21.07.: Ein Tag auf der Terrasse im Wanderer‘s Guesthouse

Irgendwie sind wir während unser gesamten Tour immer an diesen Traveller- oder Backpackerabsteigen vorbei gekommen. Also wir sind nicht vorbeigekommen im Sinne von: Wir waren drin, sondern, wir waren nicht drin. Es ist sozusagen an uns vorbei gegangen. Und wir sind auch sehr froh drum.

Wir haben uns die Zeit in Manila eingeplant, um noch vor unserer Rückreise wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Zu entspannen. Am Blog zu arbeiten. Vergangenes und Erlebtes noch einmal gemeinsam zu verarbeiten.

Es ist ein Backpackerhotel, wie es im Buche steht. Viele Mehrbettschlafzimmer, einige Doppelbetträume, die so breit sind wie das Doppelbett und sich jeweils mit 8 anderen Räumen eine Gemeinschaftsdusche/-toilette teilen. Unser Zimmer ist recht klein, aber wenigstens muss sich der eine nicht aufs Bett stellen, wenn sich der andere umziehen will, weil es zu eng ist.

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WiFi gibt es nur im Aufenthaltsraum, bzw. auf der Dachterrasse, was gut und schlecht gleichzeitig ist. In der heutigen Gesellschaft ist es scheinbar unvorstellbar geworden, dass wir uns ohne Handtelefoniergerät oder internetfähiges Medium bewegen. So zentrieren sich die Menschenmassen hier um die Steckdosen. Das Gute an dieser WiFi-Einschränkung ist, dass alle Traveller sich oben auf der Terrasse aufhalten. Das Schlechte ist, dass nur die wenigsten sich analog unterhalten. Die meisten, wie wir heute auch, nutzen den Wahnsinn der Moderne und kommunizieren mit Menschen, die weiter weg sind als 5 Meter.

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Also sitzen wir den ganzen Tag auf der Terrasse und schreiben, bearbeiten Fotos und genießen die Szenerie mit den Leuten.

Es ist zwar noch relativ früh am Morgen. Diejenigen, die gestern gefeiert und getrunken haben, sind natürlich noch nicht aus den Kojen, dafür anderes relativ amüsantes Volk.

Ich habe mir den Spaß gemacht und die Leute um ein Bild von deren Frühstückstisch gebeten.

 

Darf ich vorstellen:

Er Engländer. Mitte 50. Lektüre.

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Er Amerikaner. Um die 60. Guckt, seit wir angekommen sind, auf den Fernseher in der Wohnzimmeratmosphäre.

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Er Koreaner. Mitte 20. Typischer Potthaarschnitt. Laptop + Smartphone + Tablet. Kein Frühstück.

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Er Franzose. Sie Vietnamesin. Mitte 20 bis 30. Typische Backpacker. Gebräunt. Bärtig. Zerzauste Haare. Freundschaftsbänder, Ketten, Ohrringe, Tattos. T-Shirts mit Landesaufdruck von irgendwo.

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Sie Engländerin. Ende 70. Betreibt mit jedem Smalltalk. Langes Tunikakleid. Sieht aus, als käme sie direkt aus Afrika. Scheinbar reiseerprobt.

Während wir so rumsitzen und arbeiten, kommen nach und noch noch mehr Menschen aus den Betten gekrochen.

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Er Engländer. Mitte 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Auch ohne Alkohol eine latent lallende Stimme. Gegelte Haare.
Sie Thailänderin. Anfang 20. Schlank. Gutaussehend. Guckt unbeteiligt auf ihr Smartphone.
Wahrscheinlich ein Paar.

Er Engländer. Anfang 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Beschimpft seine Begleitung die ganze Zeit lauthals öffentlich. Trägt eine Brille ohne Gläser. Hat sich heute morgen ein Tattoo stechen lassen.
Sie Thailänderin. Anfang 40. Etwas rundlich. Versucht, sich von der Schimpferei nichts anmerken zu lassen.
Möglicherweise kein Paar (mehr).

Er Koreaner. Ende 20. Trägt seinen Laptop auf die Terrasse und verschanzt sich sofort dahinter.
Sie Koreanerin. Ende 20. Kommt 5 Minuten später, setzt sich ihm wortlos gegenüber und versteckt sich ebenfalls hinter dem Laptop.
Eventuell (bald) (k)ein Paar.

Bilder zum Silahiscenter

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eine ausgehöhlte Wurzel als Schale
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Muscheln vom Strand als Vorhang

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eine Maske aus Metall
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Schale Nr. 1 aus Treibholz

 

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Schale Nr. 2 aus Treibholz
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Tellerständer und Etagere in einem
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Einfache Bilderrahmenkonstruktion
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Große geflochtene Wäschekörbe

20.07.: Manila: Altstadt und Oceanarium

Radius ausdehnen

Am zweiten Tag in  Manila fanden wir, es wurde Zeit, unseren Radius von Hostel – Seven Eleven – Essenssuche – Hostel etwas auszudehnen. Beim Frühstücken im Wanderer’s Guesthouse hatten wir Regina kennengelernt. Sie war kurz nach dem Abi aufgebrochen, um in Neuseeland und Australien zu leben und zu reisen und machte nun auf ihrem Rückweg einen Abstecher auf die Philippinen. In Manila hatte sie nur einen Tag eingeplant und wollte also heute die Stadt erkunden. Nur machten ihr Horrorgeschichten, die ihr da auf der Terrasse präsentiert wurden, etwas zu schaffen: „Allein in Manila? Was, überhaupt alleine unterwegs, als 18-Jährige?“ Was habe sie denn vor? Alleine die Stadt ansehen – auf keinen Fall! Das einzig Vernünftige wäre, den Tag im Hostel zu verbringen und zu schlafen. Maximal, aber wirklich nur, wenn sie sehr abenteuerlustig wäre, könne sie doch unten auf der Straße etwas zu essen suchen. Aber allein  in den Park laufen – auf keinen Fall!

Uns waren auch schon irgendwelche Geschichten erzählt wurden, dass Manila die unsicherste Stadt in Asien sei, die Gefahr auszurauben extrem hoch, voller Bettler und Drogenabhängiger und dass man bestimmte Stadtviertel unbedingt meiden solle.
„But anyways, just have an extra look“, hatte Christophers Mutter uns in Batangas trotzdem als Rat mitgegeben. Wie es sich da mit den ganzen Warnungen als Alleinreisende anfühlt, konnte ich mir gut vorstellen.

Ein paar Tipps

Solche Horrorgeschichten sollte man sich auf jeden Fall anhören und auch wahrnehmen. Passieren kann immer und überall etwas; in Saigon, in Manila, in Barcelona oder in Hamburg. In einigen Ländern ist es vermeintlich sicherer, in anderen unsicherer. Während der ganzen Zeit auf den Philippinen ist uns jedoch nichts dergleichen passiert und wir haben auch kaum etwas davon mitbekommen. Trotzdem gilt:

  • Wenn man einen größeren Geldbetrag mit sich führt, lohnt es sich, den an mehreren Orten zu verteilen (Rucksack, Bauchtasche, Deckelklappe, Portemonnaie).
  • Auf wertvollen oder wertvoll scheinenden Schmuck sollte man verzichten, der wird einem im schlimmsten Fall vom Körper gerissen.
  • Falls man ein Smartphone besitzt und mit auf Reisen nimmt, dies gerne in etwas ruhigeren Ecken (z.B. an eine Hauswand gelehnt) oder in Gebäuden benutzen; da ist die Gefahr, dass sie von Mofafahrern aus der Hand gerissen werden, geringer.
  • Selbstbewusst, aufrecht und mit offenem Blick durch die Stadt gehen. Lächeln, wann immer möglich. Das ist gut für das Selbstbefinden und für die anderen. Und im Idealfall bekommt man ein Lächeln zurück, oder auch zwei.
  • Wenn man sich unsicher durch eine Stadt bewegt, sieht es so aus, als ob man versucht, etwas zu verbergen, und das macht potentielle Taschendiebe aufmerksam.
  • Eine Bauchtasche und zuknöpfbare, tiefe Hosentaschen lohnen sich. Wenn wir uns mal unsicher gefühlt haben, weil doch eines der Bettelkinder uns zu lange begleitet hat, haben wir einfach die Hand in die Hosentasche gesteckt, wo das Handy ist und ein wenig Zug auf die Hose ausgeübt, damit man das Portemonnaie in der Gesäßtasche deutlich spürt. Dadurch wussten wir, dass unser Hab und Gut an der richtigen Stelle ist und konnten ungezwungen zurück lächeln.

Tatsächlich ist in Manila scheinbar die Hälfte der männlichen Bevölkerung ein Wachmann. An jedem besseren Restaurant, an jedem Hostel, an jedem Hotel, an jeder Bank steht ein Wachmann, der einem aus lauter Langeweile die Tür aufhält und einen freundlich begrüßt. Damit kommt er weniger seiner Wachmanntätigkeit nach, sondern viel mehr der eines Portiers.  Wenn man sich also als Traveller durch die großen Städte dieses Landes bewegt, kann man sicher sein, dass an jedem Punkt der Reise (schlafen, essen, Sightseeing) eher ein Wachmann als ein Bettler steht.

Altstadt erkunden

Wie auch immer, wir machten uns trotz der abschreckenden, aber gut gemeinten Ratschläge mit Regina auf den Weg in Richtung Altstadt. Zu dritt ist man weniger allein.
Der Baywalk an der Bucht entlang war tatsächlich nicht ganz so schön anzusehen: einige ziemlich kaputte Existenzen (zahnlose Männer, die auf Pappen liegend um Geld baten, Frauen, die hüfthoch im Wasser standen und im darin herumtreibenden Müll nach etwas Brauchbarem suchten) und viele schmutzige Kinder mit zerrissenen Klamotten, ebenfalls auf der Suche nach Geld.
Unsicher haben wir uns aber trotzdem in keinem Moment gefühlt.
Angefasst hat uns keiner. Die Erwachsenen sind meistens einfach an dem Ort geblieben, wo sie vorher auch waren. Die Kinder tun einem nichts. Meistens begleiten sie einen für mehrere Meter und versuchen das traurigste Gesicht der Welt aufzusetzen. Für uns war das fast schon ein bisschen unwirklich und wir mussten häufig lachen. Bei den Kindern, die einen begleiten, hatten wir schon etwas Sorge um unsere Tascheninhalte, aber wenn man den Kindern nicht mit Ignoranz und Ablehnung begegnet, sondern sie direkt anschaut (und somit ganz genau weiß, wo ihre Hände gerade sind) und ihnen lächelnd und bestimmt zuspricht, dass sie nicht so traurig sein sollen (Sprache ist hierbei egal, es zählt die ruhige Stimme), geben sie meistens irgendwann auf und laufen zum nächsten „Kunden“.


Die Altstadt hatte sogar viel mehr Charme als ich erwartet hätte. In einigen Gebäudekomplexen aus dicken Steinmauern kann man sich wie im mittelalterlichen Spanien fühlen. Da liegt in jedem Hof ein alter, tiefer Brunnen und die Innenhöfe sind mit Topfpflanzen verschönert, die vor den weiß gekalkten Mauern strahlen.

Das Silahis Center – (Homepage)

Das ist tatsächlicher der Traum eines jeden Andenkenshopshoppers. Was auf den ersten Eindruck wie Gerümpel aussieht, entpuppt sich auf den zweiten als liebevoll dekorierte Ladenauslage. An jeder Ecke und jedem Winkel, an der Decke und sonst überall auch hängen und stehen große und kleine Sachen, die man sich an die Wand hängen, hinstellen, etwas reinlegen etc. kann. Der Laden ist voll nach unserem Geschmack, deswegen haben wir hier ein paar Bilder.

Oceanarium ansehen

Zum Abschluss unserer Stadttour gingen wir ins Oceanarium. Das kann man sich wie eine Mischung aus Aquarium und Zoo vorstellen. Leider wird artgerechte Tierhaltung hier nicht gerade groß geschrieben und es kam mir eher wie eine große Touristenabzocke vor, wo man ein paar Seelöwen vorführt und die Besucher in eine Antarktiswelt führt. Das eigentliche Aquarium allerdings war wirklich schön. Alle Tiere, die wir in den letzten Wochen beim Schnorcheln und Tauchen gesehen hatten, konnten wir nun nochmal in Ruhe und von Nahem bestaunen.

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Höhepunkt des Oceanarium war ein großer Wassertunnel, durch den man läuft und dabei von Rochen, Haien und bunten Fischen umschwommen wird. Für uns sah das nach dem perfekten Hintergrund für unser vorletztes Tanzvideo aus. Montag wäre tanzen gewesen. Wir tanzen stattdessen heute, hier unter Wasser.

19.07.: Die letzten Tage

Die letzten Tage hängen uns ganz schön in den Knochen. Sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen.

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Seit fast 2 Wochen sind wir an jedem Ort nur eine Nacht geblieben. Maximal 2 Nächte, aber dann mit viel Aktivität. Das schlaucht ganz schön.
Jeden Tag Hitze.
Jeden Tag Sachen packen.
Jeden Tag neu orientieren.
Jeden Tag sehr lange eng gedrängt in Jeepneys, Tryciceln oder Bussen sitzen.
Jeden Tag sind wir mehrere Stunden gereist. Meistens mit sehr lauten und lärmenden Gefährten. Gemeint sind hier Transportmittel.

 

 

Warum machen wir das?, könnte man sich fragen. Wir könnten ja auch fliegen. Einsteigen und ZACK! Angekommen. Aber nein. Anne und Jonas begeben sich trotzdem auf die Abenteuertour, von der uns doch so oft abgeraten wurde.

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Ja, warum?
Ehrlich gesagt hat das irgendwie Spaß gemacht. Wir haben so unglaublich viele tolle Menschen getroffen. Haben das Land der Filippinos und Filippinas auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie es wahrscheinlich noch keiner vor uns gesehen hat und auch keiner nach uns sehen wird.
Jetzt im Moment sind wir zwar völlig im Eimer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Nachhinein wunderbare Geschichten werden erzählen können. Momentan kann ich nicht eine einzige Geschichten in Worte fassen, weil jede für sich wahrscheinlich mehrere Seiten füllen würde. Anne und ich haben uns darauf verständigt, nur die Tage ein wenig zu beschreiben und uns später den Details anzunehmen.

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Nur so viel:
Wir haben geschummelt und wurden beschummelt.
Wir waren aufrichtig und Menschen waren aufrichtig mit uns.
Wir haben geholfen und uns wurde geholfen.
Wir haben gelacht und es wurde mit uns gelacht.
Wir haben gekocht und wir wurden bekocht.
Wir haben über Leute gelacht und die Leute haben über uns gelacht.

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Wir haben uns falsche Namen geben lassen.

Das waren die vergangenen Tage; die zukünftigen sitzen uns genauso in den Knochen.
Es soll nach Hause gehen. Der letzte Teil der Reise hat begonnen. In 8 Tagen geht der Flieger von Bangkok zurück nach Hamburg. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, sind 8 Tage mehr als eine Woche. Das ist so viel, als würde man selber noch mal ´ne ganze Woche Urlaub machen. Aber wir haben uns bewusst die Zeit genommen, um noch mal zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren. Wir haben keine großen Pläne mehr, keine Tourismusziele, kein Sightseeing. Weder hier in Manila, noch in Bangkok.

Und gerade dieses Entspannen, Runterkommen, Reflektieren fordert doch ´ne ganze Menge Kraft. Es schwirren uns neue und alte Ideen durch den Kopf. Wir haben viele Ideen und Eindrücke bekommen. Ich bin mal wieder sehr froh, dass wir diesen Blog schreiben. So können wir uns zumindest den Weg für später bewahren oder noch mal gucken, was wir wo alles erlebt haben.

Wenn wir tatsächlich irgendwann wieder zurück im deutschen Alltagsleben sind, graut es mir schon vor dieser dieser Arbeits- und Geldverdienereiverpflichtung. Aber was soll man machen. Man kann ja schließlich nicht die ganze Zeit durch die Gegend reisen. So schön das auch ist.

Das günstigste Hotel in Manila

Auf allen uns bekannten Wegen haben wir uns über unterschiedliche Preise für Hotelzimmer in Manila informiert. Fazit: Es gibt Dorms für wenig Geld und Zweibettzimmer, die ausgebucht oder völlig überteuert sind.

Wir haben die günstigste auffindbare Möglichkeit gewählt und sind in der „Pension Natividad“ gelandet. In den Kritiken auf booking.com und Tripadvisor stand schon drin, dass es hier sehr laut und eher einfach sei. Auf der Straße würde man Drogies und Bettler finden. Aber das sollte uns nicht stören. Schließlich haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen genügend Simplizität und Armut gesehen. Das einzige Problem war nur, dass ein klimaanlagenkühlbares Zimmer hier 30 Euro pro Nacht kosten soll. Man kann auch in einen Dorm gehen, aber das wollten wir nicht.

Handtücher kann man hier gegen Pfand ausleihen. Soetwas sehen wir hier zum ersten Mal. WiFi gibt es im Restaurant und im direkt daneben gelegenen Café. Leider nicht auf den Zimmern.

In unserem Zimmer gibt es zwar eine Klimaanlage, nicht jedoch eine Fernbedienung, so dass man ständig aufstehen muss, um die Temperatur zu verändern. Die Mückenschutzgitter vor dem Fenster sind leider nur lieb gemeint, nicht aber von Nutzen, da sie sich an allen Stellen aus der Verankerung lösen.
Die motorisch lärmende Geräuschkulisse lädt zum abendlichen und nächtlichen Entspannen ein. Auf der Straße rauschen die Autos, ähnlich wie das Wasser am Meer und nebenan hämmern und bohren die Bauarbeiter. Insgesamt fühlt man sich hier wie im Dschungel. Im Großstadtdchungel. Muss man mögen. Wir mögen es nicht.

Es gibt eine wunderbare Kaltwasserdusche unter der man sich erfrischen kann. Warmes Wasser bekommt man nur, wenn man lange genug wartet.

Das Frühstück ist nicht inklusive, aber sehr lecker. Seit langer Zeit gibt es mal wieder frisches Obst und Gemüse für uns. Und frisch gebrühten Kaffee. Der lässt meinen Blutdruck schon beim Anblick auf 150/90 steigen. Nach dem Trinken muss ich mich erstmal ausruhen. Ich bin wohl das Koffein nicht mehr gewohnt. Man findet hier neben selbstgemachtem Weizenbrot auch noch Weizenkekse.

Fazit: Das Essen ist einfach und lecker. Westler orientiert, zu moderaten Preisen. Das Zimmer bekommt von mir eine 5. Da kann man sich nicht wohlfühlen und ist leider mit 1500 Pesos viel zu überteuert. Insgesamt hat uns die eine Nacht inklusive Abendessen und Frühstück 2600 Pesos gekostet.
Es bleibt nur bei dieser einen Nacht. Wir ziehen um.

19.07.: Die letzten Tage

Die letzten Tage hängen uns ganz schön in den Knochen. Sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen.

Seit fast 2 Wochen sind wir an jedem Ort nur eine Nacht geblieben. Maximal 2 Nächte, aber dann mit viel Aktivität. Das schlaucht ganz schön.
Jeden Tag Hitze.
Jeden Tag Sachen packen.
Jeden Tag neu orientieren.
Jeden Tag sehr lange eng gedrängt in Jeepneys, Tryciceln oder Bussen sitzen.
Jeden Tag sind wir mehrere Stunden gereist. Meistens mit sehr lauten und lärmenden Gefährten. Gemeint sind hier Transportmittel.
Warum machen wir das?, könnte man sich fragen. Wir könnten ja auch fliegen. Einsteigen und ZACK! Angekommen. Aber nein. Anne und Jonas begeben sich trotzdem auf die Abenteuertour, von der uns doch so oft abgeraten wurde.

Ja, warum?
Ehrlich gesagt hat das irgendwie Spaß gemacht. Wir haben so unglaublich viele tolle Menschen getroffen. Haben das Land der Filippinos und Filippinas auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie es wahrscheinlich noch keiner vor uns gesehen hat und auch keiner nach uns sehen wird.
Jetzt im Moment sind wir zwar völlig im Eimer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Nachhinein wunderbare Geschichten werden erzählen können. Momentan kann ich nicht eine einzige Geschichten in Worte fassen, weil jede für sich wahrscheinlich mehrere Seiten füllen würde. Anne und ich haben uns darauf verständigt, nur die Tage ein wenig zu beschreiben und uns später den Details anzunehmen.

Nur so viel:
Wir haben geschummelt und wurden beschummelt.
Wir waren aufrichtig und Menschen waren aufrichtig mit uns.
Wir haben geholfen und uns wurde geholfen.
Wir haben gelacht und es wurde mit uns gelacht.
Wir haben gekocht und wir wurden bekocht.
Wir haben über Leute gelacht und die Leute haben über uns gelacht.

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Das waren die vergangenen Tage; die zukünftigen sitzen uns genauso in den Knochen.
Es soll nach Hause gehen. Der letzte Teil der Reise hat begonnen. In 8 Tagen geht der Flieger von Bangkok zurück nach Hamburg. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, sind 8 Tage mehr als eine Woche. Das ist so viel, als würde man selber noch mal ´ne ganze Woche Urlaub machen. Aber wir haben uns bewusst die Zeit genommen, um noch mal zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren. Wir haben keine großen Pläne mehr, keine Tourismusziele, kein Sightseeing. Weder hier in Manila, noch in Bangkok.

Und gerade dieses Entspannen, Runterkommen, Reflektieren fordert doch ´ne ganze Menge Kraft. Es schwirren uns neue und alte Ideen durch den Kopf. Wir haben viele Ideen und Eindrücke bekommen. Ich bin mal wieder sehr froh, dass wir diesen Blog schreiben. So können wir uns zumindest den Weg für später bewahren oder noch mal gucken, was wir wo alles erlebt haben.

Wenn wir tatsächlich irgendwann wieder zurück im deutschen Alltagsleben sind, graut es mir schon vor dieser dieser Arbeits- und Geldverdienereiverpflichtung. Aber was soll man machen. Man kann ja schließlich nicht die ganze Zeit durch die Gegend reisen. So schön das auch ist.

17.07. – 18.07.: Fahrt nach Manila

Am Nachmittag hat Christopher uns an Joan übergeben. Wir hatten bei ihm nämlich für 2 Nächte angefragt, er konnte uns jedoch nur für eine Nacht hosten und hat uns an seine Bekannte, Joan, vermittelt.

Die „geheime Übergabe“ hat in der Mall von Batangas stattgefunden. Nach Kaffee und Kuchen und einem kurzen Sight-seeing-Kirchenbesuch sind wir mit verschiedenen Jeeps zu Joan gefahren. Vorbei der Luxus des eigenen Autos bei Christopher.

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Joan war wirklich sehr nett. Es gab abends ein riesen Buffett mit allem möglichen Krimskrams, der genau auf die Bedürfnisse eines Durch-die-Philippinen-Reisenden zugeschnitten war (das heißt vor allem: eine riesige Schale Salat und Rotwein!).
Noch am Abend rückte Joan mit der Überraschung raus: Sie hatte sich einen Tag frei genommen, um mit uns nach Taal und zum Vulkan zu fahren. Sie hat die Strecke schön öfters mit Couchsurfern oder Freunden gemacht und wollte sie uns nun auch zeigen. Echt toll. Leider mussten wir diesen Plan am nächsten Morgen wieder schmeißen, weil Anne eine ziemliche Erkältung ausgebrütet hat und ich mich ehrlich gesagt auch nach etwas Ruhe gesehnt habe.

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Am Montagmorgen sind wir dann alle zusammen aufgebrochen, wieder mit 3 Jeeps zum Busbahnhof und von dort nach Manila weiter. Joan konnte dann doch noch relativ rechtzeitig ins Büro und hat dort einen halben Tag gearbeitet.  Wir sind weiter zum günstigsten Hotel, welches wir im Vorfeld ausfindig machen konnten.

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Heute ist Montag. Montag ist Tanzen. Immer. Heute nicht. Wir sind zu kaputt. Aber bald!
Und der Plan steht: Wir kommen wieder nach Batangas und werden dort auf dem Vulkan tanzen.

17.07. Auf Frangipanijagd

Dirk, ein wirklich netter deutscher Mann mit einer philippinischen Frau, den wir im Pool von Mambukal getroffen haben, hat uns verraten, dass diese Frangipani-Bäume super einfach zu pflanzen sind. Man müsste dafür nur ein Stückchen vom Ast in den Boden stecken und dann wächst daraus ein neuer Baum. Ganz ähnlich wie die Haselnuss. Nur dass es kein Haselnussbaum ist, sondern eben ein Frangipanibaum.

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Anne findet, dass die Blüten des Baumes ganz besonders schön duften, mir hingegen kribbelt es jedes mal ein wenig in der Nase. Je röter die Blüten sind, desto weniger  betörend ist der Geruch. Deswegen wollen wir rosafarbene oder rote Blüten finden.

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Genau das haben wir am Frühstückstisch Christopher und seiner Mutter erzählt. Nach einigen Missverständnissen, bei denen wir herausgefunden haben, dass die lateinischen namen Plumeria und das philippinische Dialektwort von Hibiskus sehr ähnlich klingen und dass der philippinische Name für Frangipani Kalachuchi ist, haben wir uns zu viert auf die Pirsch gemacht. Christopher ist gefahren, ich durfte auf den Beifahrersitz und Anne und die Mutter saßen hinten. Ungefähr 20m vom Haus entfernt mussten wir bei den Nachbarn anhalten, weil die Mutter uns ihre beste (und wie sie sagte auch einzige) Freundin vorstellen wollte. Unter großem Gejohle hat sie die Frau gleich mit ins Auto geschoben und einfach eingepackt. Also war unsere Jägergruppe jetzt perfekt.

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Zusammen sind wir durch die Gegend gefahren, sind ausgestiegen und haben die Leute gefragt, wo wir ein besonders schönes Bäumchen finden könnten. Die Leute am Straßenrand haben uns ungläubig angestarrt und abwechselnd in verschiedene Richtungen gezeigt; oder sie sind gleich selber mitgekommen und haben uns nebenbei ihre Familie vorgestellt. Insgesamt sind wir in zwei Wohnzimmern und mindestens drei Gärten gelandet.

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Eine Baumzucht, die wir auf einem Markt in Thailand gefunden haben

Viele Bäume haben wir nicht gefunden. Nur zwei. Und von denen haben wir uns einen Ast gemopst und werden jetzt versuchen, den in Deutschland zum wachsen zu bringen. Wir sind selber ganz gespannt. Wenn unser Experiment gelingt, könnt ihr hier Baumwünsche anmelden.

16.07. Schifffahrt nach Batangas

Als wir dann um 15.45 Uhr endlich abfuhren, hatten wir einfach nur das Bedürfnis, uns ein wenig auszuruhen. Die letzten 4 Stunden in dem lauten, dröhnenden Wartezimmer des Terminals, wo ständig der Fernseher plärrte, waren dann doch etwas zu viel gewesen. Anne war ziemlich erkältet und wir konnten nicht mehr. Es war heiß, wir schwitzten und freuten uns auf den Fahrtwind auf dem Schiff. Also machten wir uns auf zu unserer Kabine, die wir vermeintlich gebucht hatten.

Anne: „Was meinst du? Mit wie vielen Menschen schlafen wir in einem Raum?“
Jonas: „100?!“ (Mehr geraten als gewusst. Ein bisschen gespannt auf Annes Reaktion)
Anne: „Nein, du verarschst mich doch!“
Jonas: „Naja, wir haben die Touristenklasse. Die billigste, die möglich war!“
Anne: „Nein, das glaube ich nicht!“

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Wir hatten beide Unrecht. Ich hatte gepokert. Gehofft hatte ich auf 6 Betten auf engstem Raum. Es waren tatsächlich mehr als 400 (!). Fenster gab es keine. Allerdings auch keine Wände. So hatten zumindest alle frische Luft. Nur war der Blick nach außen teilweise durch Plastikplanen begrenzt, aber nunja.

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Gegen Pfand gab es Bettlaken und Kopfkissen mit Bezug. Frisch gewaschen, sehr schön. Als Unterlage leider Gummimatten, auf denen man sich fühlte wie in einer Gratissauna.

Essen gab es auch umsonst dazu. Zwar mal wieder Reis mit Fleischbällchen und frittiertem Zeug, aber immerhin. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, der Service hier. An Deck gab es eine Bar, an der man sich für etwas mehr Geld Bier kaufen konnte. Den Sonnenuntergang gab’s dafür gratis dazu. Und Karaokegequietsche, DJ und Tanzgirls auch.

Immerhin: im Schlafsaal war es erstaunlich ruhig. Wenn man sich einen Platz weit weg vom Fernseher gesucht hatte, konnte man auch ein bisschen schlafen. Und das taten wir auch ganz bald. Gutenachtkuss. Augen zu.

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Als wir dann endlich weit nach Mitternacht am Hafen ankamen, hat uns tatsächlich direkt am Pier unser Couchsurfer Christopher mit seiner Mutter erwartet. Es folgte einer Autofahrt durch das dunkle Batangas. Laut Christophs Mutter hat der neue Präsident nach 22 Uhr eine Ausgangssperre für Jugendliche verordnet. Seitdem seien die Straßen nachts fast leer, was sie sehr begrüßt.

Um 2.00 nachts kamen wir endlich in unserem Zuhause für diese Nacht an. Kein Problem, möchte man meinen, aber unser Biorhythmus hat sich inzwischen derart umgestellt, dass wir pünktlich um 21.00 müde werden und um 22.00 ins Bett gehen. Ich wache meistens zwischen 5.30 und 6.30 auf. Anne um 7.00. Einfach so, ohne dass jemand einen Wecker gestellt hätte. Von daher war 2.00 mitten in der Nacht für uns schon eine heftige Herausforderung. Und dann gab es auch noch Abendessen, bzw. eher ein Nachtmahl. Christoph hatte sich nämlich schon vor unserer Ankunft nach unseren Essenswünschen erkundigt. Das Essen war gekocht, die Gäste waren endlich da, also musste ja auch gegessen werden. Und so saßen wir 2.00 nachts mit halb geschlossenen Augen am Küchentisch und aßen brav unsere Nudelsuppe, bevor wir endlich in unser sauberes, weiches Bett fallen konnten.

10.07.: Kuss mit dem Leopardenfisch

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Estancia, eine kleine Fischerstadt im Nordosten der Insel Panay. Von hier hüpft man mit kleinen Outriggerbooten auf die Islas Gigantes. Unser Boot fährt erst in drei Stunden – genug Zeit, um in die Szenerie am Hafen einzutauchen.

Es riecht nach Fisch, viiiel Fisch. Bergeweise wird er auf den Boden gekippt, kiloweise wird Eis rangekarrt, in Isolierkisten gepackt und der Fisch eiskalt verfrachtet. Wir stapfen durch stinkiges Wasser und Fischblut. Marktgeschrei, der beste Fang des Tages wird angepriesen: nicht etwa ein besonders großer Thunfisch, nein, es wird exotischer: drei Riesenrochen liegen zerschrammt am Boden, daneben kleine Haie.

 

Um Artenschutz kümmert sich hier bestimmt niemand. Dazwischen schillern kleinere Fische in Silber mit gelbem und blauem Schimmer in Metallschalen.

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Ein paar werden uns angeboten, aber mich interessieren sie nur als Fotomotiv. Das weckt die Neugier der Einheimischen. Ein Mann posiert mit einem äußerst feschen Fisch im Leopardenlook. Seine Kumpels halten ihm noch zwei, drei andere Fische neben das Gesicht, um das Bild zu perfektionieren. Der Leopardenfisch macht einen Kussmund. Sieht fast so aus, als hätte er Lippenstift aufgetragen. Perfekt, das war ein schöner Schnappschuss.

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Wir schieben uns zwischen Tricycles, Pedicabs und Lieferwagen am Kai entlang. Jonas spielt Gitarre und die Leute gucken überrascht. Vor einer kleinen Bretterbude bleiben wir stehen. Erstens geht der Weg hier nicht weiter und zweitens freuen sich die Leute, die hier auf ihr Boot warten, über die Musik. Der Mann, der am Thresen steht und Fischbällchen verkauft, winkt uns mit einer Hand voller unterschiedlich lackierter Fingernägel zu. Ein Ladyboy fängt an, laut zu singen. Die Melodie ist irgendeine und klingt ziemlich unharmonisch, aber er/sie sitzt ganz aufrecht da in einem bis zum Kragen zugeknöpften, schwarzen Spitzenhemd und singt voller Hingabe. Immer weiter, ein Lied nach dem nächsten, er/sie hört gar nicht mehr auf. Währenddessen schaukeln die wartenden Tanten mit den Beinen, fächern sich die heiße Luft um die Ohren und sehen ab und zu zu uns herüber. Manche freuen sich, dass wir uns freuen, manche schämen sich für den Ladyboy und denken wahrscheinlich, er würde sie gleich mit blamieren, weil er/sie so unverdrossen ein Lied nach dem anderen schmettert. Aber für die meisten ist es ganz normal. Sie schauen ihn/sie kaum an und hängen ihren Gedanken nach. Einem Mann auf dem wartenden Boot wird es zu bunt; er stört den Gesang, indem er immer wieder laut klatscht und johlt, aber der Sänger lässt sich davon nicht beeindrucken. Alle anderen lächeln – über den Sänger und über den Störenfried, und als sie sehen, dass wir auch lächeln, ist alles gut. Was für eine skurrile und doch normale und friedliche Atmosphäre.

Wir ziehen weiter. Es ist heiß und wir setzen uns auf die Holzbänke vor den Verkaufshöhlen (Stände kann man das nicht nennen). Jonas spielt Gitarre und singt und ich fange die Szenerie als Zeichnung ein. Schnell haben wir einen Fanclub um uns. Ca. zehn Männer hinter Jonas und ca. 10 Frauen hinter mir. Sie schaukeln mit und lachen, was das Zeug hält. Eine Verrückte kommt an unseren Tisch und drängt sich neben mich auf die Bank. Sie redet und grinst uns mit ihrem halb zahnlosen Mund an. Wir lächeln müde zurück. Eigentlich will ich zeichnen, aber sie versperrt mir die Sicht auf den Hafen. Dann wird es ihr zu langweilig; sie zieht weiter und wir auch. Unser kleines türkisfarbenes Boot wartet auf uns – und wir auf die Isla Gigantes, von der wir so viel gehört haben.

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