27.07. – 28.07.: Rückflug Teil 2 und Ankunft

Diese absolut oberletzten Tage unserer Reise waren, obwohl zum Relaxen geplant, stressig, aber schön. Tatsächlich war es insgesamt sehr rund und wir konnten die Reise sehr gut beenden und abschließen.
Es waren Tage voller Abschied.
Abschied von dieser Art zu leben.
Abschied vom freien Reisen.
Jeden Tag.

Und da war es auf einmal schon vorbei. Schluß. Ende. Aus.

Wie Profis packen wir am morgen die letzten Sachen zusammen.
Wie die Profis… Naja, ehrlich gesagt habe ich mir beim Packen überhaupt keine Mühe mehr gegeben. Es ist ja eh egal. Am Abend werde ich ja wieder in Hamburg sein und morgen kann und werde ich meine Sachen komplett neu sortieren.

Also sind wir zu Fuß zum Skytrain, von dort aus zum Flughafenzubringer und dann völlig entspannt per Bahn zum Flughafen. Insgesamt ist die Bahn zum Flughafen günstiger als ein Taxi und nach meinem Empfinden ist es auch deutlich angenehmer, weil man nicht aufpassen muss, dass man hinters Licht geführt wird.

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Im Flughafen ankommen, einchecken, warten, einsteigen, losfliegen.
Unter den Wolken
über den Wolken
keine Wolken
Dubai
3 Filme im Bordfernsehen geschafft
Bravo!

Durch den Flughafen.
Kaum warten.
Einsteigen, losfliegen.
Unter den Wolken
über den Wolken
überall Wolken
Regen.
Hamburg.
Zwei Filme geschafft.
Kopfschmerzen!
Seltsam

In Hamburg werden wir von einer vierköpfigen Delegation aus Freunden und Familie abgeholt. Und da war es auch schon, das ultimative Wiederkommengeschenk nach einer monatelangen Reise: eine Jutetüte voller deutscher Köstlichkeiten. Endlich wieder Käse!

Wir schlafen bei meiner Schwester, weil unsere Wohnung immer noch untervermietet ist. Wir sitzen noch lange zusammen und tratschen über dies und das.
Etwas verstört uns allerdings etwas:
Keiner sagt: „Ihr seht aber […] aus!“
Keiner fragt: „Und, wie wars?“
Keiner fordert: „Erzählt mal!“

Es ist schön und ungezwungen, wir sprechen über Erlebtes in der Heimat und Erlebtes in der Ferne. Viele unserer Waghalsigkeiten aus dem fernen Asien haben sie eh schon gelesen und Bilder von uns haben wir dank moderner Internetkommunikationsmedien sowieso ständig getauscht. Und schließlich hatten wir ja auch unsere Tanzvideos, bei denen unser Sein und Werden ein wenig nachverfolgt werden konnte. So kann man sich gleich aktuellen Themen widmen. Wir sitzen lange zusammen. Es ist fast 0.00, als wir ins Bett gehen. Für uns fühlt es sich theoretisch an wie 5.00 morgens, aber das bekommen wir in unserem Zurückkommensadrenalinwahn kaum noch mit.

Am nächsten Morgen wache ich leider schon um 5.30 deutscher Zeit auf. Ärgerlich. Aber dafür habe ich Zeit, die letzten Bilder etwas zurechtzuruckeln und mich aufs erste Frühstück in Hamburg zu freuen .

Jonas: „Ich hab voll Bock auf Reis!“
Anne: „Warte mal ab, bis du Markos‘ Frühstückstüte siehst!“

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Und dann können wir das wunderschöne Willkommensgeschenk endlich auspacken und sind überglücklich, wieder einmal deutsches Frühstück zu frühstücken: Schwarzbrot, Käse, Radieschen, Tomaten und Blaubeeren- ja!

 

23.07. – 27.07.: Back @ Bangkok und Reunion

Lustigerweise haben wir Chris und Pond wiedergetroffen. Die beiden verrückten Partykenner und Freelancer hatten wir in Vietnam auf Phu Quoc getroffen und seitdem per Internet Kontakt gehalten.
Einen Tag später haben wir Ye getroffen. Den wiederum hatten wir vorher in Myanmar in Mandalay getroffen. Er war gerade zufällig zur Lehrprobe für sein Deutschleherdasein in Bangkok.

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Wie gesagt: einen Tag später…

Diese beiden Wiedersehen haben unter anderen dazu beigetragen, dass für uns diese Reise abgeschlossen/ abgerundet worden ist. Es hat sich angefühlt, als hätte jedes Land, bzw. jede Station unserer Reise noch mal einen Vertreter geschickt, um uns würdig zu verabschieden.

Genächtigt haben wir im „Suk11“. Sukhumvit, Soi 11: Jeder Taxifahrer kennt die Gegend. Es ist in der Nähe der Skytrainhaltestelle „Nana“.
Ein von außen relativ klein wirkendes Höstelchen, was sich im Inneren jedoch über 5 Etagen und insgesamt über 5 oder 6 Reihenhäuser erstreckt. Die haben einfach bei allen Wänden, die man passieren muss, einen Mauerdurchbruch gemacht.

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Wenn man vom Treppenaufgang bei Zimmer 401 zu Zimmer 411 gehen will, passen pro „Haus“ zwei Zimmer hin, dann kommt einer dieser Durchbrüche. Die sehen auch noch relativ rusikal aus. Eigentlich sieht dor alles sehr rusikal aus. Die Wände sind maximal „beschmiert“, es stehen viele Sachen herum, die Gänge sind eng und dunkel. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass es scheinbar so gewollt ist, denn es ist absolut sauber. Es liegt nirgendwo ein Fitzelchen Staubkorn. Auch die Zimmer sind sauber und werden auf Anfrage auch täglich geputzt und man bekommt neue Handtücher. Tatsächlich sind die engen Gänge der Szenerie dem eines kleinen Dorfes nachempfunden. Andeutungen von Steinbeeten (ohne Pflanzen),  Andeutungen von niedrig hängenden Telefonkabeln, kleine Teiche aus Spiegeln, hier und da steht eine ausrangierte, verrostete Rikscha. Ab und zu eine Sitzecke mit zerlesenen Travelerbüchern, die zum Tausch angeboten werden. Über den Gängen haben die Zimmer alle kleine Regenrinnen (im Haus), und ein paar getrocknete Äste mit Zweigen lassen einen denken, man sei tatsächlich in irgendeinem kleinen Dorf gelandet.

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Ingesamt eine liebevolle, detailreiche Unterkunft zu moderaten Preisen. Es gibt dort ein einfaches Frühstück für 50 Baht, was vollkommen in Ordnung ist, wenn man Toast und Marmelade mag. Uns war das egal, wir haben in den letzten Monaten schon Schlimmeres gegessen.

Insgesamt ist diese Gegend sehr nett aufgezogen. Diese Soi 11, was soviel bedeuten könnte wie Gasse 11, ist gespickt mit sehr guten Restaurants und vor allem auch der Charlie Cheaps Bar. Ebenvoll super detailreiche Straßenkneipe, die wohl irgendwo als Geheimtipp stehen muss, denn es ist dort jeden Abend zum Bersten gefüllt mit Travellern.

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Gefüllt ist allerdings so ne Sache. Es ist halt eine Straßenkneipe, bei der längs (nicht quer), ungefähr auf der Hälfte der Straße, eine Kette mit dem Hinweis liegt, diese doch bitte nicht zu übertreten. Also quetschen sich alle in gewohnter Kneipenmanier hinter diese imaginäre Trennwand und fühlen sich scheinbar pudelwohl, wenn man sich auf dem Weg, den Kneipier eine Bestellung zuzubrüllen, ein wenig beschubsen und bedrängeln darf.
Die Bar bietet, ähnlich unserem Hostel, so unglaublich viel zu entdecken, dass es ein riesengroßer Spaß ist, da die ganze Zeit einfach nur hinzustarren. Aber ehrlich gesagt, finde ich das ein wenig unkommunikativ.
Hier ist ein Gazellenschädel, dort fährt eine kleine Eisenbahn vorbei.
Auf der einen Seite wackelt ein Fähnchen, auf der anderen Seite ein altes amerikanisches Autokennzeichen.

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Unten stehen diese drei lustigen Affen, die sich Mund, Augen, Ohren zuhalten, oben baumelt eine Schrumpfkopfattrappe.
Insgesamt sieht das Ganze mehr nach einer Voodooverkaufshöhle als nach einer Kneipe aus, aber es gibt dort nur Bier und günstige Cocktails. Der einfachheitshhalber alles für 2 Euro. Da kann man sich tatsächlich ein wenig herrlich betrinken.

Da war dieser eine Tag. Der hat sich angefühlt wie Montag. Montag ist eigentlich Tanzen, aber ehrlich gesagt… Och nö. Heute mal anders.

Wir lagen am Vormittag in diesem wunderschönen Park, haben die Seele baumeln und die Sonne scheinen lassen. Gut gepflegt, super in Schuss und mit Wachmann an jedem Eingang. Als wir rein wollten, mussten wir einen Augenblick vor verschlossener Tür warten, bis dieser eine, doch sehr trunkene Mann sich entfernt hat und der Wachmann auf der anderen Seite der Gittertür sein OK gegeben hat. Ein Park für die Besseren. Wobei… wer ist hier wer?

Den Chatuchak-Markt haben wir beim letzten Mal leider nicht besuchen können, deswegen war er diesmal fällig. Die Köpfe voller Einkaufsideen, das Portemonaie zum Platzen gefüllt mit kleinen Scheinen und zum Äußersten bereit haben wir uns todesmutig in das Verhandlungsgetümmel geschmissen. Nur leider hat uns überhaupt keiner angesprochen, ob wir etwas kaufen wollen. Das war ich so aus den letzten Wochen gar nicht mehr gewohnt. Ehrlich gesagt wollten die, bei denen wir etwas kaufen wollten, noch nicht mal mit uns reden, geschweige denn verhandeln. Wir haben ein paar sehr schöne Gegenstände gekauft, aber da war es ungefähr so: „Ok, mister, the price ist 1500 Baht. For you 10% discount and the new special price is 1300!“

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Auf Nachfrage, ob die noch weiter runtergehen können oder wollen, haben die nur den Kopf geschüttelt und freundlich gelächelt. Komisch. Damit hatten wir jetzt gar nicht gerechnet. Also gut. Strategie ändern und weiter. Wir haben uns damit vergnügt, schöne Wohnungseinrichtungs- und Dekorationsverkaufsräume zur allgemeinen Inspiration zu betrachten. Hier ist Hübsch und Schick neben Ramsch und Masse. Die Preise scheinen für mich hier angemessen. Billiger Plastikkram kostet wenig (wahrscheinlich immer noch zu viel) und Handgemachtes kostet fairerweise mehr. Teilweise fast schon europäisch (wahrscheinlich auch zu viel, aber das lässt sich mit einem besseren Gewissen einkaufen).

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Unser Highlight von der Woche war allerdings der Patpong Nightmarket. Man kann ihn bequem über die Haltestelle Sala Daeng erreichen. Dort waren wir in der ersten Woche auch schon und haben uns dort kräftig übers Ohr hauen lassen. Hinter Straßenverkaufsständen, wo die Händler am Ende jeder Verhandlerei einen Nervenzusammenbruch zu kriegen scheinen und einem mit Tränen in den Augen von ihrer Familie erzählen (dabei ist es völlig egal, wie hoch und gerechtfertigt der Preis ist), gibt es das ständige Angebot einer Pingpong-Show. Was nun ganz genau hinter dieser Darbietung verbirgt, weiß ich allerdings nicht. Man konnte nur einen kleinen Eindruck durch die halboffenen Türen erspähen: Junge Mädchen räkeln sich dort lasziv und gelangweilt, ohne Kunden auf den Thresen. Teilweise stehe die da zu zehnt drin und wackeln mit dem Hintern.
Tatsächlich lädt dieser Nachtmarkt zum Handeln ein. Hemden, die zu 400 Baht (10 Euro) feil geboten werden lassen sich bequem auf 150 Baht (etwa 4 Euro) runterhandeln. Wahrscheinlich wäre noch mehr möglich gewesen, aber dazu reichte das neuerlernte Verhandlungsgeschick nun doch nicht aus.

22.07.: Rückflug Teil 1

Von Manila aus sind wir nach Bangkok geflogen. Aber nicht einfach so. Schließlich waren wir ja auf den Philippinen. Hier läuft bei den großen Reiserouten nichts ohne Verspätung.

Irgendwann während des letzten Monats sind wir auf den Trichter gekommen, unseren Blog noch zu erweitern, zu vergrößern und eventuell von dem chronologischen Reiseblog für Freunde und Familie eher zu einem Tipps-Blog für Neureisende nach Südostasien umzuschwenken. Also haben wir die Zeit am Flughafen mit köstlicher Warterei und Gehirnstürmerei verbracht. Es sind sehr viele, sehr gute Sachen dabei rumgekommen, die wir dann zu gegebener Zeit demonstrieren werden. Wahrscheinlich wird sich die Blogstruktur ändern, eventuell wird es einen kleinen Einkaufsladen geben und noch viele Spielereien mehr. Aber davon erzählen wir ein anderes Mal.

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Irgendwann sind wir dann doch abgeflogen und hier kommt der Reisetipp schlechthin:

Wenn die im Flugzeug Bier oder andere alkoholische Getränke anbieten, darf man ruhig zugreifen. Es ist ein Heidenspaß, sich dort ein wenig zu betrinken. Da man auf einer Flughöhe von acht- bis elftausend Meter ist und der Kabinendruck einem vorgaukelt auf „nur“ dreitausend zu sein, ist der Luftdruck doch ungleich höher als am Boden, sodass 3 Bier ausreichen,  bis man ein wenig angetüdelt ist. Wir haben es ausprobiert und für gut befunden!

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Endlich wieder frische Thaisäfte

In Bangkok angekommen, erwartete uns der gleiche Flughafen, an dem wir vor knapp 3 Monaten auch schon mal angekommen waren. Die Wege waren bekannt, sodass wir zielstrebig zu den Taxen gehen, uns eine Nummer ziehen und einsteigen konnten.

Der Taxifahrer bot uns an, dass er uns für 400 Baht an unser Zielhotel fahren könnte. Natürlich ohne Taximeter. Vom letzten Aufenthalt wussten wir, dass die Fahrt aber nur ca. 350 Baht kosten sollte. Natürlich fuhren wir mit Taximeter.

Nächster Reisetipp für alle:

Bangkok = Taximeter! Keine Diskussion!

Leider hat uns der blöde Fahrer noch einen Umweg gefahren, ist noch tanken gegangen und hat währenddessen wie selbstverständlich das Taximeter mitlaufen lassen, sodass wir am Ende auch bei  350 Baht waren. Die eigentliche Fahrt hätte möglicherweise 300 Baht gekostet. Auf unser energisches Drängen hin, dass wir das nicht zahlen wollen, ist er richtig ausfallend und laut geworden. Er hat gesagt, dass er kaum Englisch spricht. Dass wir nicht bezahlen wollen, hat er aber sehr gut verstanden. Irgendwann hat er rumgeschrien und irgendwas von Polizei gefaselt. Da hatten wir dann doch keine Lust mehr drauf und haben den Preis bezahlt, den er haben wollte. Blödbommel!
Ganz doof sowas, das macht für mich schlechte Stimmung beim Ankommen in der Stadt und generell eigentlich auch. Da fällt mir auf, wie leichtfertig ich damals beim Ankommen von dem „ehrlichen Taxifahrer“ geschrieben hatte. Offensichtlich ist das doch keine Selbstverständlichkeit.

22.06.: der Flug, die Flüge

Für diesen Mittwoch hatten wir uns etwas ganz Besonderes überlegt.  Wir würden um 4.30 aufstehen, um dann in Bangkok einzuchecken. Der Flug ginge nach Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Von dort aus solle es um 18.15 weiter nach Cebu City auf Cebu Island gehen. Wir würden dort relativ entspannt ankommen und dann dort, nachdem wir unser Gepäck bekommen hätten, unseren Couchsurfer treffen.

Das mit Bangkok – Manila hat auch wunderbar geklappt. Wir sind genau eine Filmlänge plus Frühstück-Bekommen geflogen. Inzwischen sind wir herrlich flugerprobt, sodass wir nahezu tiefenentspannt in Manila eingereist sind und unser Gepäck entgegengenommen haben. Dann ging das Chaos aber los. Wie eine Welle ist das über uns hereingebrochen.

Wir sind aus dem Flughafengebäude rausgestapft und haben einen Wachmann (1) gefragt, wo es zum „domestic terminal“ nach Cebu geht. „Terminal 4!“. Dafür sollten wir zum Shuttlebus in den Wartebereich nach links.
Also gingen wir nach links.
Dort angekommen, hat Wachmann 2, der im abgesperrten Bereich stand,  gesagt, dass wir zu ihm in den abgesperrten Bereich sollen. Dafür sollten wir nach rechts.
Also gingen wir nach rechts.
Wachmann 3 meinte, wir sollen wir wieder ins Flughafengebäude rein und müssten dafür das Gepäck durch den Gepäckscanner schieben.
Kein Problem. Gepäckscanner. Personenkontrolle. Rein ins Gebäude.
Wachmann 4: wir müssen nach links.
Also wieder raus und nach links.
Wachmann 5: wir müssen wieder rein.
Also Röntgenscanner, wieder rein.
Schließlich haben wir (zum Glück ohne gelben Passierschein 36a, den man im 2. OG, dritte Tür links nach Vorlage eines blauen Passierscheins 83c bekommt) diese eine unscheinbare Tür gefunden, die uns in den Wartebereich, außerhalb des Gebäudes, zu Wachmann 2 gebracht hat, gefunden. Leicht lächelnd haben wir uns bei Hilfswachmann 1 unter falschem Namen in eine Liste eingetragen – in der Erwartung, dass das eh keiner kontrolliert. Hat auch keiner.
Der Bus kam.
Wachmann 2 öffnet das Gatter und hat damit offensichtlich sein Tagewerk vollendet. Hilfswachmann 1 hat die Liste und guckt drauf, während der Busfahrer das Gepäck der Leute einlädt. Ich hätte das wohl auch selber gemacht, aber ich wollte ihn in seiner Eifrigkeit nicht unterbrechen.

Es geht quer über das Rollfeld zwischen kleinen und großen Flugmaschinen hindurch, bis wir zu einer winzig kleinen Wartehalle kommen. Wir können dort einchecken und wundern uns schon, dass der Abflug jetzt erst um 18.45 ist, sollte er doch laut Fluginformation aus dem Internet um 18.15 Uhr sein. Scheinbar wurde er verschoben. Naja.

Da wir schon gegen Mittag angekommen sind, haben wir jetzt noch gehörig viel Wartezeit. Der Versuch, in eine ehere Maschine nach Cebu umzuchecken, misslingt leider. Wir hängen in der superklimatisierten Wartehalle rum, lösen Rätsel, lesen, warten. Leider ist die Wartehalle auf etwa 14°C gekühlt, so dass wir nach fast 3 vollständigen Monaten bei kontinuierlich mehr als 25°C das erste Mal wieder ein aromatisiertes Heißaufgussgetränk trinken.

Es wird 18.30. Sie haben unseren Flug noch nicht aufgerufen. Wir wissen noch nicht mal, welches Gate wir nehmen sollen. Wir werden unruhig. Um 18.50 geht es dann doch Richtung Flugzeug. Über das Rollfeld. Zu Fuß. Zumindest ist es im Flugzeug angenehm warm.

Als alle drin sitzen- es ist inzwischen 19.20 Uhr – startet der Pilot die Maschinen und das gewohnte hochemotionale Sicherheitsschauspiel beginnt. Nur leider kommen die Darsteller nur bis zur ersten Pause. Gerade als die Stewards in die Lifejackets reinpusten wollen, geht neben der freundlichen Frauenstimme von Band auch das Licht aus. Stromausfall. Es geht die Notstromversorgung an. Die Maschinen starten wieder und der Pilot versucht zu uns zu sprechen, wird aber direkt wieder abgewürgt, weil der Strom wieder ausfällt. So sitzen wir da in dem dunklen Flugzeug bei Notstromversorgung und im Scheinwerferlicht des Gepäckbringefahrzeuges sehen wir ein LKW-großes Notstromaggregat neben unserem Flugzeug, was uns eventuell notstarten könnte. Die Leute hier nehmen das einfach so hin. Alle sind entspannt. Wir auch. Wahrscheinlich wurde unser Gemüt zusammen mit der Raumtemperatur in der Wartehalle so weit runtergekühlt, dass wir uns gar nicht aufregen können, überlegen wir.

Um 22.00 Uhr kommen wir mit 2 Stunden Verspätung in Cebu an, schleppen uns gerade noch zum Taxi und fahren dann zu unserem Couchsurfer. Der Taxifahrer versucht noch, uns zusätzliche 100 Pesos aus dem Ärmel zu leiern, weil er „versehentlich“ kurz vor Ankunft sein Taximeter mit dem Ellbogen ausgeschaltet hat. Aber zum Glück habe ich keine Lust, mehr zu bezahlen und Anne will eigentlich auch schon aussteigen und ihn freundlich ignorieren, als sich leider Kevin, unser Gastgeber, ins Auto schiebt und ihr damit den Weg blockiert. Er ist ja sehr hilfsbereit, aber manchmal muss man halt einfach gehen. Es wurde viel geredet, bezahlt haben wir trotzdem nicht. Auf Wiedersehen!

 

21.06.: Fahrt mit Itthi nach Bangkok

Wir standen morgens relativ entspannt auf. Itthi war noch entspannter als wir. Schließlich wollte er „nur“ 3 Wochen mit dem Fahrrad durch Japan fahren und zwischendurch bei Couchsurfern schlafen. Klar. Ich wäre da auch nicht aufgeregt.

Frühstück bekamen wir diesmal bei Itthis Mutter, die direkt nebenan wohnt. Sie hatte Fisch, Tom Yum-Suppe und Omelett gekauft. Sie kann zwar nicht so viel Englisch, war dafür aber umso motivierter, mit uns zu kommunizieren. Meistens war ihr einmonatiger Enkel, Itthis Neffe, eine willkommene Komunikationsbrücke. Nach dem Frühstück packten wir die Sachen ins Auto und kamen fast wie geplant los (naja, statt 10 Uhr war es inzwischen 10.30 geworden).
Laut Googlemaps sind es nach Bangkok 450 km. Mit dem Bus dauert die Strecke ca. 6 Stunden. Da wir Itthis Auto benutzen, sollte die Fahrt erheblich schneller gehen. Wir fuhren los. Nach wenigen Metern kam der erste Anruf der Mutter – erster Halt am Straßenrand, um mit ihr zu telefonieren.

Bühnenreif: Die Mutter

Auftritt: Itthi, Anne und Jonas im Auto

Wir fahren los. Das Telefon klingelt. Die Mutter. Ob er etwas vergessen hätte? „Nein, habe ich nicht!“

Das Telefon klingelt wieder. Die Mutter. Ob er etwas anderes vergessen hätte? „Nein, immer noch nicht!“

Wir machen blöde Kommentare zu der Überbemutterung unserer Mütter.

Das Telefon klingelt. Die Mutter. Er hätte die Kreditkarte vergessen.

Es wird still im Auto.

Wir drehen um.

Der Chor: Ein Glück, dass man Mütter hat, die an alles denken.

Abgang: Itthi, Anne, Jonas

Wir drehten also um, holten die Kreditkarte ab und Itthi verabschiedete sich zum zweiten Mal von seiner Mutter. Wieder ging es los. Diesmal aber wirklich. Falsch gedacht. Noch immer in der Stadt, hielten wir schon wieder an. Das neue Ziel: ein Fahrradladen. Itthi sprang raus, kaufte irgendein Ersatzteil, und wieder ging es los. Geht es jetzt wirklich nach Bangkok? Wieder war die Antwort nein. Immerhin kamen wir bis kurz vor der Stadt. Dann hielt Itthi an, um zu tanken. Als wir wieder einstiegen, fragten wir uns, ob wir jemals mehr als zehn Minuten durchfahren würden. Aber dann ging es endlich richtig los. Ab auf den Highway, auch wenn man hier so fährt, dass einen die Polizei dafür in Deutschland anhalten würde – weil man zu langsam ist. Aber egal, Hauptsache vorwärts kommen.

Während der Fahrt haben wir uns über dies und das unterhalten. Wir sind durch die Themen gesprungen, dass uns ganz schwindelig geworden ist. Es ging über familienkulturelle Unterschiede zwischen West und Thai. Akzeptanz von Homosexualität in unseren Gesellschaften. Lifestyle.

Mit zwei weiteren Pausen – eine zum Snacks einkaufen und eine zum Mittagessen – sind wir nach 6 Stunden bei Itthis Tante angekommen. Zum Glück wohnt sie vor Bangkok und wir mussten uns nicht durch etliche Vororte und Staus hindurchquälen.

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Seine Tante hatte uns Abendessen vorbereitet und irgendwie sind alle davon ausgegangen, dass wir – genau wie Itthi – dort schlafen würden. Alle außer uns. Mit so viel Gastfreundschaft hatten wir nicht gerechnet. Wir hatten uns schon ein Hotel in unmittelbarer Flughafennähe mit Shuttleservice gebucht.

Und jetzt kommt Itthi: nach der kleinen Enttäuschung, dass wir nicht dort schlafen würden, die er sich kaum hat anmerken lassen, hat er uns einfach kurzerhand zum Hotel gefahren. Wir hätten uns auch ein Taxi genommen, aber er ließ sich gar nicht daovn abbringen und hat uns die 45 Minuten zum Hotel gefahren.

Es war inzwischen 21.30 Uhr, als wir ins Hotel kamen. Jetzt schnell schlafen, morgen müssen wir um 4.30 wieder aufstehen.

18. – 20.06.: Loei

Endlich. Die Blogeinträge werden immer seltener und immer mehr Tage werden zusammengefasst. Es passiert schlichtweg einfach auch nicht mehr so viel, bzw. alle Kuriositäten sind schon beschrieben worden. Alle Tuktukfahrten sind abenteuerlich. Alles Essen ist exotisch. Alle Menschen sind einzigartig. Alle Städte neu. Alle Busfahrten individuell. Das Wetter ist immer warm.

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Wir wollten  von Khon Kaen nach Chian Khan fahren. Nach Loei dauern die 200 km angeblich nur 2,5-3 Stunden. Dann sollten wir noch ein kleines Gefährt nehmen und nach angeblich einer Stunde in Chian Khan ankommen. Nachdem wir nach 5,5 Stunden in Loei waren und extreme Kopfschmerzen hatten, weil die Fahrt ruckelig, nicht klimatisiert und somit stickig und heiß war, hatten wir die Schnauze voll. Jetzt noch – wahrscheinlich – 2 Stunden zur Endstadt zu fahren war uns zu viel. Vor allem, da wir uns zwei Tage später schon wieder auf den Rückweg nach Khon Kaen machen wollten. Also sind wir in Loei geblieben und haben uns mit der Stadt angefreundet, obwohl sie laut Reiseführer nicht viel zu bieten hat. Es ist wohl ein veralteter Kurort, der als solcher nicht mehr genutzt wird. Der alte Park mit den Spazierwegen und den entsprechenden Übungsstationen zeugt noch davon.

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Wir haben die Zeit dort genutzt, um ein wenig die Seele baumeln zu lassen und um unser Standbein in Deutschland etwas zu sortieren. Da wir unseren geplanten Auslandsaufenthalt auf 3 Monate taxiert hatten und jetzt um einen Monat verlängert haben, müssen wir die Zwischenmieter unserer Wohnung arrangieren.

Außerdem stellt sich uns zum ersten Mal die Frage: Was ist eigentlich, wenn wir wieder zurück in Deutschland sind. Was wollen wir arbeiten? Wie? Wann? Wo?

Anstrengende Fragen sind das und ich glaube, der Weg zur Lösung ist steinig und schwer. Aber ich freue mich schon jetzt auf das Ergebnis, wobei ich noch keine Ahnung habe, wo uns der Wind hintreiben wird.

Abends haben wir uns durch etliche kulinarische Köstlichkeiten vom Nachtmarkt gegessen, ohne auch nur annähernd alles probiert zu haben. Es gibt einfach zu viel und wir sind gar nicht mehr so hungrig. Wahrscheinlich hat das ständige Reis-mit-Soßeessen unseren Hunger nach unten korrigiert.

Nach zwei Nächten in dieser entspannten Stadt haben wir den Rückweg angetreten. Inzwischen wussten wir, dass die Fahrt wahrscheinlich 5 Stunden dauern würde und waren erfreut, als wir nach 4 Stunden 45 Minuten wieder in Khon Kaen ankamen. Wir machten uns auf den Weg zu Itthi, unserem Couchsurfer. Der Gute wollte uns am nächsten Tag mit nach Bangkok nehmen.

Es ist Montag. Montag ist Tanzen. Immer.
Heute sind wir müde. Trotzdem tanzen wir. Kurz. In Itthis Spielewerkstatt.

16. – 18.06.: Couchsurfen bei Itthi

Couchsurfing der Extraklasse

In Khon Kaen wohnten wir bei Itthi in einer Couchsurfing-Unterkunft der Extra-Klasse. Genau genommen haben wir nicht couch-, sondern bettgesurft – und das in unserem eigenen Zimmer mit eigenem Bad in einem supergroßen, fast unbewohnten Gebäude, was obendrein noch blitzeblank geputzt war. Wahnsinn, so etwas habe ich noch nicht erlebt.
Itthi selbst wohnt und arbeitet mit seiner Familie nebenan und nutzt nur das Erdgeschoss unseres Gebäudes. Hier hat er sich ein kleines Spieleparadies aufgebaut, denn er ist absoluter Game-Freak. Die Regale sind bis obenhin mit Brett- und Kartenspielen gepackt, in den Schränken stehen Mangazeitschriften und Bücher mit Spielanleitungen und auf dem Schreibtisch bastelt er kleine Figuren, die er dann an andere Spiele-Freaks verkauft. Dreimal pro Woche trifft er sich mit seinen Kumpels und dann zocken sie bis in die Nacht.

Gleich nach unserer Ankunft haben wir seine Freunde kennengelernt und sind in einer großen Gruppe Hot Pot essen gegangen. Am nächsten Tag stand der große Spieleabend auf dem Programm – und wir waren natürlich eingeladen.

Gewitter der Extraklasse

Vorher hatten Jonas und ich Zeit, um unsere Weiterreise zu organisieren. Gegen Nachmittag sind wir dann zu einem Spaziergang um den See aufgebrochen und haben dabei einen hübschen Tempel entdeckt, dessen neun Stockwerke pyramidenförmig angeordnet waren. Im fünften angekommen, hatten wir schon eine tolle Sicht auf den See – und auch auf eine gigantische Gewitterfront, die sich immer näher schob.


Wir schafften es noch, die Treppen hinunterzulaufen und waren gerade auf dem Weg ins nächste Café, als der Regen losprasselte. Unterschlupf fanden wir in einem winzigen buddhistischen Schrein. Behütet von einem milde drein blickenden Goldbuddha warteten wir ab, bis es nicht mehr ganz so „watery“ war und wir ins Sluve u Café laufen konnten.


Kulinarische Spezialitäten der Extraklasse

Dort trafen wir Itthi, der uns zum Essen einlud. Es gab Fleisch mit Fleisch und Fleisch – einmal gekocht, einmal gegrillt und einmal roh, alles Spezialitäten aus Insan. Auf dem Rückweg fuhren wir noch beim Nachtmarkt vorbei. Itthi deckte uns mit dem ganzen Süßigkeiten-Sortiment ein, was die Stadt zu bieten hatte. Damit bewaffnet fuhren wir nach Hause – der Spieleabend sollte bald los gehen.

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Spieleabend der Extraklasse

Für uns war es echt interessant, in diese andere Welt von Itthi und seinen Spiele-Kumpels einzutauchen. Da ich davon sehr wenig verstehe, ist es besser, wenn Jonas das beschreibt.

Einschub von Jonas:
Das, was wir hier erlebt haben, ist der Auswuchs aller Nerdigkeit. Ein maximaler Freakabend.
In der ersten Ecke spielte jemand Computer (League of Legends). Vor dem Schreibtisch türmten sich Feinsthaarpinsel und kleine Farbtöpfchen, mit denen Itthi und sein Kumpel gerade kleine 2 cm große Spielfiguren angemalt hatten. (Vielleicht Warhammer, ich kenne mich da aber auch nicht so aus.) Sein Kumpel wollte eine solche maximal bewaffnete, kleine Monsterfigur für seine Hochzeit in der nächsten Woche haben. Er hat irgendwas von Foto gesagt; dass seine Frau davon noch nichts wüsste und dass es ihr wahrscheinlich nicht gefallen würde. Wofür genau er diese Figur brauchte, konnte selbst Itthi uns nicht sagen.
In der zweiten Ecke wurde irgendein Pen and Paper RPG gespielt, bei dem ein Elf, der beim letzten Spieleabend fast gestorben ist, jetzt wieder mitspielen durfte und von seiner Gruppe geheilt werden musste. Alle Jungs stützten sich auf hunderte Seiten starke Regelwerkbücher und saßen vor einem riesen Haufen vielseitiger Würfel (von 4 bis 20 Seiten), während sich der Spielemeister hinter einer Klappkarte versteckte und mit einem Filzstift den weiteren Weg auf die Dungeonkarte malte.
In der dritten Ecke saßen wir. Zusammen mit den wohl mutigsten im ganzen Raum. Der eine, der sich Chips knuspernd in einer Kleinkindersprache mit uns zu unterhalten versuchte. Der andere, der sich hinter seiner Hornbrille verstohlen im  Raum umguckte und jeglichen Blickkontakt vermied. Der nächste, der sich nervös auf seiner Unterlippe kauend hinter seinen Karten versteckt hielt und ein relativ taktisches und aggressives Spiel führte.
Spannend wurde es dann tatsächlich bei dem Spiel „Dixit“, bei dem man mit einem Wort oder einem Satz eine Karte beschreiben muss und die anderen müssen diese erraten. Das scheint ja schon in Deutschland manchmal schwierig, wenn man sich im gleichen Kulturkreis bewegt. Aber hier in Thailand, wo die Jungs kaum bis kein Englisch sprachen, wurde es dann tatsächlich eine große Herausforderung. Eine Regel war: keine Insider und keine Sprachwitze in der eigenen Landessprache. Alle legten ihre Tablets und Smartphones zurecht, haben die im Spielverlauf dann aber nicht einsetzen müssen. Amüsanterweise waren wir alle bis fast zum Schluss auf dem gleichen Punkteniveau. Es klappt also doch. Tatsächlich habe ich bei dem Spiel noch nie so viel gelacht wie bei diesem Mal.

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Couchsurfing der Extraklasse II

Wir kennen es vom Couchsurfen eigentlich so, dass man als Gast vieles gefragt wird, dass man ständig in Gespräche eingebunden wird und dass die Gastgeber sehr bemüht sind, dass es uns gut geht. Itthi hat da ein perfektes Mittelmaß gefunden: Er hat einfach das gemacht, was er immer macht. Keiner aus der riesen Runde hat die Standardfragen gestellt (Wie lange reist ihr schon? Wo kommt ihr her? Wo wollt ihr hin? Wie alt seid ihr? Was macht ihr beruflich?…). Alle haben einfach gespielt. Mit uns zusammen. Wir waren einfach dabei. Sehr angenehm.