21.07.: Ein Tag auf der Terrasse im Wanderer‘s Guesthouse

Irgendwie sind wir während unser gesamten Tour immer an diesen Traveller- oder Backpackerabsteigen vorbei gekommen. Also wir sind nicht vorbeigekommen im Sinne von: Wir waren drin, sondern, wir waren nicht drin. Es ist sozusagen an uns vorbei gegangen. Und wir sind auch sehr froh drum.

Wir haben uns die Zeit in Manila eingeplant, um noch vor unserer Rückreise wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Zu entspannen. Am Blog zu arbeiten. Vergangenes und Erlebtes noch einmal gemeinsam zu verarbeiten.

Es ist ein Backpackerhotel, wie es im Buche steht. Viele Mehrbettschlafzimmer, einige Doppelbetträume, die so breit sind wie das Doppelbett und sich jeweils mit 8 anderen Räumen eine Gemeinschaftsdusche/-toilette teilen. Unser Zimmer ist recht klein, aber wenigstens muss sich der eine nicht aufs Bett stellen, wenn sich der andere umziehen will, weil es zu eng ist.

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WiFi gibt es nur im Aufenthaltsraum, bzw. auf der Dachterrasse, was gut und schlecht gleichzeitig ist. In der heutigen Gesellschaft ist es scheinbar unvorstellbar geworden, dass wir uns ohne Handtelefoniergerät oder internetfähiges Medium bewegen. So zentrieren sich die Menschenmassen hier um die Steckdosen. Das Gute an dieser WiFi-Einschränkung ist, dass alle Traveller sich oben auf der Terrasse aufhalten. Das Schlechte ist, dass nur die wenigsten sich analog unterhalten. Die meisten, wie wir heute auch, nutzen den Wahnsinn der Moderne und kommunizieren mit Menschen, die weiter weg sind als 5 Meter.

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Also sitzen wir den ganzen Tag auf der Terrasse und schreiben, bearbeiten Fotos und genießen die Szenerie mit den Leuten.

Es ist zwar noch relativ früh am Morgen. Diejenigen, die gestern gefeiert und getrunken haben, sind natürlich noch nicht aus den Kojen, dafür anderes relativ amüsantes Volk.

Ich habe mir den Spaß gemacht und die Leute um ein Bild von deren Frühstückstisch gebeten.

 

Darf ich vorstellen:

Er Engländer. Mitte 50. Lektüre.

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Er Amerikaner. Um die 60. Guckt, seit wir angekommen sind, auf den Fernseher in der Wohnzimmeratmosphäre.

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Er Koreaner. Mitte 20. Typischer Potthaarschnitt. Laptop + Smartphone + Tablet. Kein Frühstück.

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Er Franzose. Sie Vietnamesin. Mitte 20 bis 30. Typische Backpacker. Gebräunt. Bärtig. Zerzauste Haare. Freundschaftsbänder, Ketten, Ohrringe, Tattos. T-Shirts mit Landesaufdruck von irgendwo.

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Sie Engländerin. Ende 70. Betreibt mit jedem Smalltalk. Langes Tunikakleid. Sieht aus, als käme sie direkt aus Afrika. Scheinbar reiseerprobt.

Während wir so rumsitzen und arbeiten, kommen nach und noch noch mehr Menschen aus den Betten gekrochen.

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Er Engländer. Mitte 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Auch ohne Alkohol eine latent lallende Stimme. Gegelte Haare.
Sie Thailänderin. Anfang 20. Schlank. Gutaussehend. Guckt unbeteiligt auf ihr Smartphone.
Wahrscheinlich ein Paar.

Er Engländer. Anfang 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Beschimpft seine Begleitung die ganze Zeit lauthals öffentlich. Trägt eine Brille ohne Gläser. Hat sich heute morgen ein Tattoo stechen lassen.
Sie Thailänderin. Anfang 40. Etwas rundlich. Versucht, sich von der Schimpferei nichts anmerken zu lassen.
Möglicherweise kein Paar (mehr).

Er Koreaner. Ende 20. Trägt seinen Laptop auf die Terrasse und verschanzt sich sofort dahinter.
Sie Koreanerin. Ende 20. Kommt 5 Minuten später, setzt sich ihm wortlos gegenüber und versteckt sich ebenfalls hinter dem Laptop.
Eventuell (bald) (k)ein Paar.

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