bei Notstromversorgung und im Scheinwerferlicht des Gepäckbringefahrzeuges sehen wir ein LKW-großes Notstromaggregat neben unserem Flugzeug, was uns eventuell notstarten könnte. Die Leute hier nehmen das einfach so hin. Alle sind entspannt. Wir auch. Wahrscheinlich wurde unser Gemüt zusammen mit der Raumtemperatur in der Wartehalle so weit runtergekühlt, dass wir uns gar nicht aufregen können, überlegen wir.

Um 22.00 Uhr kommen wir mit 2 Stunden Verspätung in Cebu an, schleppen uns gerade noch zum Taxi und fahren dann zu unserem Couchsurfer. Der Taxifahrer versucht noch, uns zusätzliche 100 Pesos aus dem Ärmel zu leiern, weil er „versehentlich“ kurz vor Ankunft sein Taximeter mit dem Ellbogen ausgeschaltet hat. Aber zum Glück habe ich keine Lust, mehr zu bezahlen und Anne will eigentlich auch schon aussteigen und ihn freundlich ignorieren, als sich leider Kevin, unser Gastgeber, ins Auto schiebt und ihr damit den Weg blockiert. Er ist ja sehr hilfsbereit, aber manchmal muss man halt einfach gehen. Es wurde viel geredet, bezahlt haben wir trotzdem nicht. Auf Wiedersehen!

 

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