02.07.: Ab nach Oslob zu den Walhaien

Nach 3 Nächten sind wir dann wieder aufgebrochen. Es sollte zu den WaHlhaien nach Oslob gehen. Die Überfahrt lud dazu ein, die Gedanken schweifen zu lassen. Schließlich wussten wir inzwischen, was eine derartige Streckenbewältigung an Zeit bedeutet. Also sind wir mit einem Tricycle vom JJs in San Juan zum Hafen Siquijor, mit dem Schiff nach Dumaguete, mit dem Tricycle nach Sibulan, mit dem Schiff nach Liloan und mit dem Bus nach Oslob gefahren.

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Was ist so faszinierend am Meer? Das Meer als gesamte Weite? Oder mehr die Wellen, die unaufhörlich rauschen? Ein vermeintlicher Rhythmus, der überhaupt nicht rhythmisch ist. Jede einzelne Welle an sich ist überhaupt nicht klar abgegrenzt und kommt und geht, ohne, dass man sie aufhalten könnte. Jede Welle ist einzigartig, individuell. Dabei hört man doch, während man auf das Wasser guckt, dieses monotone Rauschen, was überhaupt nicht monoton ist, da sich ständig eine Extrawelle dazwischen schiebt oder manche mal lauter oder mal leiser sind.

Da stehe ich nun also rum. Dort an der Reling auf dem Schiff und strahle mit der Sonne um die Wette, schaue aufs Meer und versuche etwas zu fixieren. Aber was?
Versuche ich den Horizont zu fixieren?
Man solle den  Horizont erweitern heißt es. Erweitern? Diese klare Linie dort hinten? Ohne Anfang und Ende? Soll man den breiter machen?
Oder soll man, wie laut Lindenberg, mal hinter den Horizont gucken? Dahinter?
Wenn man den Horizont betrachtet, guckt man doch eigentlich über die Welt hinweg.
Horizont bleibt Horizont, der ist immer weit weg. Immer unerreichbar. Nie der gleiche und doch immer derselbe.

Versuche ich auf die Wellen zu gucken? Auf welche denn? Es gibt hunderte und jede einzelne ist für sich wunderschön.

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Oder versuche ich, einen Gedanken zu fixieren? Aber auf welchen soll man sich konzentrieren, auch hier gibt es wellengleich hunderte, die alle wunderschön sind. Manchmal durchbrechen fliegende Fische den Gedankenstrom, während sie fliegend vor unserem Schiff über die Wellen fliehen. Vielleicht muss man diese Gedanken ebenfalls als großes Ganzes begreifen, die sich irgendwann zu einem kompletten Meer ergeben, in dem ich aufgehen kann. Angenommen, ein Gedanke ist eine Welle. Eine Welle, die nicht scharf abgegrenzt werden kann, weil sie sich ständig bewegt, verändert, sich mit anderen Wellen vermischt, sich bricht und doch irgendwann am Strand ankommt und sich wieder zurückzieht. Vielleicht ist es ja unmöglich, diesen einen Gedanken zu fassen und zu bewahren. Am ehesten kann man ihm eine Weile zuschauen, wie er sich verändert, sich dann aber doch am Strand bricht und verendet, um einem neuen Gedanken Platz zu machen. Eine Welle/ein Gedanke, die/der aus vielen, vielen einzelnen Wassertropfen/Erinnerungsstücken besteht und doch erst zusammen mit allen anderen Wellen/Gedanken ein großes Ganzes ergibt.
Welle ist nicht gleich Welle und trotzdem so gleich.

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