27.07. – 28.07.: Rückflug Teil 2 und Ankunft

Diese absolut oberletzten Tage unserer Reise waren, obwohl zum Relaxen geplant, stressig, aber schön. Tatsächlich war es insgesamt sehr rund und wir konnten die Reise sehr gut beenden und abschließen.
Es waren Tage voller Abschied.
Abschied von dieser Art zu leben.
Abschied vom freien Reisen.
Jeden Tag.

Und da war es auf einmal schon vorbei. Schluß. Ende. Aus.

Wie Profis packen wir am morgen die letzten Sachen zusammen.
Wie die Profis… Naja, ehrlich gesagt habe ich mir beim Packen überhaupt keine Mühe mehr gegeben. Es ist ja eh egal. Am Abend werde ich ja wieder in Hamburg sein und morgen kann und werde ich meine Sachen komplett neu sortieren.

Also sind wir zu Fuß zum Skytrain, von dort aus zum Flughafenzubringer und dann völlig entspannt per Bahn zum Flughafen. Insgesamt ist die Bahn zum Flughafen günstiger als ein Taxi und nach meinem Empfinden ist es auch deutlich angenehmer, weil man nicht aufpassen muss, dass man hinters Licht geführt wird.

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Im Flughafen ankommen, einchecken, warten, einsteigen, losfliegen.
Unter den Wolken
über den Wolken
keine Wolken
Dubai
3 Filme im Bordfernsehen geschafft
Bravo!

Durch den Flughafen.
Kaum warten.
Einsteigen, losfliegen.
Unter den Wolken
über den Wolken
überall Wolken
Regen.
Hamburg.
Zwei Filme geschafft.
Kopfschmerzen!
Seltsam

In Hamburg werden wir von einer vierköpfigen Delegation aus Freunden und Familie abgeholt. Und da war es auch schon, das ultimative Wiederkommengeschenk nach einer monatelangen Reise: eine Jutetüte voller deutscher Köstlichkeiten. Endlich wieder Käse!

Wir schlafen bei meiner Schwester, weil unsere Wohnung immer noch untervermietet ist. Wir sitzen noch lange zusammen und tratschen über dies und das.
Etwas verstört uns allerdings etwas:
Keiner sagt: „Ihr seht aber […] aus!“
Keiner fragt: „Und, wie wars?“
Keiner fordert: „Erzählt mal!“

Es ist schön und ungezwungen, wir sprechen über Erlebtes in der Heimat und Erlebtes in der Ferne. Viele unserer Waghalsigkeiten aus dem fernen Asien haben sie eh schon gelesen und Bilder von uns haben wir dank moderner Internetkommunikationsmedien sowieso ständig getauscht. Und schließlich hatten wir ja auch unsere Tanzvideos, bei denen unser Sein und Werden ein wenig nachverfolgt werden konnte. So kann man sich gleich aktuellen Themen widmen. Wir sitzen lange zusammen. Es ist fast 0.00, als wir ins Bett gehen. Für uns fühlt es sich theoretisch an wie 5.00 morgens, aber das bekommen wir in unserem Zurückkommensadrenalinwahn kaum noch mit.

Am nächsten Morgen wache ich leider schon um 5.30 deutscher Zeit auf. Ärgerlich. Aber dafür habe ich Zeit, die letzten Bilder etwas zurechtzuruckeln und mich aufs erste Frühstück in Hamburg zu freuen .

Jonas: „Ich hab voll Bock auf Reis!“
Anne: „Warte mal ab, bis du Markos‘ Frühstückstüte siehst!“

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Und dann können wir das wunderschöne Willkommensgeschenk endlich auspacken und sind überglücklich, wieder einmal deutsches Frühstück zu frühstücken: Schwarzbrot, Käse, Radieschen, Tomaten und Blaubeeren- ja!

 

23.07. – 27.07.: Back @ Bangkok und Reunion

Lustigerweise haben wir Chris und Pond wiedergetroffen. Die beiden verrückten Partykenner und Freelancer hatten wir in Vietnam auf Phu Quoc getroffen und seitdem per Internet Kontakt gehalten.
Einen Tag später haben wir Ye getroffen. Den wiederum hatten wir vorher in Myanmar in Mandalay getroffen. Er war gerade zufällig zur Lehrprobe für sein Deutschleherdasein in Bangkok.

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Wie gesagt: einen Tag später…

Diese beiden Wiedersehen haben unter anderen dazu beigetragen, dass für uns diese Reise abgeschlossen/ abgerundet worden ist. Es hat sich angefühlt, als hätte jedes Land, bzw. jede Station unserer Reise noch mal einen Vertreter geschickt, um uns würdig zu verabschieden.

Genächtigt haben wir im „Suk11“. Sukhumvit, Soi 11: Jeder Taxifahrer kennt die Gegend. Es ist in der Nähe der Skytrainhaltestelle „Nana“.
Ein von außen relativ klein wirkendes Höstelchen, was sich im Inneren jedoch über 5 Etagen und insgesamt über 5 oder 6 Reihenhäuser erstreckt. Die haben einfach bei allen Wänden, die man passieren muss, einen Mauerdurchbruch gemacht.

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Wenn man vom Treppenaufgang bei Zimmer 401 zu Zimmer 411 gehen will, passen pro „Haus“ zwei Zimmer hin, dann kommt einer dieser Durchbrüche. Die sehen auch noch relativ rusikal aus. Eigentlich sieht dor alles sehr rusikal aus. Die Wände sind maximal „beschmiert“, es stehen viele Sachen herum, die Gänge sind eng und dunkel. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass es scheinbar so gewollt ist, denn es ist absolut sauber. Es liegt nirgendwo ein Fitzelchen Staubkorn. Auch die Zimmer sind sauber und werden auf Anfrage auch täglich geputzt und man bekommt neue Handtücher. Tatsächlich sind die engen Gänge der Szenerie dem eines kleinen Dorfes nachempfunden. Andeutungen von Steinbeeten (ohne Pflanzen),  Andeutungen von niedrig hängenden Telefonkabeln, kleine Teiche aus Spiegeln, hier und da steht eine ausrangierte, verrostete Rikscha. Ab und zu eine Sitzecke mit zerlesenen Travelerbüchern, die zum Tausch angeboten werden. Über den Gängen haben die Zimmer alle kleine Regenrinnen (im Haus), und ein paar getrocknete Äste mit Zweigen lassen einen denken, man sei tatsächlich in irgendeinem kleinen Dorf gelandet.

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Ingesamt eine liebevolle, detailreiche Unterkunft zu moderaten Preisen. Es gibt dort ein einfaches Frühstück für 50 Baht, was vollkommen in Ordnung ist, wenn man Toast und Marmelade mag. Uns war das egal, wir haben in den letzten Monaten schon Schlimmeres gegessen.

Insgesamt ist diese Gegend sehr nett aufgezogen. Diese Soi 11, was soviel bedeuten könnte wie Gasse 11, ist gespickt mit sehr guten Restaurants und vor allem auch der Charlie Cheaps Bar. Ebenvoll super detailreiche Straßenkneipe, die wohl irgendwo als Geheimtipp stehen muss, denn es ist dort jeden Abend zum Bersten gefüllt mit Travellern.

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Gefüllt ist allerdings so ne Sache. Es ist halt eine Straßenkneipe, bei der längs (nicht quer), ungefähr auf der Hälfte der Straße, eine Kette mit dem Hinweis liegt, diese doch bitte nicht zu übertreten. Also quetschen sich alle in gewohnter Kneipenmanier hinter diese imaginäre Trennwand und fühlen sich scheinbar pudelwohl, wenn man sich auf dem Weg, den Kneipier eine Bestellung zuzubrüllen, ein wenig beschubsen und bedrängeln darf.
Die Bar bietet, ähnlich unserem Hostel, so unglaublich viel zu entdecken, dass es ein riesengroßer Spaß ist, da die ganze Zeit einfach nur hinzustarren. Aber ehrlich gesagt, finde ich das ein wenig unkommunikativ.
Hier ist ein Gazellenschädel, dort fährt eine kleine Eisenbahn vorbei.
Auf der einen Seite wackelt ein Fähnchen, auf der anderen Seite ein altes amerikanisches Autokennzeichen.

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Unten stehen diese drei lustigen Affen, die sich Mund, Augen, Ohren zuhalten, oben baumelt eine Schrumpfkopfattrappe.
Insgesamt sieht das Ganze mehr nach einer Voodooverkaufshöhle als nach einer Kneipe aus, aber es gibt dort nur Bier und günstige Cocktails. Der einfachheitshhalber alles für 2 Euro. Da kann man sich tatsächlich ein wenig herrlich betrinken.

Da war dieser eine Tag. Der hat sich angefühlt wie Montag. Montag ist eigentlich Tanzen, aber ehrlich gesagt… Och nö. Heute mal anders.

Wir lagen am Vormittag in diesem wunderschönen Park, haben die Seele baumeln und die Sonne scheinen lassen. Gut gepflegt, super in Schuss und mit Wachmann an jedem Eingang. Als wir rein wollten, mussten wir einen Augenblick vor verschlossener Tür warten, bis dieser eine, doch sehr trunkene Mann sich entfernt hat und der Wachmann auf der anderen Seite der Gittertür sein OK gegeben hat. Ein Park für die Besseren. Wobei… wer ist hier wer?

Den Chatuchak-Markt haben wir beim letzten Mal leider nicht besuchen können, deswegen war er diesmal fällig. Die Köpfe voller Einkaufsideen, das Portemonaie zum Platzen gefüllt mit kleinen Scheinen und zum Äußersten bereit haben wir uns todesmutig in das Verhandlungsgetümmel geschmissen. Nur leider hat uns überhaupt keiner angesprochen, ob wir etwas kaufen wollen. Das war ich so aus den letzten Wochen gar nicht mehr gewohnt. Ehrlich gesagt wollten die, bei denen wir etwas kaufen wollten, noch nicht mal mit uns reden, geschweige denn verhandeln. Wir haben ein paar sehr schöne Gegenstände gekauft, aber da war es ungefähr so: „Ok, mister, the price ist 1500 Baht. For you 10% discount and the new special price is 1300!“

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Auf Nachfrage, ob die noch weiter runtergehen können oder wollen, haben die nur den Kopf geschüttelt und freundlich gelächelt. Komisch. Damit hatten wir jetzt gar nicht gerechnet. Also gut. Strategie ändern und weiter. Wir haben uns damit vergnügt, schöne Wohnungseinrichtungs- und Dekorationsverkaufsräume zur allgemeinen Inspiration zu betrachten. Hier ist Hübsch und Schick neben Ramsch und Masse. Die Preise scheinen für mich hier angemessen. Billiger Plastikkram kostet wenig (wahrscheinlich immer noch zu viel) und Handgemachtes kostet fairerweise mehr. Teilweise fast schon europäisch (wahrscheinlich auch zu viel, aber das lässt sich mit einem besseren Gewissen einkaufen).

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Unser Highlight von der Woche war allerdings der Patpong Nightmarket. Man kann ihn bequem über die Haltestelle Sala Daeng erreichen. Dort waren wir in der ersten Woche auch schon und haben uns dort kräftig übers Ohr hauen lassen. Hinter Straßenverkaufsständen, wo die Händler am Ende jeder Verhandlerei einen Nervenzusammenbruch zu kriegen scheinen und einem mit Tränen in den Augen von ihrer Familie erzählen (dabei ist es völlig egal, wie hoch und gerechtfertigt der Preis ist), gibt es das ständige Angebot einer Pingpong-Show. Was nun ganz genau hinter dieser Darbietung verbirgt, weiß ich allerdings nicht. Man konnte nur einen kleinen Eindruck durch die halboffenen Türen erspähen: Junge Mädchen räkeln sich dort lasziv und gelangweilt, ohne Kunden auf den Thresen. Teilweise stehe die da zu zehnt drin und wackeln mit dem Hintern.
Tatsächlich lädt dieser Nachtmarkt zum Handeln ein. Hemden, die zu 400 Baht (10 Euro) feil geboten werden lassen sich bequem auf 150 Baht (etwa 4 Euro) runterhandeln. Wahrscheinlich wäre noch mehr möglich gewesen, aber dazu reichte das neuerlernte Verhandlungsgeschick nun doch nicht aus.

22.07.: Rückflug Teil 1

Von Manila aus sind wir nach Bangkok geflogen. Aber nicht einfach so. Schließlich waren wir ja auf den Philippinen. Hier läuft bei den großen Reiserouten nichts ohne Verspätung.

Irgendwann während des letzten Monats sind wir auf den Trichter gekommen, unseren Blog noch zu erweitern, zu vergrößern und eventuell von dem chronologischen Reiseblog für Freunde und Familie eher zu einem Tipps-Blog für Neureisende nach Südostasien umzuschwenken. Also haben wir die Zeit am Flughafen mit köstlicher Warterei und Gehirnstürmerei verbracht. Es sind sehr viele, sehr gute Sachen dabei rumgekommen, die wir dann zu gegebener Zeit demonstrieren werden. Wahrscheinlich wird sich die Blogstruktur ändern, eventuell wird es einen kleinen Einkaufsladen geben und noch viele Spielereien mehr. Aber davon erzählen wir ein anderes Mal.

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Irgendwann sind wir dann doch abgeflogen und hier kommt der Reisetipp schlechthin:

Wenn die im Flugzeug Bier oder andere alkoholische Getränke anbieten, darf man ruhig zugreifen. Es ist ein Heidenspaß, sich dort ein wenig zu betrinken. Da man auf einer Flughöhe von acht- bis elftausend Meter ist und der Kabinendruck einem vorgaukelt auf „nur“ dreitausend zu sein, ist der Luftdruck doch ungleich höher als am Boden, sodass 3 Bier ausreichen,  bis man ein wenig angetüdelt ist. Wir haben es ausprobiert und für gut befunden!

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Endlich wieder frische Thaisäfte

In Bangkok angekommen, erwartete uns der gleiche Flughafen, an dem wir vor knapp 3 Monaten auch schon mal angekommen waren. Die Wege waren bekannt, sodass wir zielstrebig zu den Taxen gehen, uns eine Nummer ziehen und einsteigen konnten.

Der Taxifahrer bot uns an, dass er uns für 400 Baht an unser Zielhotel fahren könnte. Natürlich ohne Taximeter. Vom letzten Aufenthalt wussten wir, dass die Fahrt aber nur ca. 350 Baht kosten sollte. Natürlich fuhren wir mit Taximeter.

Nächster Reisetipp für alle:

Bangkok = Taximeter! Keine Diskussion!

Leider hat uns der blöde Fahrer noch einen Umweg gefahren, ist noch tanken gegangen und hat währenddessen wie selbstverständlich das Taximeter mitlaufen lassen, sodass wir am Ende auch bei  350 Baht waren. Die eigentliche Fahrt hätte möglicherweise 300 Baht gekostet. Auf unser energisches Drängen hin, dass wir das nicht zahlen wollen, ist er richtig ausfallend und laut geworden. Er hat gesagt, dass er kaum Englisch spricht. Dass wir nicht bezahlen wollen, hat er aber sehr gut verstanden. Irgendwann hat er rumgeschrien und irgendwas von Polizei gefaselt. Da hatten wir dann doch keine Lust mehr drauf und haben den Preis bezahlt, den er haben wollte. Blödbommel!
Ganz doof sowas, das macht für mich schlechte Stimmung beim Ankommen in der Stadt und generell eigentlich auch. Da fällt mir auf, wie leichtfertig ich damals beim Ankommen von dem „ehrlichen Taxifahrer“ geschrieben hatte. Offensichtlich ist das doch keine Selbstverständlichkeit.

21.07.: Ein Tag auf der Terrasse im Wanderer‘s Guesthouse

Irgendwie sind wir während unser gesamten Tour immer an diesen Traveller- oder Backpackerabsteigen vorbei gekommen. Also wir sind nicht vorbeigekommen im Sinne von: Wir waren drin, sondern, wir waren nicht drin. Es ist sozusagen an uns vorbei gegangen. Und wir sind auch sehr froh drum.

Wir haben uns die Zeit in Manila eingeplant, um noch vor unserer Rückreise wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Zu entspannen. Am Blog zu arbeiten. Vergangenes und Erlebtes noch einmal gemeinsam zu verarbeiten.

Es ist ein Backpackerhotel, wie es im Buche steht. Viele Mehrbettschlafzimmer, einige Doppelbetträume, die so breit sind wie das Doppelbett und sich jeweils mit 8 anderen Räumen eine Gemeinschaftsdusche/-toilette teilen. Unser Zimmer ist recht klein, aber wenigstens muss sich der eine nicht aufs Bett stellen, wenn sich der andere umziehen will, weil es zu eng ist.

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WiFi gibt es nur im Aufenthaltsraum, bzw. auf der Dachterrasse, was gut und schlecht gleichzeitig ist. In der heutigen Gesellschaft ist es scheinbar unvorstellbar geworden, dass wir uns ohne Handtelefoniergerät oder internetfähiges Medium bewegen. So zentrieren sich die Menschenmassen hier um die Steckdosen. Das Gute an dieser WiFi-Einschränkung ist, dass alle Traveller sich oben auf der Terrasse aufhalten. Das Schlechte ist, dass nur die wenigsten sich analog unterhalten. Die meisten, wie wir heute auch, nutzen den Wahnsinn der Moderne und kommunizieren mit Menschen, die weiter weg sind als 5 Meter.

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Also sitzen wir den ganzen Tag auf der Terrasse und schreiben, bearbeiten Fotos und genießen die Szenerie mit den Leuten.

Es ist zwar noch relativ früh am Morgen. Diejenigen, die gestern gefeiert und getrunken haben, sind natürlich noch nicht aus den Kojen, dafür anderes relativ amüsantes Volk.

Ich habe mir den Spaß gemacht und die Leute um ein Bild von deren Frühstückstisch gebeten.

 

Darf ich vorstellen:

Er Engländer. Mitte 50. Lektüre.

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Er Amerikaner. Um die 60. Guckt, seit wir angekommen sind, auf den Fernseher in der Wohnzimmeratmosphäre.

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Er Koreaner. Mitte 20. Typischer Potthaarschnitt. Laptop + Smartphone + Tablet. Kein Frühstück.

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Er Franzose. Sie Vietnamesin. Mitte 20 bis 30. Typische Backpacker. Gebräunt. Bärtig. Zerzauste Haare. Freundschaftsbänder, Ketten, Ohrringe, Tattos. T-Shirts mit Landesaufdruck von irgendwo.

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Sie Engländerin. Ende 70. Betreibt mit jedem Smalltalk. Langes Tunikakleid. Sieht aus, als käme sie direkt aus Afrika. Scheinbar reiseerprobt.

Während wir so rumsitzen und arbeiten, kommen nach und noch noch mehr Menschen aus den Betten gekrochen.

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Er Engländer. Mitte 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Auch ohne Alkohol eine latent lallende Stimme. Gegelte Haare.
Sie Thailänderin. Anfang 20. Schlank. Gutaussehend. Guckt unbeteiligt auf ihr Smartphone.
Wahrscheinlich ein Paar.

Er Engländer. Anfang 40. Verkatert. Thailändische Freundin. Beschimpft seine Begleitung die ganze Zeit lauthals öffentlich. Trägt eine Brille ohne Gläser. Hat sich heute morgen ein Tattoo stechen lassen.
Sie Thailänderin. Anfang 40. Etwas rundlich. Versucht, sich von der Schimpferei nichts anmerken zu lassen.
Möglicherweise kein Paar (mehr).

Er Koreaner. Ende 20. Trägt seinen Laptop auf die Terrasse und verschanzt sich sofort dahinter.
Sie Koreanerin. Ende 20. Kommt 5 Minuten später, setzt sich ihm wortlos gegenüber und versteckt sich ebenfalls hinter dem Laptop.
Eventuell (bald) (k)ein Paar.

20.07.: Manila: Altstadt und Oceanarium

Radius ausdehnen

Am zweiten Tag in  Manila fanden wir, es wurde Zeit, unseren Radius von Hostel – Seven Eleven – Essenssuche – Hostel etwas auszudehnen. Beim Frühstücken im Wanderer’s Guesthouse hatten wir Regina kennengelernt. Sie war kurz nach dem Abi aufgebrochen, um in Neuseeland und Australien zu leben und zu reisen und machte nun auf ihrem Rückweg einen Abstecher auf die Philippinen. In Manila hatte sie nur einen Tag eingeplant und wollte also heute die Stadt erkunden. Nur machten ihr Horrorgeschichten, die ihr da auf der Terrasse präsentiert wurden, etwas zu schaffen: „Allein in Manila? Was, überhaupt alleine unterwegs, als 18-Jährige?“ Was habe sie denn vor? Alleine die Stadt ansehen – auf keinen Fall! Das einzig Vernünftige wäre, den Tag im Hostel zu verbringen und zu schlafen. Maximal, aber wirklich nur, wenn sie sehr abenteuerlustig wäre, könne sie doch unten auf der Straße etwas zu essen suchen. Aber allein  in den Park laufen – auf keinen Fall!

Uns waren auch schon irgendwelche Geschichten erzählt wurden, dass Manila die unsicherste Stadt in Asien sei, die Gefahr auszurauben extrem hoch, voller Bettler und Drogenabhängiger und dass man bestimmte Stadtviertel unbedingt meiden solle.
„But anyways, just have an extra look“, hatte Christophers Mutter uns in Batangas trotzdem als Rat mitgegeben. Wie es sich da mit den ganzen Warnungen als Alleinreisende anfühlt, konnte ich mir gut vorstellen.

Ein paar Tipps

Solche Horrorgeschichten sollte man sich auf jeden Fall anhören und auch wahrnehmen. Passieren kann immer und überall etwas; in Saigon, in Manila, in Barcelona oder in Hamburg. In einigen Ländern ist es vermeintlich sicherer, in anderen unsicherer. Während der ganzen Zeit auf den Philippinen ist uns jedoch nichts dergleichen passiert und wir haben auch kaum etwas davon mitbekommen. Trotzdem gilt:

  • Wenn man einen größeren Geldbetrag mit sich führt, lohnt es sich, den an mehreren Orten zu verteilen (Rucksack, Bauchtasche, Deckelklappe, Portemonnaie).
  • Auf wertvollen oder wertvoll scheinenden Schmuck sollte man verzichten, der wird einem im schlimmsten Fall vom Körper gerissen.
  • Falls man ein Smartphone besitzt und mit auf Reisen nimmt, dies gerne in etwas ruhigeren Ecken (z.B. an eine Hauswand gelehnt) oder in Gebäuden benutzen; da ist die Gefahr, dass sie von Mofafahrern aus der Hand gerissen werden, geringer.
  • Selbstbewusst, aufrecht und mit offenem Blick durch die Stadt gehen. Lächeln, wann immer möglich. Das ist gut für das Selbstbefinden und für die anderen. Und im Idealfall bekommt man ein Lächeln zurück, oder auch zwei.
  • Wenn man sich unsicher durch eine Stadt bewegt, sieht es so aus, als ob man versucht, etwas zu verbergen, und das macht potentielle Taschendiebe aufmerksam.
  • Eine Bauchtasche und zuknöpfbare, tiefe Hosentaschen lohnen sich. Wenn wir uns mal unsicher gefühlt haben, weil doch eines der Bettelkinder uns zu lange begleitet hat, haben wir einfach die Hand in die Hosentasche gesteckt, wo das Handy ist und ein wenig Zug auf die Hose ausgeübt, damit man das Portemonnaie in der Gesäßtasche deutlich spürt. Dadurch wussten wir, dass unser Hab und Gut an der richtigen Stelle ist und konnten ungezwungen zurück lächeln.

Tatsächlich ist in Manila scheinbar die Hälfte der männlichen Bevölkerung ein Wachmann. An jedem besseren Restaurant, an jedem Hostel, an jedem Hotel, an jeder Bank steht ein Wachmann, der einem aus lauter Langeweile die Tür aufhält und einen freundlich begrüßt. Damit kommt er weniger seiner Wachmanntätigkeit nach, sondern viel mehr der eines Portiers.  Wenn man sich also als Traveller durch die großen Städte dieses Landes bewegt, kann man sicher sein, dass an jedem Punkt der Reise (schlafen, essen, Sightseeing) eher ein Wachmann als ein Bettler steht.

Altstadt erkunden

Wie auch immer, wir machten uns trotz der abschreckenden, aber gut gemeinten Ratschläge mit Regina auf den Weg in Richtung Altstadt. Zu dritt ist man weniger allein.
Der Baywalk an der Bucht entlang war tatsächlich nicht ganz so schön anzusehen: einige ziemlich kaputte Existenzen (zahnlose Männer, die auf Pappen liegend um Geld baten, Frauen, die hüfthoch im Wasser standen und im darin herumtreibenden Müll nach etwas Brauchbarem suchten) und viele schmutzige Kinder mit zerrissenen Klamotten, ebenfalls auf der Suche nach Geld.
Unsicher haben wir uns aber trotzdem in keinem Moment gefühlt.
Angefasst hat uns keiner. Die Erwachsenen sind meistens einfach an dem Ort geblieben, wo sie vorher auch waren. Die Kinder tun einem nichts. Meistens begleiten sie einen für mehrere Meter und versuchen das traurigste Gesicht der Welt aufzusetzen. Für uns war das fast schon ein bisschen unwirklich und wir mussten häufig lachen. Bei den Kindern, die einen begleiten, hatten wir schon etwas Sorge um unsere Tascheninhalte, aber wenn man den Kindern nicht mit Ignoranz und Ablehnung begegnet, sondern sie direkt anschaut (und somit ganz genau weiß, wo ihre Hände gerade sind) und ihnen lächelnd und bestimmt zuspricht, dass sie nicht so traurig sein sollen (Sprache ist hierbei egal, es zählt die ruhige Stimme), geben sie meistens irgendwann auf und laufen zum nächsten „Kunden“.


Die Altstadt hatte sogar viel mehr Charme als ich erwartet hätte. In einigen Gebäudekomplexen aus dicken Steinmauern kann man sich wie im mittelalterlichen Spanien fühlen. Da liegt in jedem Hof ein alter, tiefer Brunnen und die Innenhöfe sind mit Topfpflanzen verschönert, die vor den weiß gekalkten Mauern strahlen.

Das Silahis Center – (Homepage)

Das ist tatsächlicher der Traum eines jeden Andenkenshopshoppers. Was auf den ersten Eindruck wie Gerümpel aussieht, entpuppt sich auf den zweiten als liebevoll dekorierte Ladenauslage. An jeder Ecke und jedem Winkel, an der Decke und sonst überall auch hängen und stehen große und kleine Sachen, die man sich an die Wand hängen, hinstellen, etwas reinlegen etc. kann. Der Laden ist voll nach unserem Geschmack, deswegen haben wir hier ein paar Bilder.

Oceanarium ansehen

Zum Abschluss unserer Stadttour gingen wir ins Oceanarium. Das kann man sich wie eine Mischung aus Aquarium und Zoo vorstellen. Leider wird artgerechte Tierhaltung hier nicht gerade groß geschrieben und es kam mir eher wie eine große Touristenabzocke vor, wo man ein paar Seelöwen vorführt und die Besucher in eine Antarktiswelt führt. Das eigentliche Aquarium allerdings war wirklich schön. Alle Tiere, die wir in den letzten Wochen beim Schnorcheln und Tauchen gesehen hatten, konnten wir nun nochmal in Ruhe und von Nahem bestaunen.

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Höhepunkt des Oceanarium war ein großer Wassertunnel, durch den man läuft und dabei von Rochen, Haien und bunten Fischen umschwommen wird. Für uns sah das nach dem perfekten Hintergrund für unser vorletztes Tanzvideo aus. Montag wäre tanzen gewesen. Wir tanzen stattdessen heute, hier unter Wasser.

19.07.: Die letzten Tage

Die letzten Tage hängen uns ganz schön in den Knochen. Sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen.

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Seit fast 2 Wochen sind wir an jedem Ort nur eine Nacht geblieben. Maximal 2 Nächte, aber dann mit viel Aktivität. Das schlaucht ganz schön.
Jeden Tag Hitze.
Jeden Tag Sachen packen.
Jeden Tag neu orientieren.
Jeden Tag sehr lange eng gedrängt in Jeepneys, Tryciceln oder Bussen sitzen.
Jeden Tag sind wir mehrere Stunden gereist. Meistens mit sehr lauten und lärmenden Gefährten. Gemeint sind hier Transportmittel.

 

 

Warum machen wir das?, könnte man sich fragen. Wir könnten ja auch fliegen. Einsteigen und ZACK! Angekommen. Aber nein. Anne und Jonas begeben sich trotzdem auf die Abenteuertour, von der uns doch so oft abgeraten wurde.

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Ja, warum?
Ehrlich gesagt hat das irgendwie Spaß gemacht. Wir haben so unglaublich viele tolle Menschen getroffen. Haben das Land der Filippinos und Filippinas auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie es wahrscheinlich noch keiner vor uns gesehen hat und auch keiner nach uns sehen wird.
Jetzt im Moment sind wir zwar völlig im Eimer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Nachhinein wunderbare Geschichten werden erzählen können. Momentan kann ich nicht eine einzige Geschichten in Worte fassen, weil jede für sich wahrscheinlich mehrere Seiten füllen würde. Anne und ich haben uns darauf verständigt, nur die Tage ein wenig zu beschreiben und uns später den Details anzunehmen.

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Nur so viel:
Wir haben geschummelt und wurden beschummelt.
Wir waren aufrichtig und Menschen waren aufrichtig mit uns.
Wir haben geholfen und uns wurde geholfen.
Wir haben gelacht und es wurde mit uns gelacht.
Wir haben gekocht und wir wurden bekocht.
Wir haben über Leute gelacht und die Leute haben über uns gelacht.

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Wir haben uns falsche Namen geben lassen.

Das waren die vergangenen Tage; die zukünftigen sitzen uns genauso in den Knochen.
Es soll nach Hause gehen. Der letzte Teil der Reise hat begonnen. In 8 Tagen geht der Flieger von Bangkok zurück nach Hamburg. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, sind 8 Tage mehr als eine Woche. Das ist so viel, als würde man selber noch mal ´ne ganze Woche Urlaub machen. Aber wir haben uns bewusst die Zeit genommen, um noch mal zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren. Wir haben keine großen Pläne mehr, keine Tourismusziele, kein Sightseeing. Weder hier in Manila, noch in Bangkok.

Und gerade dieses Entspannen, Runterkommen, Reflektieren fordert doch ´ne ganze Menge Kraft. Es schwirren uns neue und alte Ideen durch den Kopf. Wir haben viele Ideen und Eindrücke bekommen. Ich bin mal wieder sehr froh, dass wir diesen Blog schreiben. So können wir uns zumindest den Weg für später bewahren oder noch mal gucken, was wir wo alles erlebt haben.

Wenn wir tatsächlich irgendwann wieder zurück im deutschen Alltagsleben sind, graut es mir schon vor dieser dieser Arbeits- und Geldverdienereiverpflichtung. Aber was soll man machen. Man kann ja schließlich nicht die ganze Zeit durch die Gegend reisen. So schön das auch ist.

Das günstigste Hotel in Manila

Auf allen uns bekannten Wegen haben wir uns über unterschiedliche Preise für Hotelzimmer in Manila informiert. Fazit: Es gibt Dorms für wenig Geld und Zweibettzimmer, die ausgebucht oder völlig überteuert sind.

Wir haben die günstigste auffindbare Möglichkeit gewählt und sind in der „Pension Natividad“ gelandet. In den Kritiken auf booking.com und Tripadvisor stand schon drin, dass es hier sehr laut und eher einfach sei. Auf der Straße würde man Drogies und Bettler finden. Aber das sollte uns nicht stören. Schließlich haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen genügend Simplizität und Armut gesehen. Das einzige Problem war nur, dass ein klimaanlagenkühlbares Zimmer hier 30 Euro pro Nacht kosten soll. Man kann auch in einen Dorm gehen, aber das wollten wir nicht.

Handtücher kann man hier gegen Pfand ausleihen. Soetwas sehen wir hier zum ersten Mal. WiFi gibt es im Restaurant und im direkt daneben gelegenen Café. Leider nicht auf den Zimmern.

In unserem Zimmer gibt es zwar eine Klimaanlage, nicht jedoch eine Fernbedienung, so dass man ständig aufstehen muss, um die Temperatur zu verändern. Die Mückenschutzgitter vor dem Fenster sind leider nur lieb gemeint, nicht aber von Nutzen, da sie sich an allen Stellen aus der Verankerung lösen.
Die motorisch lärmende Geräuschkulisse lädt zum abendlichen und nächtlichen Entspannen ein. Auf der Straße rauschen die Autos, ähnlich wie das Wasser am Meer und nebenan hämmern und bohren die Bauarbeiter. Insgesamt fühlt man sich hier wie im Dschungel. Im Großstadtdchungel. Muss man mögen. Wir mögen es nicht.

Es gibt eine wunderbare Kaltwasserdusche unter der man sich erfrischen kann. Warmes Wasser bekommt man nur, wenn man lange genug wartet.

Das Frühstück ist nicht inklusive, aber sehr lecker. Seit langer Zeit gibt es mal wieder frisches Obst und Gemüse für uns. Und frisch gebrühten Kaffee. Der lässt meinen Blutdruck schon beim Anblick auf 150/90 steigen. Nach dem Trinken muss ich mich erstmal ausruhen. Ich bin wohl das Koffein nicht mehr gewohnt. Man findet hier neben selbstgemachtem Weizenbrot auch noch Weizenkekse.

Fazit: Das Essen ist einfach und lecker. Westler orientiert, zu moderaten Preisen. Das Zimmer bekommt von mir eine 5. Da kann man sich nicht wohlfühlen und ist leider mit 1500 Pesos viel zu überteuert. Insgesamt hat uns die eine Nacht inklusive Abendessen und Frühstück 2600 Pesos gekostet.
Es bleibt nur bei dieser einen Nacht. Wir ziehen um.

19.07.: Die letzten Tage

Die letzten Tage hängen uns ganz schön in den Knochen. Sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen.

Seit fast 2 Wochen sind wir an jedem Ort nur eine Nacht geblieben. Maximal 2 Nächte, aber dann mit viel Aktivität. Das schlaucht ganz schön.
Jeden Tag Hitze.
Jeden Tag Sachen packen.
Jeden Tag neu orientieren.
Jeden Tag sehr lange eng gedrängt in Jeepneys, Tryciceln oder Bussen sitzen.
Jeden Tag sind wir mehrere Stunden gereist. Meistens mit sehr lauten und lärmenden Gefährten. Gemeint sind hier Transportmittel.
Warum machen wir das?, könnte man sich fragen. Wir könnten ja auch fliegen. Einsteigen und ZACK! Angekommen. Aber nein. Anne und Jonas begeben sich trotzdem auf die Abenteuertour, von der uns doch so oft abgeraten wurde.

Ja, warum?
Ehrlich gesagt hat das irgendwie Spaß gemacht. Wir haben so unglaublich viele tolle Menschen getroffen. Haben das Land der Filippinos und Filippinas auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie es wahrscheinlich noch keiner vor uns gesehen hat und auch keiner nach uns sehen wird.
Jetzt im Moment sind wir zwar völlig im Eimer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Nachhinein wunderbare Geschichten werden erzählen können. Momentan kann ich nicht eine einzige Geschichten in Worte fassen, weil jede für sich wahrscheinlich mehrere Seiten füllen würde. Anne und ich haben uns darauf verständigt, nur die Tage ein wenig zu beschreiben und uns später den Details anzunehmen.

Nur so viel:
Wir haben geschummelt und wurden beschummelt.
Wir waren aufrichtig und Menschen waren aufrichtig mit uns.
Wir haben geholfen und uns wurde geholfen.
Wir haben gelacht und es wurde mit uns gelacht.
Wir haben gekocht und wir wurden bekocht.
Wir haben über Leute gelacht und die Leute haben über uns gelacht.

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Das waren die vergangenen Tage; die zukünftigen sitzen uns genauso in den Knochen.
Es soll nach Hause gehen. Der letzte Teil der Reise hat begonnen. In 8 Tagen geht der Flieger von Bangkok zurück nach Hamburg. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, sind 8 Tage mehr als eine Woche. Das ist so viel, als würde man selber noch mal ´ne ganze Woche Urlaub machen. Aber wir haben uns bewusst die Zeit genommen, um noch mal zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren. Wir haben keine großen Pläne mehr, keine Tourismusziele, kein Sightseeing. Weder hier in Manila, noch in Bangkok.

Und gerade dieses Entspannen, Runterkommen, Reflektieren fordert doch ´ne ganze Menge Kraft. Es schwirren uns neue und alte Ideen durch den Kopf. Wir haben viele Ideen und Eindrücke bekommen. Ich bin mal wieder sehr froh, dass wir diesen Blog schreiben. So können wir uns zumindest den Weg für später bewahren oder noch mal gucken, was wir wo alles erlebt haben.

Wenn wir tatsächlich irgendwann wieder zurück im deutschen Alltagsleben sind, graut es mir schon vor dieser dieser Arbeits- und Geldverdienereiverpflichtung. Aber was soll man machen. Man kann ja schließlich nicht die ganze Zeit durch die Gegend reisen. So schön das auch ist.

17.07. – 18.07.: Fahrt nach Manila

Am Nachmittag hat Christopher uns an Joan übergeben. Wir hatten bei ihm nämlich für 2 Nächte angefragt, er konnte uns jedoch nur für eine Nacht hosten und hat uns an seine Bekannte, Joan, vermittelt.

Die „geheime Übergabe“ hat in der Mall von Batangas stattgefunden. Nach Kaffee und Kuchen und einem kurzen Sight-seeing-Kirchenbesuch sind wir mit verschiedenen Jeeps zu Joan gefahren. Vorbei der Luxus des eigenen Autos bei Christopher.

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Joan war wirklich sehr nett. Es gab abends ein riesen Buffett mit allem möglichen Krimskrams, der genau auf die Bedürfnisse eines Durch-die-Philippinen-Reisenden zugeschnitten war (das heißt vor allem: eine riesige Schale Salat und Rotwein!).
Noch am Abend rückte Joan mit der Überraschung raus: Sie hatte sich einen Tag frei genommen, um mit uns nach Taal und zum Vulkan zu fahren. Sie hat die Strecke schön öfters mit Couchsurfern oder Freunden gemacht und wollte sie uns nun auch zeigen. Echt toll. Leider mussten wir diesen Plan am nächsten Morgen wieder schmeißen, weil Anne eine ziemliche Erkältung ausgebrütet hat und ich mich ehrlich gesagt auch nach etwas Ruhe gesehnt habe.

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Am Montagmorgen sind wir dann alle zusammen aufgebrochen, wieder mit 3 Jeeps zum Busbahnhof und von dort nach Manila weiter. Joan konnte dann doch noch relativ rechtzeitig ins Büro und hat dort einen halben Tag gearbeitet.  Wir sind weiter zum günstigsten Hotel, welches wir im Vorfeld ausfindig machen konnten.

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Heute ist Montag. Montag ist Tanzen. Immer. Heute nicht. Wir sind zu kaputt. Aber bald!
Und der Plan steht: Wir kommen wieder nach Batangas und werden dort auf dem Vulkan tanzen.