22.05.: Royal Palace mit ohne Silberpagode

Es geht zum Königshaus. Wenn wir schon mal in einem Königreich sind, dann kann man sich auch gleich sein Wohnhaus angucken. Tatsächlich habe ich mir auch mal überlegt, etwas Ähnliches für mich zu bauen. Ein nettes kleines Empfangszimmerchen mit goldenen Thron und langem roten Teppich, ein bisschen goldene Dachschindeln mal hier und mal da und den Familienschmuck (Zepter und Krone) in einem eigenen kleinen Häuschen auf dem Platz hinter dem Empfangstor, falls mal jemand vorbei kommt. Drumherum ein paar rasierte Bäume… So ließe sich das Leben leben.

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Nebenan, quasi auf dem Nachbargrundstück, hat sich die Königsfamilie seit Generationen begraben lassen. Für die verstorbenen Könige, deren Ehepartner und teilweise auch für Kinder, die nicht König geworden sind, wurden hier Denkmäler und Stupas geschaffen. Ein weiteres Highlight soll laut Reiseführer die Silberpagode sein. Die wurde zwar mit handgeschriebenen Schilder und Pfeilen ins Irgendwo ausgeschildert, gefunden haben wir sie jedoch nicht. Erst bei anschließenden Recherchen haben wir festgestellt, dass es sich bei der Wat Praeh Keo Morokat um eben diese Silberpagode handeln soll. Angeblich, weil der ganze Boden voller silberner Kacheln sei. Das konnten wir jedoch nicht überprüfen, weil alles mit Teppichen ausgelegt war.

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Nach einer kurzen Pause haben wir am Nachmittag noch das Nationalmuseum besucht. Die haben praktischerweise alle Exponate nach Material sortiert. Schade nur, dass sonst kaum was beschrieben ist und dass es kreuz und quer durch die Jahrhunderte sortiert ist. In den Ecken des Rundgangs ist jeweils eine völlig aus dem Zusammenhang gerissene Sonderausstellung. So stehen beispielsweise hinduistische Steinskulpturen neben einem ErsteweltkriegU-Bootdokumentationsfernseher.

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Zu beachten ist hier das charmante Hinweisschild: „No sitting“ 😛

Abends gab es nach einer entspannenden Massage bei einem fast-Gewitter-Himmel-Sonnenuntergang amüsante Cocktailkreationen inklusive Fotosession.

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04.-05.05.: Fruchtsaft und Cocktails

Die letzten beiden kompletten Tage hier in Myanmar gehen relativ faulenzend an uns vorbei. Die Kraft ist aus und die ewige Hitze von 40°C oder mehr macht uns beiden tatsächlich sehr zu schaffen. Es bleibt viel Zeit zum Resümieren und um nachzudenken.

Am Ende einer kurzen Shoppingtour am Morgen wollten wir uns noch einen Fruchtshake holen. Das Lokal sah sehr vielversprechend aus. Es gab eine große Liste inkl. Bilder zur Auswahl (Erdbeere, Papaya, Mango, Limette, Wassermelone, Honigmelone, Apfel, Zitrone, Honigzitrone, Orange…). Aus Erfahrung wussten wir, dass die manchmal nicht alles vorrätig haben, deswegen haben wir nachgefragt:

„Yes, yes, everything!“, war die Antwort.
Also habe ich Honigmelone bestellt und Anne einen Erdbeer-Shake.
„Hoke, hoke (ja, ja)!“
Der Kellner geht weg.
Der Kellner kommt wieder.
„Ähm… Honeymelon… No! Papaya … no!“
Ok, dann nehme ich Mango, Anne Wassermelone.
Der Kellner dreht sich kurz zweifelnd um, geht aber nicht weg.
„Mango… no! Watermelon …no“.
OK, was habt ihr denn dann?
„Orange!“.
Gut, dann Orange. Zwei mal bitte.

Ein ausgedehnter Mittagschlaf und die ersten Postkarten können geschrieben werden. Und es bleibt auch Zeit für den Blog. So viel Spaß das Schreiben auch macht, es ist doch immer erheblich viel Zeit, die die ganze Prozedur frisst. Ich beschreibe 3 Tage in 4 Seiten und Anne liest das ganze Korrektur. Eine wahnsinnig dankbare Aufgabe für mich, da ich und die Rechtschreibung noch nie so richtig Freunde geworden sind. Aus Spaß könnten wir ja mal einen Text unkorrigiert lassen, aber da hat keiner Freude dran, glaube ich. Anne liest sich also durch mein Gedankengewusel und wählt Bilder aus, bearbeitet diese, stellt die ins Netz und schwupps ist wieder ein Tag vergangen und wir beide wissen nicht, was genau eigentlich passiert ist oder wie wir den Tag verbracht haben.

Abends wollen wir Cocktails trinken und finden ein relativ westlich orientiertes Etablissement mit wunderschöner Holzdekoration. Es gibt Rosensirup mit Creme de Cassis, Lychee mit Zitronengras, Caipirinha mit Passionsfrucht und irgendwas mit aufgewickelter Gurke und Blume im Glas. Ein Cocktail hieß „A reason to lie“, aber ich weiß leider nicht mehr, was da drin war. Hat auf jeden Fall tüchtig tüddelig gemacht.
Irgendwann gegen 19.00 Uhr ist der Strom ausgefallen, dann gab‘s nur noch Kerzenlicht.
Sehr romantisch.
Aber leider auch keine Klimaanlage oder Ventilatoren mehr.
Sehr unromantisch.
Um 20.30 Uhr sind wir beide völlig verschwitzt und am Ende unserer Kräfte nach Hause gegangen und haben uns schlafen gelegt. Schluss mit Romantik. So einen schweißtreibenden Abend hatte ich zuletzt in der Sporthalle.

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