Nasser Sommer, kühler Sommer

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„Auf den Philippinen gibt es zwei Jahreszeiten. Aber es ist das ganze Jahr über Sommer!“ – Wie? „Ja, es gibt den trockenen Sommer und den nassen Sommer. Gerade ist nasser Sommer.“ Aha. Damit hat Angelyn die Jahreszeiten auf den Punkt gebracht.
Es ist also „nasser Sommer“. Und neben vielen nervigen Mücken heißt das auch, dass es deutlich abkühlt. Aber was heißt das schon, deutlich abkühlt, wenn doch immer noch Sommer ist. Nur wer einen Monat lang in der Backofenluft von Myanmar geschmort ist, kann vielleicht verstehen, wie angenehm kühl es hier gerade ist. Es ist 8:47 und 32°C – das lässt sich aushalten.
Wir mieten schon seit einigen Wochen fast nur noch Zimmer mit Ventilator; Klimaanlage ist fast immer überflüssig. Manchmal kommen wir sogar in den Genuss, den Ventilator nachts ausschalten zu können, weil ein leichter Wind weht. Was für ein Luxus, ohne Rumgepuste, trockene Augen und vor allem ohne den Krach vom Ventilator einzuschlafen und aufzuwachen!

Gestern bei Angelyn kamen zwar abends scharenweise die Mücken – und leider machte ihnen mein Autan nicht viel aus. Dafür war es aber wirklich kühl. Man könnte fast sagen, frisch. Gegen Mitternacht erwog ich es doch tatsächlich, mir eine kleine Strickjacke drüberzuziehen. Vorher jedoch noch ein Blick aufs Thermometer. Strickjacke, auf den Philippinen, im nassen Sommer? Ich schaute auf das Thermometer im Wohnzimmer. Etwas kleine Zahlen hier, was ist das denn….? Zwanzig, dreißig…. Moment mal – dreißig? Einunddreißig…. Wie bitte? Hier sollen einundDREIßig Grad sein? „Angelyn, geht dein Thermometer hier richtig?“ – „Ja, klar.“ – „Aber es zeigt einunddreißig Grad an! DREIßig! Das kann doch nicht sein, es ist doch total kühl heute!?“ – Tja, kann doch, es ist ja immer noch Sommer, wenn auch die nasse Variante.

Für unsere Rückkehr lässt mich das Schlimmes erahnen. Wenn ich schon bei einunddreißig Grad an eine Strickjacke denke, wie soll ich mich denn dann im deutschen Sommer anziehen? Wobei der Sommer in Hamburg ja nicht mal das Wort verdient hat… Erinnerungen an einen Monat in Kapuzenpulli und Schal nach meiner Rückkehr aus Vietnam kommen wieder hoch. Damals war es Juni gewesen. Und ein richtiger Sommer. Nunja, eben ein deutscher.

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