Couchsurfen

Unser neues Hobby ist Couchsurfen.mm

Das ist einfach und bringt uns das fremde Land näher, als es jede andere Reiseart tun würde. Ein bisschen Recherche, Kontaktaufnahme und Glück, einen Host zu finden, gehört dazu.

Vor allem in Asien freuen sich die Leute  oftmals, wenn Ausländer ihnen Gastanfragen schicken und beantworten diese schneller und häufiger mit ja als die Anfragen von Einheimischen.

Nach den ersten Schritten kommt dann der große Moment des ersten blind Dates – der Kick des Couchsurfens.

Wer ist unser Gastgeber eigentlich?
Sieht er so aus wie auf dem Profilfoto, werden wir ihn erkennen?
Werden wir uns verstehen?
Wird es gleich eine Connection geben?
Und wo wohnt er?
Wie?
Mit wem?

Die Antworten können dabei so unterschiedlich ausfallen wie es verschiedene Menschen gibt, und das ist das Spannende am Couchsurfen, wonach man richtig süchtig werden kann. Und gerade stecken wir mitten drin im Couchsurffieber. In den verschiedensten Unterkünften haben wir schon übernachtet – von einfachster Bude bis Luxusvilla mit einem Zimmer und Bad nur für uns. Manchmal bieten die Gastgeber nur die Couch an; andere nehmen sich extra frei, um uns die Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt zu zeigen und uns alle Spezialitäten probieren zu lassen. Mit manchen verbringt man nicht viel mehr Zeit als bei der Coucheinweisung; mit anderen verbringt man ganze Stunden am Stück mit ihnen und ihrer Familie. Wie es in jedem einzelnen Fall wird, kann man nie wissen. Es bleibt jedes Mal spannend, und das macht einfach riesigen Spaß.

Inzwischen haben wir bei unzähligen Leuten übernachtet, ihre Freunde, ihre Verwandten kennen gelernt, mit ihnen gekocht, gegessen, bis in die Nacht geredet, Musik gemacht, ihre Stadt erkundet und durch jeden ein Stückchen mehr der großen, weiten Welt erfahren.

Zu vielen Gastgebern unserer Asienreise haben wir bis heute Kontakt. Irgendwann entstand die Idee, ihre Tipps nicht nur für uns zu nutzen, sondern auch anderen mitzuteilen. Also haben wir  unsere Hosts im Nachhinein gefragt, ob sie uns ein paar Insidertipps geben wollen, die wir gerne hier auf dem Blog allen zugänglich machen.

 


Darüber hinaus freuen wir uns auch immer sehr gerne, wenn wir irgendwohin eingeladen werden. Unsere Couchsurfing-Profile findet ihr hier:

Anne

 

Jonas

 

Wenn wir dann irgendwann wieder sesshaft geworden sind, wollen wir auf jeden Fall auch ein Zimmer so einrichten, dass wir hosten können. Und dann wird gefeiert, dass die Wände wackeln!

 

(MY) Tipps von Ye

 

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Ye war unser zweiter Couchsurfer in Myanmar. Wir haben uns zweimal in Mandalay getroffen – und ein drittes Mal in Bangkok. Der Zufall wollte es, dass er kurz vor unserem Rückflug nach Deutschland auch gerade dort war. Somit schloss sich der Kreis.
Wir haben die Chance genutzt, Ye im Lumpini-Park unsere sechs Fragen zu stellen.

Hier kommen seine Tipps für Myanmar:

 

1. Ye, was ist deine Lieblingsmusik?

Shwe Man Taung Yeik Kho von Ringo. Diese Musik kommt aus dem Film Tha Gyan Moe.

Man singt dieses Lied immer zum Wasserfest. Man kann  dieses Lied auch Wasserfestlied nennen.

 

2. Was ist dein Lieblingsbuch?

Ich glaube, ich habe kein Lieblingsbuch. Naja, vielleicht mein Deutschlehrbuch. Haha. Man muss dazu sagen, dass ich Deutschlehrer am Goethe Insitut bin 🙂
3. Und was ist dein Lieblingsfilm aus Myanmar?

Tha Gyan Moe.

 

4. Welches burmesische Essen magst du am liebsten?

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Mont-hin-ngar ist mein Lieblingsessen.

Hier gibt es das Rezept: http://www.wutyeefoodhouse.com/en/?p=9

 

5. Mit welchem burmesischen Satz kann man Leute beeindrucken?

(Nga mee you) longyi tschaide. Es heißt: Ich mag dein Burmesisch. Vielleicht stimmt es gar nicht, aber davon sind die Burmesen auf jeden Fall beeindruckt.

 

6. Was würdest du sagen, warum sollten Menschen nach Myanmar kommen?

Natürlich ist Deutschland anders als Myanmar, vieles ist in Deutschland auf hohem Entwicklungsstand, z.B. das Gesundheitssystem oder das Bildungssystem. Aber ich glaube nicht, dass die Menschen glücklicher sind. Sicher begegnet man in meinem Land mehr freundlichen und zufriedenen Menschen als Deutschland. Glück kann man sich mit Wohlstand nicht kaufen.

 

Unsere Vorbereitung auf den Tanz durch Asien 2016

Recherche über die Länder

Wo fahren wir dort eigentlich hin? Was erwartet uns dort? Was genau passiert dort jetzt eigentlich? Was muss man gesehen haben?
https://tippsvondenlocals.wordpress.com/

 

Zwischenmiete

Wir haben uns eine Zwischenmiete für unser Zimmer organisiert, damit wir mehr Geld für die Reise zur Verfügung haben.

 

Unterlagen

Alle wichtigen Unterlagen haben wir jeweils bei unseren Schwestern untergestellt. Sie haben die inklusive einer Vollmacht zur Vertretung so lange aufbewahrt, wie wir unterwegs waren. Somit wären wir jederzeit an wichtige Dokumente gekommen, falls wir sie unterwegs gebraucht hätten. Zusätzlich haben wir eine Kopie bzw. einen Scan von den wichtigsten Dokumenten in unsere Dropbox (s.u.) geladen, um sofort online darauf zugreifen zu können.

Unsere Vorlage der Vollmacht sah so aus: https://tanzdurchasien.wordpress.com/2016/09/05/vollmacht-zur-vertretung/

 

Dropbox

Wir haben einen Dropboxordner erstellt, in den jeweils die Eltern und Geschwister Einsicht hatten. In der Box haben wir folgendes hinterlegt:

  • Fotos von Reisepass, Ausweis und Impfpass
  • elektronische Flugtickets
  • eine Liste von Botschaften, Krankenhäusern, Sicherheitsnummern (Polizei, Kartensperrnummer usw.)
  • Telefonnummern von uns und von jeweils den Elternpaaren und den Geschwistern, sodass sich im Notfall alle gegenseitig informieren können

 

Postumleitung

Da Anne noch wichtige Post erwartete, haben wir eine Umleitung geschaltet. Kostet ein paar Euro, aber dafür hat man dann die Post bei der Person, die sich vertretungsweise darum kümmert.

 

Reisepass

Anne hat ihren Reisepass verlängert, weil er in absehbarer Zeit auslaufen würde. Bei der allgemeinen Abhakliste gilt zu beachten: Es sollten mindesten 6 freie Seiten sein, wenn man länger reisen geht.

 

Passbilder

Jonas hatte noch ein paar alte, aber Anne hat sich neue Passbilder machen lassen. Für den Fall, dass man welche bei Landeseintritten benötigt, ist es immer gut, mindestens zwei Passbilder parat zu haben. Eine herrliche Gelegenheit, einmal die günstigen Fotoautomaten am Bahnhof auszuprobieren.

 

Visa-Karte

In Deutschland reicht meistens eine normale EC-Karte/ Maestro-Karte. In SOA benötigt man eine Visakarte. Anne hatte schon eine Visa-Karte. Jonas hat sich bei der DKB ein Konto eingerichtet. Das ging schnell und unkompliziert. Damit kann man sehr vielen ATMs/Bankautomaten auf der ganzen Welt umsonst Geld abheben.

 

Auslandskrankenversicherung

Jonas hat dafür bei google Auslanskrankenversicherung und Vergleich eingegeben. Am besten mal schauen, wo es eine günstige gibt. Wie gut eine Versicherung ist, wird man eh erst im Fall der Fälle erfahren. Also am besten die Kommentare anderer Versicherter lesen und vergleichen.

 

Impfungen

Wir haben uns mit unserem Hausarzt abgesprochen, welche Impfungen wann und wie Sinn machen. Wir haben unser Reisevorhaben und die Reiseroute beschrieben und daraufhin hat er uns einen Vorschlag der Impfungen gemacht. Als neutrale Informationsquelle kann man das Robert-Koch-Institut hinzuziehen.

 

Routenplanung

Wir haben uns mehrfach und lange damit beschäftigt, wir wir nun eigentlich reisen wollten. Am Ende hatten wir die ganz grobe Route zusammen. Das hat uns, im Nachhinein betrachtet, sehr gut dabei geholfen, die Unterstrecken zu planen.
Das war unsere Route:
https://tanzdurchasien.wordpress.com/hinundweg/

 

Visum beantragen

Nachdem wir geklärt hatten, wohin wir reisen, haben wir uns darüber informiert, in welches Land man spontan einreisen kann (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Philippinen) und für welches Land man im Vorab ein Visum benötigt (Myanmar) und haben eben dieses beantragt.

Dabei muss man dringend die jeweilige Dauer von den Visa on arrival abchecken. Und manchmal benötigt man bei der Einreise einen Nachweis der termingerechten Ausreise, meistens in Form eines Rückflugtickets. Das kann einem einen Strich durch Rechnung machen, wenn man ganz spontan unterwegs sein will. Von anderen Reisenden haben wir aber gehört, dass sie oft kein Ausreiseticket hatten und trotzdem in das Land gelassen worden sind.

 

Flüge buchen

Wir haben die großen Flüge im Vorfeld gebucht (HH-BKK-HH; Yangon – HCMC). Da wir einen Laptop mitgenommen hatten, haben wir die kürzeren Flüge unterwegs gebucht. Einige Reisende haben alle Flüge ganz kurz vorher gebucht und behaupten, dass frühes Buchen einem nicht unbedingt billigere Tickets zusichert und dass man oft auch ganz kurz vorher echte Schnäppchen abfassen kann. Hier sollte man auf sein Sicherheits- bzw. Risikobedürfnis hören und sich auf sein Glück verlassen.

 

Erstes Hotel buchen

Für die erste Nacht nach dem Ankunftstag haben wir ein Hostel gebucht. Wir sind zwar ausgezogen, um das große Abenteuer zu erleben, aber das sollte nicht erst am ersten Tag beginnen. Verschlafen und kaputt vom Flug in einer fremden Stadt noch ein Hostel suchen zu müssen, ist vielleicht nicht das schönste Erlebnis. Unsere Empfehlung in Bangkok: SUK11.

 

Packen

(Mückenschutz, Mückennetz, Sonnenschutz…) Es muss an so vieles gedacht und noch einiges gekauft werden, sodass wir uns inklusive Planungsabend mehrere Tage Zeit gelassen haben, um die Einkaufsliste abzuhaken  und Dinge bei Freunden auszuleihen.
https://tanzdurchasien.wordpress.com/2016/08/17/packliste-fuer-suedostasien/

 

Mentale Vorbereitung und körperliches Training

Nichts ist wichtiger, als dass man sich auch mental und körperlich auf ein Land vorbereitet:

https://tanzdurchasien.wordpress.com/2016/08/13/vorbereitung-auf-die-asienreise/

Packliste für Südostasien

Natürlich haben wir uns wie verrückt auf diese Reise vorbereitet. Wir haben Ratgeber in analoger und elektronischer Form gewälzt. Wir haben 100 Leute gefragt. Wir haben am Ende aber vor allem unsere eigene Packliste gemacht.

Hier sind ein paar Dinge, die wir unbedingt gebraucht haben und einige Sachen, die wir unbedingt hätten zuhause lassen sollen.

Neben all dem üblichen Rucksackinterieur haben wir hier unsere Kuriositäten aufgelistet:

Von uns auf jeden Fall benötigt:

Mückennetz  – Überall, wenn man sich unsicher ob der Mückenplagerei fühlt, kann man mit 2 bis 3 Handgriffen das Netz im Raum befestigen. Zusätzlich sollte man an Sicherheitsnadeln und Schnur denken. Meistens finden sich jedoch genügend Befestigungspenökel im Raum.

Taucherbrille/Schnorchel – In vielen Resorts oder Hostels kann man sich so etwas ausleihen. Aber zum einen kostet das Geld und zum anderen haben wir solches Gerät oft bei Couchsurfern benutzen können, die am Strand gewohnt haben.

Universalstecker – hilfreich, wenn möglichst klein.

Longyi/Strandtuch – Tja, für einen Longyi müsste man jetzt nach Myanmar oder Sri Lanka reisen, aber ein Strandtuch ist zum kurztemporären Umwickeln und zum längertemporären Draufliegen ziemlich praktisch.

dünner Schal – Im Flugzeug, im Bus oder ganz selten auch mal abends wird es doch mal frisch, allerdings nur so kühl, dass ein Pullover oder eine Jacke übertrieben scheint. Ein dünner Schal ist da genau das Richtige. Man kann sich hieraus auch sehr gut einen Sonnenschutzturban wickeln. Desweiteren kann man sich mit einem dünnen Tuch die Schultern vor der Sonne schützen.

Enge Unterhosen – Herzlichen Gruß an die Männerwelt. Wenn man sich 24 Stunden in feuchtwarmem Klima bewegt, sind enge Unterhose auf jeden Fall den weiten Boxershorts vorzuziehen.

Feuchte Hygienetücher – Wenn man sich den ganzen Tag in einer staubigen und smoggigen Großstadt bewegt, kann es sehr angenehm sein, wenn man sich bei Café-Pausen den Schweiß und den Staub aus dem Gesicht wischen kann. Sicherlich kein supernotwendiges Accessoire, sondern vielmehr ein kleiner Luxusartikel, damit man in der Hitze noch ein wenig weiter durchhält.

Buchstabensuppe – der salzig wässrige Begleiter bei jedem Durchfall.

Gesundheitstees – Sei es, dass man sich einen Schnupfen eingefangen hat, dass man Bauchschmerzen hat oder dass man sich manchmal auf eine gustatorische Heimreise begeben möchte. Diese kleinen Beutelchen nehmen nicht viel Platz weg und helfen doch ungemein.

USB-auf-Mikro-USB-Stick – Unser kleiner Helfer hat das Übertragen und Speichern von handygemachten Fotos ermöglicht.

Mückenschutz – Wir hatten Nobite dabei. Hierbei sollte man allerdings darauf achten, dass von dem Spray nichts auf die Schleimhäute gelangt. Also am besten vor der Tür einsprühen.

Annes ultimative Klotasche – In vielen Orten in Südostasien gibt es kein Klopapier. Wer keine Lust hat, sich mit der Klodusche abzuspritzen, sollte daher für den Fall der Fälle immer ein Stück eigenes Klopapier bzw. feuchte Intimpflegetücher dabei haben. In einer kleinen handlichen Klotasche kann man je nach Bedarf Folgendes verstauen: Klopapier, Hygienetücher, ein Stückchen Seife (am besten in einer kleinen Dose), einen Tampon, eine Slipeinlage, Intimpflegetücher, feuchte Tücher fürs Gesicht, evtl. einen kleinen Kamm, evtl. ein Haargummi, eine Kopfschmerztablette usw.

 

Zum Couchsurfen:

Postkarten/Reisevisitenkarten – Wir haben manchmal einen kleinen Dankeschöngruß in der Wohnung versteckt. Dort haben wir zusätzlich unsere Blogadresse und/oder einen Facebookkontakt draufgeschrieben.

Spaghetti/Instanttomatensoße – Wenn man etwas mitbringen möchte, aber keine Zeit zum Einkaufen findet, kann man sich so etwas bereit halten und seine Gastgeber mit etwas Selbstgekochtem verwöhnen. Natürlich nur, wenn man noch Platz im Rucksack hat.

Seidenschlafsack – Nicht jeder Gastgeber kann ein frischbezogenes Bett anbieten. Ein eigener Schlafsack macht jeden Reisenden zum pflegeleichten, unkomplizierten Gast.

Freundschaftsbänder – oder Souvenirs von unterwegs sind nette Mitbringsel oder kleine Dankeschöns. Wir hatten immer einen Schwung davon in der Hosentasche und haben die jetzt auf der ganzen Welt verteilt.

 

Auf jeden Fall nicht:

Socken – Wir haben insgesamt 6 Paar Socken zuviel mitgenommen. Wir hatten nämlich insgesamt 9 Paar Socken mit. Ehrlich gesagt haben wir in 4 Monaten Asien überhaupt nie Socken getragen. Man braucht ein Paar Socken, um von der Haustür zum Flughafen zu kommen und dann erst wieder auf dem Rückweg.
Anne hatte noch ein Paar Wollsocken dabei, welche sich auf längeren, klimatisierten Fahrten bewährt haben.

Schuhe – Geschlossene Schuhe haben wir benötigt, um von der Haustür zum Flughafen zu kommen. Ansonsten nie. Falls man in den Dschungel geht, machen geschlossene Schuhe Sinn. In den Städten, am Strand oder sonst überall ist man mit Flipflops sehr gut beraten;
und die kann man sich sehr günstig an jeder Ecke kaufen.

Wandersandalen – haben wir überhaupt nie gebraucht. Alle Wege, auch die Wandertouren, sind weitestgehend Flipflop-fähig. Wenn man doch eine mehrtägige Dschungel-Trekkingtour plant, sind knöchelhohe Wanderschuhe mit A-Profil angebracht.

Reisezahnbürste – Diese zusammensteckbare oder zusammenklappbare Variation einer Zahnsäuberungsmaschine ist sehr teuer und spart letztendlich nur einen miniminimini Platz ein. Zahnbürsten gibt es überall in den Supermärkten zu kaufen.

Glänzender Schmuck – In vielen Ländern wird vor Straßendieben gewarnt, die einem die Glitzerdinger direkt aus den Ohren reißen. Ungeachtet dessen, ob sie damit verletzen oder nicht. Dezenter Schmuck oder gar keiner ist hier angebracht.

Schminkzeug – verwischt nur beim Schwitzen. Gerade beim Langzeitreisen macht wohl jeder irgendwann die Entdeckung, dass man sich seit 3 Wochen nicht mehr im Spiegel betrachtet hat. Schminken wird zur Nebensache.

Geschenkideen

Da zieht jemand los. Macht sich auf in die große, weite Welt.
Bewundernswert.
Erstaunlich.

Aber man kann diesen Jemand doch nicht einfach so ziehen lassen!
Man muss ihm/ihr doch etwas mitgeben! Nur was?
Jeder Reisende versucht ja natürlich, möglichst leichtes Gepäck mitzunehmen.
Wir haben hier mal unsere Hochlichter zusammengestellt.

Leider bekommen wir für die Werbung kein Geld, deswegen sind alle Webadressen als Beispiele anzusehen. Dafür haben wir die Bilder aber von den Seiten geklaut und sie hier zur allgemeinen Veranschaulichung ausgestellt.

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Karmapillen

 

Karmapillen

http://www.liebeskummerpillen.de/products/in-kleine
n-dosen-gutes-karma

Sollte es im Urlaub (zu zweit) mal brenzlig werden oder gibt es schwierige Situationen, die man meistern muss oder schon gemeistert hat, dann kann man sich eine dieser Pillen kognitiv“einwerfen“. Amüsanterweise verraten sie einem besser als jeder Glückskeks, wie es einem geht. Außerdem sind sie winzig klein und passen sogar (statt der Kopfschmerztablette oder so) in die Handtasche.

Abreißblock

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Den haben wir von Jonas Geschwistern mit auf den Weg bekommen.

Am besten ein Ringbuch in DIN A6, da kann man an der Seite den Stift befestigen und abgearbeitete Zettel abreißen und entfernen, so behält man immer den Überblick. Uns hat ein solcher Block auf der Reise u.a. dreifach genützt:
* erstens zur Verständigung (Wie beim Activityspielen kann man unbekannte Wörter durch Bilder darstellen. Je nach Zeichenkünsten versteht das Gegenüber, was man sagen will.),
* zweitens als Verhandlungshilfe (Die eigenen Preisvorschläge aufschreiben, das wirkt rigoros.),
* drittens kann man hier auch sein zukünftiges Hotel und sonstige Adressen aufschreiben und dem Taxifahrer direkt unter die Nase halten. (So umgeht man unnötige Missverständnisse.)

 

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Immer, wenn man mal irgendwann irgendwo warten muss, tut ein Rätsel ganz gut. Auch wenn einem das Heimweh im Blute pocht, ist es schön, ein paar Kreuzworträtsel in der Muttersprache zu lösen. Ein paar Seiten tun es zur Not auch.

 

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Falls man die Hülle verloren hat, kann man den Schlafsack auch in einen Strumpf stopfen

Seidenschlafsack

www.sleepinsilk.de

Ist das Hostelbett doch mal nicht suuuuperfrisch bezogen oder wird es in der Nacht doch etwas frischer, hilft ein Seidenschlafsack.
Auch, wenn man mal spontan oder geplant bei Freunden oder Couchsurfern schläft, ist ein Bett nicht immer garantiert. Mit eigenem Schlafsack ist man da nicht nur bequem gebettet, sondern auf jeden Fall auch ein unkomplizierter Gast.

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Produktbeispiel von Globetrotter

Herrje. Dort in den Ländern, wo man so als Rucksackreisender vorbeikommt, gibt es hier und da mal Stromausfall. In manchen Gegenden gibt es nachts überhaupt keine Beleuchtung. Da ist eine Stirnlampe durchaus sinnvoll.
Wenn man im Dorm schläft, nervt man mit Stirnlampe niemanden, wenn man nachts noch was in seinem Rucksack suchen oder lesen möchte.

 

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2 in 1. Für uns war das sehr praktisch.

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irgendwo bei Google gefunden

Wahrlich unverzichtlich für alle, die ihr Handtelefoniergerät mit Fotografierfunktion nutzen. So einen Stick haben wir viel benutzt, um die Fotos vom Handy auf den PC zu transferieren. Außerdem sind sie dreimal gespeichert, falls eines der Elektronikmedien mal den Geist aufgeben sollte.

 

buchstabensuppe-rezeptBuchstabensuppe

Jede Rucksackreise ist fast magisch an eine Magen-Darm-Umgewöhnung gebunden. Wenn es mal so sein sollte, dass das Wasser durch den Körper rauscht, kann man die verloren gegangenen Salze durchaus mit einer solchen Fertigsuppe wieder auf Vordermann bringen.

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Dosenkuchen

http://shop.conserva.de/de/33-dosenkuchen-einzeldosen

Perfekt für alle, die auf der Reise Geburtstag haben. Beziehungsweise für alle, die dem Geburtstaghabenden heimlich ein kleines Geschenk in den Rucksack schummeln wollen. Ein Stück Heimat auf der Reise schmeckt – besonders an Geburtstagen – köstlich.

 

msr-packtowl-ultralite-mikrofaserhandtuchMikrofaserhandtuch

Bergfreunde.de

Klein, fein, praktisch und völlig ausreichend. Diese Mikrofaserdinger trocknen zudem auch noch erstaunlich schnell. Ein 45x130cm-Tuch war für uns ausreichend.

 

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Rosa muss nicht unbedingt sein, geht aber zur Not auch.

Mininähzeug

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Meistens ist auch noch eine kleine Schere mit dabei. Man kann gar nicht sagen, wie praktisch eine solche Schere im Urlaub ist. Und Nähzeug kann man immer gebrauchen. Hier mal einen Riss flicken, hier mal ein Loch stopfen. Oder mit dem Garn einfach irgendwas zusammentüdeln.

Die kleinen Teile gibt es in jedem Outdoorausrüster oder in diesen 1€-Läden.

 

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Apotheke

Gibt’s zur Not auch in der Apotheke um die Ecke. Man kann diese Salbe auf die Haut auftragen, was immer dort auch ist. Verbrennung, Prellung, Verstauchung, Schmerz etc.

 

ADA150N3Universalstecker

Googlesuchergebnis

So ein kleiner Multifunktionsstecker mit ein- und ausklappbaren Steckerelementen ist tatsächlich mal hier und mal da sehr hilfreich. Manche Stecker haben so viele Umsteckfunktionen, dass man sie in ganz Südostasien benutzen kann.

 

06.05.2016: Rückblick auf einen Monat in Myanma

Letzter Morgen in Yangon, letzter Tag in Myanmar. 28 Tage sind einerseits so schnell vergangen, dass wir nur einen Bruchteil von dem gesehen haben, was Myanmar zu bieten hat. Andererseits reicht es jetzt und es ist an der Zeit, weiterzuziehen. Die letzten drei Tage waren wir schon so reisemüde, dass wir die Hälfte des Tages im Hotel verbrachten. Die Lust, noch eine Pagode oder irgendein Kolonialhaus zu sehen, wurde zunehmend kleiner. Und gegessen haben wir auch nur noch, um satt zu werden. Ein neues Land und ein frischer Wind wird uns jetzt gut tun.

Nur 6 Jahre sind nach Beginn der allmählichen Öffnung des Landes vergangen und schon hat sich hier so viel verändert. Wir sind mitten in den Umbruch geschlittert, und dieses Gefühl der Veränderung, des Unsteten, hat sich durch den gesamten Urlaub gezogen. Alle Reiseberichte aus dem Fernsehen oder von Freunden, die 2013 und 2014 hier waren, haben schon fast gar nichts mehr mit dem zu tun, was wir hier vorgefunden haben. Und selbst der neueste Reiseführer, den wir kriegen konnten, ist seit seiner Veröffentlichung 2015 in vielen Teilen überholt. Wie immer, wenn man mit bestimmten Vorstellungen an etwas herangeht, kann man enttäuscht werden, und teilweise ist mir das hier so gegangen. Vieles, was ich mir erhofft hatte, gab es nicht mehr. Bilder von autoleeren Straßen, auf denen nur rostige Rikschas oder Pferdekutschen fahren, Landstraßen, auf denen sich Ochsenkarren langsam durch den Staub bewegen, Alleen voll blümender Bäume und dergleichen – wenn wir denn einmal einen Blick auf etwas davon erhaschten, war es nur ein kurzer Moment, der zeigte, dass es sich nicht lohnt, danach zu suchen. Das Land hat sich verändert und wird sich noch viel weiter verändern. Vorwärts, weiter und das alles bitte schnell. Wir sollten also dankbar sein, dass wir es immerhin noch jetzt erlebt haben.

Am besten veranschaulicht wird der Wandel meiner Meinung nach beim Geld. Gestern haben wir zum ersten Mal 10.000-Kyat-Scheine bekommen, der höchste Wert bei Scheinen – umgerechnet 7,30€. Die sind ganz frisch in Druck gegeben wurden, woraus man schließen kann, dass  bisher niemand so hohe Scheine gebraucht hat. Ob das an einer möglichen Inflation liegt oder daran, dass es inzwischen einfach mehr gibt, wofür man Geld – viel Geld – ausgeben kann / will / muss, ist die Frage. Sicherlich ist es aber so, dass, wenn es ein geringes Angebot gibt, die Lust der Leute gering ist, etwas zu kaufen. Und seit einigen Jahren ist plötzlich mehr und mehr möglich. Es gibt mehr, also wollen alle mehr, also muss mehr Geld her. Mit lumpigen 5000-Kyat-Scheinen lässt sich eben nicht mehr alles bezahlen, was so ins Land gespült wird. Und praktischerweise werden die Geldautomaten ja gleich mitgeliefert, aus denen man seine frisch gedruckten 10.000-Kyat-Scheine ziehen kann.

Es ist ja logisch: Wenn es erstmal etwas gibt, dann wollen alle etwas davon haben. Und wenn man etwas davon hat, dann will man mehr. Irgendwann wird der Durst nach mehr aber unstillbar sein. Und dieser Gedanke kann sehr erschrecken. Waren die Straßen selbst in den großen Städten noch vor 2 Jahren abends fast komplett düster, weil es keine Beleuchtung gab, so blinken jetzt fast überall Neonlichter durch die Nacht. Jedes bessere Café und Hotel hat eine Klimaanlage, jedes bessere Auto auch. Bald werden da alle mitziehen wollen, auch die Privathaushalte. Doch selbst jetzt kommt es ständig zu Stromausfällen. 3-4 Mal am Tag seien normal, so ein Hotelangestellter. Kaum fällt der Strom aus, springen vor den Hotels und besseren Lokalen die Generatoren an. Nur in den einfachen Läden wartet man schwitzend ab, bis der Strom wieder da ist. Aber bald werden sich alle an die kühlen Temperaturen gewöhnt haben und werden nicht mehr auf die ununterbrochene Kühlung verzichten wollen – woher soll aber der Strom kommen? Irgendwann werden die Generatoren nicht mehr ausreichen. Und auch die Staudämme, die inzwischen gebaut werden, werden dann nicht mehr genug Strom für alle(s) liefern können.

Heute am Flughafen haben wir eine andere, ganz einfache Feststellung machen können. Das Flughafengebäude sieht von außen extrem modern aus, fast wie in Bangkok. In der Eingangshalle herrschte ein Gewusel wie auf einem Ameisenhaufen. Um dem auszuweichen, sind wir direkt in die Abflughalle gegangen, um uns dort in Ruhe hinsetzen zu können. Sitze: Fehlanzeige. Café: Fehlanzeige. Eine Etage weiter oben in diesem großzügig geschnittenen Gebäude war schon das Immigration office. Leere Flure, sonst nichts. Nirgendwo in dem gesamten Terminal gab es auch nur ansatzweise die Möglichkeit, sich etwas zu essen oder zu trinken zu besorgen – nicht mal eine Flasche Wasser! Wir mussten wieder aus dem Sicherheitsbereich raus und fanden dann im Nachbarterminal den dezenten Hinweis „Café“. Und das war weder über- noch untertrieben, denn es gab genau EIN Café. Das aber immerhin mit Säften (zwei der acht ausgeschriebenen Obstsorten vorrätig!) und diversen Kaffees und sogar Waffeln. Nach einigem Suchen fanden wir allerdings noch ein klitzekleines Lokal mit Fastfood vom Feinsten: aufgeblasene Burger mit Mayonaise, Hotdog im Milchbrötchen und buntes Eis. Nur dieses Fastfoodlokal hatte 5 Tische. Die wenigen Stühle waren aber nicht voll besetzt, was zeigt: die Nachfrage nach Essen scheint nicht sehr groß zu sein. Wahrscheinlich gab es bis vor Kurzem einfach gar nichts am Flughafen zu essen. Man kennt es also wahrscheinlich nicht, sich am Flughafen aufzuhalten und vor dem Abflug in ein Café zu gehen, oder aber es ist so teuer, dass man es ohnehin nicht tun würde. Und für die wenigen Leute, die das Geld haben, sich vor dem Abflug noch was zu essen zu kaufen, gibt es dann genau das, was die neue Welt verkörpert: Burger und Hotdog. Schmecken tut das bestimmt keinem, aber verkaufen tut es sich scheinbar trotzdem, einfach, weil es sich neu anfühlt. Oder mal anders als fried rice schmeckt.

Und man kann es niemandem verübeln, Teil von der Verwestlichung und dem vermeintlichen Fortschritt sein zu wollen. In vielen Bereichen hat sich ja auch durchaus Positives getan. Davon, dass die Straßen inzwischen auch von Autos und Bussen befahren werden, profitieren ja schließlich auch wir. Mit Ochsenkarren wären wir sicher nicht zu all den Zielen gekommen, die wir gesehen haben. Und als wir einmal nicht 10 Stunden in einem unklimatisierten Bus über eine Holperpiste fahren mussten, waren wir auch sehr erfreut darüber. Die Neuerungen bringen also natürlich viele Vorteile, für die Einheimischen und für die Touristen auch. Wahrscheinlich ist es da egoistisch, sich über fehlende Stimmungen oder Bilder zu ärgern.
Aber es ist ja nicht nur das. Viele Nachteile der Neuerungen wurden uns schon jetzt ersichtlich, und das, obwohl wir nur einen Monat hier waren. Am auffälligsten ist das Müllproblem. So viel Plastik in Kanälen, Gräben und selbst in unmittelbarer Nähe der Tempel habe ich noch nie gesehen. Jede noch so schöne Ecke wird dadurch unmittelbar entstellt. Plastik, Müll und Gestank sind leider allgegenwärtig. Das Bewusstsein dafür gibt es offensichtlich noch nicht. Als noch alles aus Naturprodukten bestand, konnte man ja auch einfach alles an den Straßenrand oder in den Fluss werfen. Nur fuktioniert das jetzt nicht mehr. Weggeschmissen wird trotzdem noch alles. Wohin denn auch, wenn es in den meisten Orten keine Mülleimer, weil noch kein Entsorgungssystem, gibt. Hier hat die Regierung in der nächsten Zeit sehr viel Arbeit zu leisten, v.a. um die Bevölkerung über die Konsequenz der ganzen Vermüllung aufzuklären.

Traurig macht mich auch, wenn ich an die Veränderung in den Menschen denke. Noch sind „die Burmesen“, so wie wir sie erlebt haben, sehr freundlich, ausgeglichen, höflich und natürlich neugierig. Wir hatten fast nie das Gefühl, als wandelnde Geldquelle gesehen zu werden. Auch nicht als Touristen, sondern eher als Besucher des Landes. Und war ersteres der seltene Fall (z.B. an den Tempeln in Bagan), stieß es uns sehr negativ auf. Wir hatten fast nie das Gefühl, einen erhöhten Preis gesagt zu bekommen. Selbst handeln war nicht möglich bzw. auch gar nicht nötig, weil der erst genannte Preis schon wirklich fair klang.

Was wird daraus werden?
Können sich die Leute die entspannte, unaufdringliche Art bewahren?
Oder wird auch hier der Wunsch nach mehr so stark werden, dass sie feilschen, was das Zeug hält, um aus jedem Touristen möglichst viel Kapital herauszupressen?

04.-05.05.: Fruchtsaft und Cocktails

Die letzten beiden kompletten Tage hier in Myanmar gehen relativ faulenzend an uns vorbei. Die Kraft ist aus und die ewige Hitze von 40°C oder mehr macht uns beiden tatsächlich sehr zu schaffen. Es bleibt viel Zeit zum Resümieren und um nachzudenken.

Am Ende einer kurzen Shoppingtour am Morgen wollten wir uns noch einen Fruchtshake holen. Das Lokal sah sehr vielversprechend aus. Es gab eine große Liste inkl. Bilder zur Auswahl (Erdbeere, Papaya, Mango, Limette, Wassermelone, Honigmelone, Apfel, Zitrone, Honigzitrone, Orange…). Aus Erfahrung wussten wir, dass die manchmal nicht alles vorrätig haben, deswegen haben wir nachgefragt:

„Yes, yes, everything!“, war die Antwort.
Also habe ich Honigmelone bestellt und Anne einen Erdbeer-Shake.
„Hoke, hoke (ja, ja)!“
Der Kellner geht weg.
Der Kellner kommt wieder.
„Ähm… Honeymelon… No! Papaya … no!“
Ok, dann nehme ich Mango, Anne Wassermelone.
Der Kellner dreht sich kurz zweifelnd um, geht aber nicht weg.
„Mango… no! Watermelon …no“.
OK, was habt ihr denn dann?
„Orange!“.
Gut, dann Orange. Zwei mal bitte.

Ein ausgedehnter Mittagschlaf und die ersten Postkarten können geschrieben werden. Und es bleibt auch Zeit für den Blog. So viel Spaß das Schreiben auch macht, es ist doch immer erheblich viel Zeit, die die ganze Prozedur frisst. Ich beschreibe 3 Tage in 4 Seiten und Anne liest das ganze Korrektur. Eine wahnsinnig dankbare Aufgabe für mich, da ich und die Rechtschreibung noch nie so richtig Freunde geworden sind. Aus Spaß könnten wir ja mal einen Text unkorrigiert lassen, aber da hat keiner Freude dran, glaube ich. Anne liest sich also durch mein Gedankengewusel und wählt Bilder aus, bearbeitet diese, stellt die ins Netz und schwupps ist wieder ein Tag vergangen und wir beide wissen nicht, was genau eigentlich passiert ist oder wie wir den Tag verbracht haben.

Abends wollen wir Cocktails trinken und finden ein relativ westlich orientiertes Etablissement mit wunderschöner Holzdekoration. Es gibt Rosensirup mit Creme de Cassis, Lychee mit Zitronengras, Caipirinha mit Passionsfrucht und irgendwas mit aufgewickelter Gurke und Blume im Glas. Ein Cocktail hieß „A reason to lie“, aber ich weiß leider nicht mehr, was da drin war. Hat auf jeden Fall tüchtig tüddelig gemacht.
Irgendwann gegen 19.00 Uhr ist der Strom ausgefallen, dann gab‘s nur noch Kerzenlicht.
Sehr romantisch.
Aber leider auch keine Klimaanlage oder Ventilatoren mehr.
Sehr unromantisch.
Um 20.30 Uhr sind wir beide völlig verschwitzt und am Ende unserer Kräfte nach Hause gegangen und haben uns schlafen gelegt. Schluss mit Romantik. So einen schweißtreibenden Abend hatte ich zuletzt in der Sporthalle.

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03.05.: Shwe Dagon Pagode

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Woooow…. Was für ein riesen Ding. Diese Pagode ist ein riesiges Areal, an deren 4 Windrichtungseingängen jeweils zwei 8m hohe Bewachungseingangslöwentiere stehen. Für Locals ist der Eintritt frei, für Touristen kostet es 5,80 €. Das finde ich eigentlich ganz gut. Die Buddhisten hier aus dem Land können umsonst in das wohl größte Heiligtum des Landes pilgern und Besucher und Angucker (wie wir) unterstützen die Instandhaltung. Nachdem wir unseren Kulturbeitrag gezahlt hatten, ging es mit Rolltreppen (jawohl, Rolltreppen) zur höchstgelegenen Pagodenterrasse. Hier kann man leider nicht ohne Sonnenbrille rumlaufen, da man aufgrund der ganzen Goldreflektion selbst morgens um 9.00 zu schnell erleuchtet wird und das will ja nun auch keiner. Jedenfalls noch nicht mit 30.


Die Shwe Dagon Pagode besteht aus mehreren hundert Stupas und Buddha-Figuren oder Buddha-Abbildungen. In der Mitte steht die monströse Hauptstupa, das Herzstück der Pagode.  Ca. 4 Tonnen Gold schmücken dieses 100m hohe Gebilde. An der Spitze in dem mehrstöckigem Umbrella sind mehrere zehntausend gespendete Finger- oder Ohrringe, Handreifen, Ketten. Alle aus Gold und/oder mit wertvollen Steinen besetzt. Darüber ist ein „kleines“ Wetterfähnchen (130 cm lang, 76 cm hoch und 419 kg schwer). Ebenfalls über und über mit Glitzerdingern besetzt.  Darüber, auf dem Foto kaum noch erkennbar, ist eine kleine Kugel (56 cm hoch, 27cm im Durchmesser, mit mehr als 4300 Diamanten besetzt und insgesamt 1800 Karat schwer). Wiederum darüber ist der Apex-Diamant im Wert von 76 Karat. Liebe Ehering-mit-Diamant-Trager: Ist das viel? Ich glaube ja, aber ich habe keine Ahnung. Allein das Ding von der Spitze runter zu holen würde unser Reisebudget sprengen, glaube ich.

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Diese Pagode wurde – einer wahren Geschichte nach – auf 8 Haaren von Gautama Buddha erbaut. Anne meinte, dafür hätte man auch ein kleineres Tempelchen bauen können und sich nicht so zu verausgaben müssen. Diese Pagode steht dort angeblich schon seit 588 vor Christus und wurde seitdem immer in Stand gehalten und weiter ausgebaut, erhöht, verschönert, vergoldet und erweitert. Mehrere Könige haben noch weitere Reliquien von den erleuchteten Inkarnationen von Buddhisatwa zusammengetragen und so sind dort nun Beweise der vier bisherigen Buddhas vereint.

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Zu sehen gab‘s dort außerdem noch einen Comic-Bild-Pfad zum Thema Entstehung und Werdegang des Buddhismus. Den haben wir gespannt gelesen und ich musste dabei feststellen, dass sich dort doch so einiges mit dem Christentum deckt.

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Meine Gedanken:
Buddhisatwa ist der Ober-super-Gott-Buddha, der in seinen 10.000 Himmeln mit den Brahmanen und Engeln wohnt. Die beschließen, dass er mal wieder eine Inkarnation auf die Erde schicken soll, also befruchtet er kurzerhand als kleiner weißer Elefant getarnt eine Königin, die ihm sich selbst als Sohn gebirt. Erstmal hat das Baby Superkräfte, kann gleich nach der Geburt laufen und fliegen und alle sind beeindruckt. Dann wächst er als normaler Mensch auf und macht die Erkenntniss, wie das Leben funktioniert. Alter, Armut, Tod und Krankheit werden thematisiert. Daraufhin verlässt er sein bisheriges Leben und wird Mönch. Er versucht verschiedenste Meditationsarten, um den  Superstatus zu erlangen. Gelingt ihm auch. Er wird eleuchtet. Danach kommt eine unglaublich lange Zeit, in der er bei verschiedensten Menschen Buddhismusaquise betreibt. Irgendwie zweifeln ständig Leute an ihm und am Ende finden sie ihn auch super und verehren ihn. Zwischendurch wird er von einem bösen Engel in Versuchung geführt, kann diesen aber besiegen.
Der Gautama Buddha hat übrigens Superkräfte. Er kann über Wasser laufen, Feuer entzünden und es wieder löschen, fliegen und das Animalische zähmen (verkörpert durch den König der Nagaschlangen aus dem Hinduismus).
Am Ende hat er das Leben wegmeditiert und ist quasi unsterblich geworden.
All das meine ich auch in der Bibel mal irgendwo gelesen oder gehört zu haben. Diese göttliche Befruchtung. Erkenntnisse über das Leben. Sieg über das Dämonische, Teuflische. Über Wasser laufen. Anhängeraquise durch Wundertaten. Die Schlange als bekämpfenswertes aber dann doch als lebensakzeptierendes Symbol.

  • Irgendwer hat behauptet, dass Gautama Buddha (*etwa 550 v. Chr.) gesagt hat, dass ca. 500 Jahre nach ihm ein neuer Buddha kommen wird. http://www.theologe.de/christus_und_buddha.htm
  • Was ist in den Jahren zwischen der Bar Mitswa und Bergpredigt mit Jesus passiert? Wohin ist er untergetaucht?
  • Was ist in diesen 40 Jahren passiert, als Jesus in der Wüste war und gegen das Böse gewonnen hat?
  • Irgendwer hat behauptet, dass Jesus beim ersten buddhisten Konzil 80 n. Chr. anwesend war. Nach seinem Tod/Auferstehung?

Zufall oder nicht?

Beim Buddhismus geht um die innere Zufriedenheit, die man über Meditation erreicht. Und um gutes Karma, was man dadurch erreicht, dass man Gutes tut, sich gegenseitig hilft und andere Lebewesen respektiert. Alles, damit man irgendwann den ewigen Reinkarnationskreislauf unterbrechen kann, zumindest aber als Mensch wiedergeboren zu werden.
Im Christentum ist Jesus für uns gestorben, um den Menschen eine neue Lebensperspektive zu schaffen. Er ist dadurch in einem jeden von uns und bildet die Brücke zu Gott, der damit auch in uns allen ist. Dann diese Nächstenliebe.

Der größte Unterschied, so hat uns mal ein gläubiger Buddhist erzählt, ist, dass es im Buddhismus wohl keine Vergebung der Sünden gäbe. Jeder ist hier für sich selbst verantwortlich. Aber hier ein kleines Zitat aus dem Buch „Tage in Burma“ von George Orwell („Burmese Days“, erschienen 1935 in London):

<<Nach buddhistischem Glauben würden diejenigen, die im Leben Böses getan haben, als Ratte, Frosch oder sonst ein niederes Tier wieder verkörpert. U Po Kyin war ein guter Buddhist und gedachte sich gegen diese Gefahren abzusichern.Er würde seine letzten Jahre auf gute Werke verwenden, die ihm eine Menge Karma einbringen würden und sein ganzes übriges Leben aufwogen. Diese Werke würden wahrscheinlich aus Errichtung von Pagoden bestehen. Vier Pagoden, fünf, sechs, sieben – die Priester würden ihm sagen, wie viele, […]. Und er würde als Mensch wieder auf die Erde kommen, […]>>

Wie war das noch mit dem Ablasshandel der christlichen Kirche?

Mag sein, dass ich eine Menge übersehen habe.
Mag sein, dass es ganz gravierende Unterschiede gibt.
Mag sein, dass ich den Buddhismus und das Christentum auch missinterpretiere.
Aber so, wie ich bis jetzt beides verstanden habe, gibt es doch erhebliche Parallelen.
Spannend und schön zu sehen, dass die ganze Welt irgendwie zusammen hängt und dass alles einfach nur Menschen sind. Menschen, die sich vielleicht gegenseitig inspirieren, ihre Lebens-, Daseins- und Weltvorstellung zu verbildlichen und Unerklärbares begreifbarer zu machen.

Den ganzen Tag über war es angenehm menschenleer, so dass wir viel Zeit und Raum hatten uns alles in Ruhe anzusehen. Viele der Besucher/Buddhisten verbringen scheinbar den ganzen Tag, mindestens jedoch einen längeren Zeitraum auf einer solchen anbetungswürdigen Stätte. Überall essende und schlafende Menschen. Für alle hier scheinbar ein Ort des Wohlfühlens und des Seins. Weniger aber ein Ort des intensiven Betens.
Wie schön. Wir haben uns kurzerhand dazugelegt und auch einen Mittagsschlaf gemacht.

 

Kurz vor Sonnenuntergang wurde es dann doch sehr touristenvoll auf der Pagode, sodass wir wieder auf unsere Terrasse geflüchtet sind, um uns die Pagode aus der Ferne noch mal anzusehen.

 

02.05.: Ein kurzer Spaziergang am Fluss

Heute haben wir uns Großartiges überlegt. Wir haben uns einen Plan gemacht mit 10.000 Sachen, die man hier in Yangon noch machen könnte. Aber erstmal frühstücken und dann gucken wir weiter. Nach dem Frühstück haben wir unsere dreckigen Klamotten zur Laundry gegeben. Die arme fingernägellackierte, Goldkettchen tragende Frau an der Rezeption musste sich dann zählend durch unsere Dreckwäsche wühlen.
Entschuldigung. Hätte ich das gewusst, hätte ich nicht so viele dreckige Sachen abgegeben. Oder sie vorher einmal gewaschen.
Danach ging es zu einem kleinen Spaziergang an den Fluss. Der Yangon River fließt hier durch und da gibt es diese „Strand Road“, da wollten wir mal gucken.  Schönheit und Ästhetik konnten wir dort leider nicht finden, dafür jedoch Authentizität. Und das war wiederum schön. Für mich zumindest. Plastikführende, schwarztrübe Abwässer, die sich mit dem schlammigbraunen Fluss vermischen. Hafenarbeiter, die Reissäcke tragend eine Schiffsladung löschen. Alle 10m eine kleine Garküche, wo andere Arbeiter freundlich grüßend Pause machen. Der Boden rot vom Betelrotz.

Ein kleiner Exkurs: Die Betelnuss wird hier zur Berauschung gekaut. Sie ist eine Droge, die wohl ähnlich stark wie Nikotin in den Zigaretten wirken soll. Neben der leichten Berauschung bekommen die Betelkauer knallrote Zähne, die mit der Zeit leider immer fauliger werden. Eine weitere Nebenwirkung ist eine übermäßige Speichelproduktion, weswegen viele der Menschen hier den Speichel aus dem Rachen hörbar laut hochproduzieren und dann mit einem gewaltigen *FLATSCH* einen roten Betel-See auf den Boden rotzen. Davon färbt sich der Boden hier überall rot. In vielen Gegenden ist das Betel-Ausspucken inzwischen aus ästhetischen Gründen verboten und man erkennt den finanziellen Stand eines Bezirkes an der (Nicht-)Färbung des Bodens.

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Dort im Hafen war es auf jeden Fall deutlich rot. Die Hafenarbeiter spucken aus, grinsen uns mit ihren roten Zähnen an und winken. Wir winken zurück und lächeln auch. „Mingalabar! (Hallo)“ rufen wir. Sie freuen sich, wir freuen uns auch.

Zurück im Hotel (es ist inzwischen 11.30) machen wir erstmal eine Pause von der Anstrengung des Tages.

Abgang Anne und Jonas. Ende des ersten Aktes.

*Pause*

Zweiter Akt. Anne und Jonas betreten die Bühne.

Und nach der Pause machen wir noch eine Pause.

Und dann ist schon Abendbrotzeit. Da wir heute noch kaum was geschafft haben, wollen wir zum Abendessen auf eine Rooftop-Terrasse essen gehen. Also wird alles Mögliche durchforstet. TripAdvisor, Google, Blogs, Reiseführer… Aber nirgendwo finden wir das perfekte Restaurant. Also schlurfen wir lustlos und hungrig das eine Stockwerk nach oben in unser Hotelrestaurant und stellen fest, dass wir dort
erstens: völlig alleine sind und uns
zweitens: gleich 3 Kellner bedienen und
drittens: der Ausblick mit Blick auf die Shwe Dagon Pagode total der Oberknaller ist und
viertens: das Essen superlecker ist.

Das Bier auch. Wir torkeln ins Bett.

Ach ja.

Heute ist Montag. Montag ist tanzen. Immer.

Immerhin das haben wir noch geschafft. Und diesmal haben wir sogar zwei Videos gemacht, weil wir tagsüber unsere Kräfte so gut eingeteilt haben.

Nummer 1: Man beachte die goldstrahlende Schwedagon-Pagode im Hintergrund.

 

Nummer 2: Die Idee zu diesem Hintergrund hatte der Kellner, der uns beim ersten Video gefilmt hatte. Man sieht typische burmesische Marionetten und Musikinstrumente. Und Geschirr und Fried egg-Behälter vom Frühstücksbuffet. Auch das sehr authentisch 🙂

 

01.05.: Neue Kleider, neues Essen

Wir haben uns ein neues Zimmer genommen und zwar was für eins. Im 8. Stock mit Fahrstuhl und Frühstücksbuffet im 9. Stock über den Dächern der Stadt. Hui, das ist schön. So lässt sich die letzte Etappe in Myanmar tatsächlich sehr gut aushalten.

Im Reiseführer war eine Tour durch die Altstadt beschrieben, die wir ablaufen wollten. Vorbei an alten, wunderschönen Kolonialbauten mit und ohne Jugendstilelementen, die während der britischen Besatzungszeit eingereist sind, konnten wir uns einen kleinen Einblick in die Stadtgeschichte verschaffen. Ich habe meinen Longyi (Wickelrock) getragen. Amüsanterweise wurden wir in einem eher modern-westlichen Doughnut-Café angestarrt, weil dort alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen natürlich Hosen, Hosenanzüge, Hemden etc. getragen haben. Nix mehr mit Tradition. Das Schöne war, dass kaum weiße Touristen (wie wir) zu sehen waren. Vielleicht, weil es zu früh war oder vielleicht, weil es keine ausgeschriebene Höchstattraktion der Stadt war. Dadurch, dass wir relativ alleine unterwegs waren, hatten wir natürlich auch sehr viel Zeit, um uns die verschiedenen Bauwerke in Ruhe anzugucken.


Ein kleines Highlight auf dem Weg war die katholische Kirche, wo kitschige Pop-Gospel-Songs gesungen wurden. Kitschig zwar, aber trotzdem verbindend und mitreißend. Spannend und schön zu sehen, dass dieser Glaube so weit weg von zu Hause trotzdem auch noch so stark gefeiert wird.

In dem Restaurant neben unserem Hotel gibt es einfaches, aber sättigendes Mittagessen. Und ein Schild:

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Direkt neben dem von uns bewohnten Chinatown befindet sich Little India. In Yangon war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die Hälfte der Einwohner indisch, weil sie teilweise von der britischen Armee oder teilweise als billige Arbeitskräfte in diesem Land hängen geblieben sind. Dies führt zu einer wertvollen kulinarischen Variation, welche wir dankbar annahmen. Zum dem burmesischen Essen muss man sagen, dass es wohl mit reichlich Liebe und Hingabe gekocht wird, aber halt einfach nicht schmeckt. Zumindest uns nicht. Oftmals gibt es in den Restaurants erst gar keine Karte. Es gibt immer fried rice, fried noodles oder noodlesoup. Jeweils schon mit mit Knoblauch, Zwiebel, Chilli, Kohl und Blumenkohl verfeinert. Dazu kann man dann wählen: Chicken, Pork, Prawn, Squid.
Das gibts dann morgens, mittags und abends. Ich mag‘s.
Das schmeckt wirklich lecker;
beim ersten Mal.
Beim zweiten Mal dann auch.
Beim dritten Mal versucht man das Fleisch zu variieren und
beim vierten Mal wird‘s dann n bisschen öde.
Vor allem, weil die Menschen hier mit sehr viel Öl und mit Fischsoße statt Salz kochen.
Zusammengefasst: Fettig. Scharf. Eintöniger, monotoner Geschmack. Eher fade.  Hoher Wiedererkennungswert.
Auf jeden Fall haben wir heute köstlich indisch gegessen. Aber mit Besteck!