(PH) Tipps von Joan

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Hier sind wir mit Joan in der Mall of Asia in Manila.
Joan hat uns im Haus ihrer Familie in Batangas gehostet. Wir haben uns sofort gut verstanden und  uns deshalb in Manila wiedergetroffen.  Joan hat uns nicht nur viele gute Tipps zum Bloggen gegeben, sondern uns auch fünf ihrer schicken Armbänder verkauft. Hier könnt ihr euch auf ihrem Blog umsehen und in Joans Shop stöbern. Falls ihr mal nach Manila kommt, fragt sie doch, ob sie euch treffen kann: https://www.couchsurfing.com/people/jhowayne-contreras

Weil uns Joan so sympathisch war, wollten wir ein paar Dinge von ihr wissen. Die Antworten findet ihr hier:


1.
Joan, what is your favourite Filipino Music?

One of the popular Filipino bands that I like is Parokya ni Edgar.  This band was formed in 1993 and is known for original rock novelty songs. One of their best songs that I like the most is Harana*.

*Harana in English means Serenade.

Here you can listen to the song:

And if you feel prepared to sing along, click here:


2. Which Filipino book impressed you most?

I still remember that when I was in Secondary School I had a subject called History. We read 2 novels written by Doctor Jose P. Rizal, a Philippine National Hero. These books are entitled Noli Me Tangere (Touch Me Not) and its sequel El Filibusterismo (The Subversive).

The novel’s best lines are in my opinion:

  1. “Ang hindi marunong magmahal sa sariling wika ay higit pa sa hayop at malansang isda.”  In English: “He who doesn’t love his own language is worse than an animal and smelly fish.”
  2. “Nasa Kabataan ang Pag-asa ng Bayan.” In English: “Filipino youth is the hope of the country”

For a brief introduction please click the link attached: http://www.penguin.com/read/book-clubs/noli-me-tangere-touch-me-not/9780143039693

I found one German edition which is only available at Amazon:

https://www.amazon.de/Noli-me-tangere-Jos%C3%A9-Rizal/dp/3000528474/ref=sr_1_5?ie=UTF8&qid=1470339071&sr=8-5&keywords=jose+rizal

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3. Is there any great Filipino movie?

For me, this movie is not sooo great but close to good movie 😀

That Thing Called Tadhana is a romantic comedy movie. It is a story of a broken hearted girl who met a boy in a not so normal way. Both in despair out of love, they form a charming friendship that will take them to Sagada (one of the famous tourist spots in the Northern Part of the Philippines) in their attempts to mend each other’s hearts.

*Tadhana in English: Fate


4. And what is your favourite Filipino dish?

I love cooking. My favourite Filipino dish is Sinigang na baboy.

 
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5. Joan, please teach us a funny phrase with which we can surprise locals.
 

Bulaga! – In English that means Booo!

My boss always surprises me, and they were so happy and laughing out loud when they heard me scream!


6. Last but not least, please give us a reason why a young German traveler should visit your country!

Actually, anyone should visit Philippines. The Philippines offer so many beautiful places to visit, history and cultures to share, local food to taste, and indigenous people to meet.

 

Tipps von den Locals

Der Urlaub ist eingereicht.
Der Flug ist gebucht.
Der Rucksack ist schon vom Dachboden geholt worden.
Es geht bald los.

Wie bereitet man sich am besten auf ein Land vor? Na klar, man kann einen Reiseführer lesen. Irgendeinen; es steht ja meistens eh überall dasselbe drin.
Aber wie noch?

Man könnte an einem verregneten Tag einen Film gucken. Aber welchen?

Man könnte sich auch auf dem Weg zur Arbeit Musik anhören. Aber welche?

Man könnte die Sprache lernen. Aber welche Wörter zuerst?

Man könnte auch das Essen probieren… Nee, besser nicht.

Reiseführer bieten einen Anfang. Unserer Meinung nach verschwimmt jedoch durch das Überangebot an Informationen schnell das Persönliche, die Beziehung zum Land. Wir haben unseren Couchsurfer die gleichen Fragen wie oben gestellt und Antworten bekommen, die wahrscheinlich in keinem Reiseführer zu finden sind.

Um diese Seite gemeinsam voranzutreiben, gibt es jetzt eine Mitmach-Aktion. Falls jemand gern ein Stück von seiner Heimat mit uns und den anderen Lesern teilen möchte, kann man das hier tun:
https://tanzdurchasien.wordpress.com/2016/08/30/mitmach-aktion/

Falls ihr den Tipp von einem Freund, Arbeitskollegen, Verwandten im Ausland haben wollt, dürft ihr denen gerne bescheid sagen, was hier passiert.

Die englische Version findet ihr hier:
https://tanzdurchasien.wordpress.com/2016/08/30/mitmach-aktion-english-version/

Also setzt euch zusammen vor den Rechner oder motiviert die ganze Welt und schreibt eure persönlichen Lieblings-Tipps auf, sodass hier nach und nach ein kunterbunter Abriss von uns und für uns entsteht.

Wir freuen uns darauf.

 

Innenseitervorschläge, die wir schon haben

Vietnam:

Thanh

die Philippinen:

Joan

Kevin

Lorenzo

Thailand:

Itthy

Moritz‘ Tour durch Bangkok

 

 

Alle Tipps von den Locals aus der ganzen Welt findet ihr hier:

https://tippsvondenlocals.wordpress.com/

23.07. – 27.07.: Back @ Bangkok und Reunion

Lustigerweise haben wir Chris und Pond wiedergetroffen. Die beiden verrückten Partykenner und Freelancer hatten wir in Vietnam auf Phu Quoc getroffen und seitdem per Internet Kontakt gehalten.
Einen Tag später haben wir Ye getroffen. Den wiederum hatten wir vorher in Myanmar in Mandalay getroffen. Er war gerade zufällig zur Lehrprobe für sein Deutschleherdasein in Bangkok.

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Wie gesagt: einen Tag später…

Diese beiden Wiedersehen haben unter anderen dazu beigetragen, dass für uns diese Reise abgeschlossen/ abgerundet worden ist. Es hat sich angefühlt, als hätte jedes Land, bzw. jede Station unserer Reise noch mal einen Vertreter geschickt, um uns würdig zu verabschieden.

Genächtigt haben wir im „Suk11“. Sukhumvit, Soi 11: Jeder Taxifahrer kennt die Gegend. Es ist in der Nähe der Skytrainhaltestelle „Nana“.
Ein von außen relativ klein wirkendes Höstelchen, was sich im Inneren jedoch über 5 Etagen und insgesamt über 5 oder 6 Reihenhäuser erstreckt. Die haben einfach bei allen Wänden, die man passieren muss, einen Mauerdurchbruch gemacht.

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Wenn man vom Treppenaufgang bei Zimmer 401 zu Zimmer 411 gehen will, passen pro „Haus“ zwei Zimmer hin, dann kommt einer dieser Durchbrüche. Die sehen auch noch relativ rusikal aus. Eigentlich sieht dor alles sehr rusikal aus. Die Wände sind maximal „beschmiert“, es stehen viele Sachen herum, die Gänge sind eng und dunkel. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass es scheinbar so gewollt ist, denn es ist absolut sauber. Es liegt nirgendwo ein Fitzelchen Staubkorn. Auch die Zimmer sind sauber und werden auf Anfrage auch täglich geputzt und man bekommt neue Handtücher. Tatsächlich sind die engen Gänge der Szenerie dem eines kleinen Dorfes nachempfunden. Andeutungen von Steinbeeten (ohne Pflanzen),  Andeutungen von niedrig hängenden Telefonkabeln, kleine Teiche aus Spiegeln, hier und da steht eine ausrangierte, verrostete Rikscha. Ab und zu eine Sitzecke mit zerlesenen Travelerbüchern, die zum Tausch angeboten werden. Über den Gängen haben die Zimmer alle kleine Regenrinnen (im Haus), und ein paar getrocknete Äste mit Zweigen lassen einen denken, man sei tatsächlich in irgendeinem kleinen Dorf gelandet.

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Ingesamt eine liebevolle, detailreiche Unterkunft zu moderaten Preisen. Es gibt dort ein einfaches Frühstück für 50 Baht, was vollkommen in Ordnung ist, wenn man Toast und Marmelade mag. Uns war das egal, wir haben in den letzten Monaten schon Schlimmeres gegessen.

Insgesamt ist diese Gegend sehr nett aufgezogen. Diese Soi 11, was soviel bedeuten könnte wie Gasse 11, ist gespickt mit sehr guten Restaurants und vor allem auch der Charlie Cheaps Bar. Ebenvoll super detailreiche Straßenkneipe, die wohl irgendwo als Geheimtipp stehen muss, denn es ist dort jeden Abend zum Bersten gefüllt mit Travellern.

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Gefüllt ist allerdings so ne Sache. Es ist halt eine Straßenkneipe, bei der längs (nicht quer), ungefähr auf der Hälfte der Straße, eine Kette mit dem Hinweis liegt, diese doch bitte nicht zu übertreten. Also quetschen sich alle in gewohnter Kneipenmanier hinter diese imaginäre Trennwand und fühlen sich scheinbar pudelwohl, wenn man sich auf dem Weg, den Kneipier eine Bestellung zuzubrüllen, ein wenig beschubsen und bedrängeln darf.
Die Bar bietet, ähnlich unserem Hostel, so unglaublich viel zu entdecken, dass es ein riesengroßer Spaß ist, da die ganze Zeit einfach nur hinzustarren. Aber ehrlich gesagt, finde ich das ein wenig unkommunikativ.
Hier ist ein Gazellenschädel, dort fährt eine kleine Eisenbahn vorbei.
Auf der einen Seite wackelt ein Fähnchen, auf der anderen Seite ein altes amerikanisches Autokennzeichen.

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Unten stehen diese drei lustigen Affen, die sich Mund, Augen, Ohren zuhalten, oben baumelt eine Schrumpfkopfattrappe.
Insgesamt sieht das Ganze mehr nach einer Voodooverkaufshöhle als nach einer Kneipe aus, aber es gibt dort nur Bier und günstige Cocktails. Der einfachheitshhalber alles für 2 Euro. Da kann man sich tatsächlich ein wenig herrlich betrinken.

Da war dieser eine Tag. Der hat sich angefühlt wie Montag. Montag ist eigentlich Tanzen, aber ehrlich gesagt… Och nö. Heute mal anders.

Wir lagen am Vormittag in diesem wunderschönen Park, haben die Seele baumeln und die Sonne scheinen lassen. Gut gepflegt, super in Schuss und mit Wachmann an jedem Eingang. Als wir rein wollten, mussten wir einen Augenblick vor verschlossener Tür warten, bis dieser eine, doch sehr trunkene Mann sich entfernt hat und der Wachmann auf der anderen Seite der Gittertür sein OK gegeben hat. Ein Park für die Besseren. Wobei… wer ist hier wer?

Den Chatuchak-Markt haben wir beim letzten Mal leider nicht besuchen können, deswegen war er diesmal fällig. Die Köpfe voller Einkaufsideen, das Portemonaie zum Platzen gefüllt mit kleinen Scheinen und zum Äußersten bereit haben wir uns todesmutig in das Verhandlungsgetümmel geschmissen. Nur leider hat uns überhaupt keiner angesprochen, ob wir etwas kaufen wollen. Das war ich so aus den letzten Wochen gar nicht mehr gewohnt. Ehrlich gesagt wollten die, bei denen wir etwas kaufen wollten, noch nicht mal mit uns reden, geschweige denn verhandeln. Wir haben ein paar sehr schöne Gegenstände gekauft, aber da war es ungefähr so: „Ok, mister, the price ist 1500 Baht. For you 10% discount and the new special price is 1300!“

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Auf Nachfrage, ob die noch weiter runtergehen können oder wollen, haben die nur den Kopf geschüttelt und freundlich gelächelt. Komisch. Damit hatten wir jetzt gar nicht gerechnet. Also gut. Strategie ändern und weiter. Wir haben uns damit vergnügt, schöne Wohnungseinrichtungs- und Dekorationsverkaufsräume zur allgemeinen Inspiration zu betrachten. Hier ist Hübsch und Schick neben Ramsch und Masse. Die Preise scheinen für mich hier angemessen. Billiger Plastikkram kostet wenig (wahrscheinlich immer noch zu viel) und Handgemachtes kostet fairerweise mehr. Teilweise fast schon europäisch (wahrscheinlich auch zu viel, aber das lässt sich mit einem besseren Gewissen einkaufen).

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Unser Highlight von der Woche war allerdings der Patpong Nightmarket. Man kann ihn bequem über die Haltestelle Sala Daeng erreichen. Dort waren wir in der ersten Woche auch schon und haben uns dort kräftig übers Ohr hauen lassen. Hinter Straßenverkaufsständen, wo die Händler am Ende jeder Verhandlerei einen Nervenzusammenbruch zu kriegen scheinen und einem mit Tränen in den Augen von ihrer Familie erzählen (dabei ist es völlig egal, wie hoch und gerechtfertigt der Preis ist), gibt es das ständige Angebot einer Pingpong-Show. Was nun ganz genau hinter dieser Darbietung verbirgt, weiß ich allerdings nicht. Man konnte nur einen kleinen Eindruck durch die halboffenen Türen erspähen: Junge Mädchen räkeln sich dort lasziv und gelangweilt, ohne Kunden auf den Thresen. Teilweise stehe die da zu zehnt drin und wackeln mit dem Hintern.
Tatsächlich lädt dieser Nachtmarkt zum Handeln ein. Hemden, die zu 400 Baht (10 Euro) feil geboten werden lassen sich bequem auf 150 Baht (etwa 4 Euro) runterhandeln. Wahrscheinlich wäre noch mehr möglich gewesen, aber dazu reichte das neuerlernte Verhandlungsgeschick nun doch nicht aus.

17.07. – 18.07.: Fahrt nach Manila

Am Nachmittag hat Christopher uns an Joan übergeben. Wir hatten bei ihm nämlich für 2 Nächte angefragt, er konnte uns jedoch nur für eine Nacht hosten und hat uns an seine Bekannte, Joan, vermittelt.

Die „geheime Übergabe“ hat in der Mall von Batangas stattgefunden. Nach Kaffee und Kuchen und einem kurzen Sight-seeing-Kirchenbesuch sind wir mit verschiedenen Jeeps zu Joan gefahren. Vorbei der Luxus des eigenen Autos bei Christopher.

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Joan war wirklich sehr nett. Es gab abends ein riesen Buffett mit allem möglichen Krimskrams, der genau auf die Bedürfnisse eines Durch-die-Philippinen-Reisenden zugeschnitten war (das heißt vor allem: eine riesige Schale Salat und Rotwein!).
Noch am Abend rückte Joan mit der Überraschung raus: Sie hatte sich einen Tag frei genommen, um mit uns nach Taal und zum Vulkan zu fahren. Sie hat die Strecke schön öfters mit Couchsurfern oder Freunden gemacht und wollte sie uns nun auch zeigen. Echt toll. Leider mussten wir diesen Plan am nächsten Morgen wieder schmeißen, weil Anne eine ziemliche Erkältung ausgebrütet hat und ich mich ehrlich gesagt auch nach etwas Ruhe gesehnt habe.

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Am Montagmorgen sind wir dann alle zusammen aufgebrochen, wieder mit 3 Jeeps zum Busbahnhof und von dort nach Manila weiter. Joan konnte dann doch noch relativ rechtzeitig ins Büro und hat dort einen halben Tag gearbeitet.  Wir sind weiter zum günstigsten Hotel, welches wir im Vorfeld ausfindig machen konnten.

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Heute ist Montag. Montag ist Tanzen. Immer. Heute nicht. Wir sind zu kaputt. Aber bald!
Und der Plan steht: Wir kommen wieder nach Batangas und werden dort auf dem Vulkan tanzen.

17.07. Auf Frangipanijagd

Dirk, ein wirklich netter deutscher Mann mit einer philippinischen Frau, den wir im Pool von Mambukal getroffen haben, hat uns verraten, dass diese Frangipani-Bäume super einfach zu pflanzen sind. Man müsste dafür nur ein Stückchen vom Ast in den Boden stecken und dann wächst daraus ein neuer Baum. Ganz ähnlich wie die Haselnuss. Nur dass es kein Haselnussbaum ist, sondern eben ein Frangipanibaum.

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Anne findet, dass die Blüten des Baumes ganz besonders schön duften, mir hingegen kribbelt es jedes mal ein wenig in der Nase. Je röter die Blüten sind, desto weniger  betörend ist der Geruch. Deswegen wollen wir rosafarbene oder rote Blüten finden.

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Genau das haben wir am Frühstückstisch Christopher und seiner Mutter erzählt. Nach einigen Missverständnissen, bei denen wir herausgefunden haben, dass die lateinischen namen Plumeria und das philippinische Dialektwort von Hibiskus sehr ähnlich klingen und dass der philippinische Name für Frangipani Kalachuchi ist, haben wir uns zu viert auf die Pirsch gemacht. Christopher ist gefahren, ich durfte auf den Beifahrersitz und Anne und die Mutter saßen hinten. Ungefähr 20m vom Haus entfernt mussten wir bei den Nachbarn anhalten, weil die Mutter uns ihre beste (und wie sie sagte auch einzige) Freundin vorstellen wollte. Unter großem Gejohle hat sie die Frau gleich mit ins Auto geschoben und einfach eingepackt. Also war unsere Jägergruppe jetzt perfekt.

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Zusammen sind wir durch die Gegend gefahren, sind ausgestiegen und haben die Leute gefragt, wo wir ein besonders schönes Bäumchen finden könnten. Die Leute am Straßenrand haben uns ungläubig angestarrt und abwechselnd in verschiedene Richtungen gezeigt; oder sie sind gleich selber mitgekommen und haben uns nebenbei ihre Familie vorgestellt. Insgesamt sind wir in zwei Wohnzimmern und mindestens drei Gärten gelandet.

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Eine Baumzucht, die wir auf einem Markt in Thailand gefunden haben

Viele Bäume haben wir nicht gefunden. Nur zwei. Und von denen haben wir uns einen Ast gemopst und werden jetzt versuchen, den in Deutschland zum wachsen zu bringen. Wir sind selber ganz gespannt. Wenn unser Experiment gelingt, könnt ihr hier Baumwünsche anmelden.

16.07. Schifffahrt nach Batangas

Als wir dann um 15.45 Uhr endlich abfuhren, hatten wir einfach nur das Bedürfnis, uns ein wenig auszuruhen. Die letzten 4 Stunden in dem lauten, dröhnenden Wartezimmer des Terminals, wo ständig der Fernseher plärrte, waren dann doch etwas zu viel gewesen. Anne war ziemlich erkältet und wir konnten nicht mehr. Es war heiß, wir schwitzten und freuten uns auf den Fahrtwind auf dem Schiff. Also machten wir uns auf zu unserer Kabine, die wir vermeintlich gebucht hatten.

Anne: „Was meinst du? Mit wie vielen Menschen schlafen wir in einem Raum?“
Jonas: „100?!“ (Mehr geraten als gewusst. Ein bisschen gespannt auf Annes Reaktion)
Anne: „Nein, du verarschst mich doch!“
Jonas: „Naja, wir haben die Touristenklasse. Die billigste, die möglich war!“
Anne: „Nein, das glaube ich nicht!“

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Wir hatten beide Unrecht. Ich hatte gepokert. Gehofft hatte ich auf 6 Betten auf engstem Raum. Es waren tatsächlich mehr als 400 (!). Fenster gab es keine. Allerdings auch keine Wände. So hatten zumindest alle frische Luft. Nur war der Blick nach außen teilweise durch Plastikplanen begrenzt, aber nunja.

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Gegen Pfand gab es Bettlaken und Kopfkissen mit Bezug. Frisch gewaschen, sehr schön. Als Unterlage leider Gummimatten, auf denen man sich fühlte wie in einer Gratissauna.

Essen gab es auch umsonst dazu. Zwar mal wieder Reis mit Fleischbällchen und frittiertem Zeug, aber immerhin. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, der Service hier. An Deck gab es eine Bar, an der man sich für etwas mehr Geld Bier kaufen konnte. Den Sonnenuntergang gab’s dafür gratis dazu. Und Karaokegequietsche, DJ und Tanzgirls auch.

Immerhin: im Schlafsaal war es erstaunlich ruhig. Wenn man sich einen Platz weit weg vom Fernseher gesucht hatte, konnte man auch ein bisschen schlafen. Und das taten wir auch ganz bald. Gutenachtkuss. Augen zu.

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Als wir dann endlich weit nach Mitternacht am Hafen ankamen, hat uns tatsächlich direkt am Pier unser Couchsurfer Christopher mit seiner Mutter erwartet. Es folgte einer Autofahrt durch das dunkle Batangas. Laut Christophs Mutter hat der neue Präsident nach 22 Uhr eine Ausgangssperre für Jugendliche verordnet. Seitdem seien die Straßen nachts fast leer, was sie sehr begrüßt.

Um 2.00 nachts kamen wir endlich in unserem Zuhause für diese Nacht an. Kein Problem, möchte man meinen, aber unser Biorhythmus hat sich inzwischen derart umgestellt, dass wir pünktlich um 21.00 müde werden und um 22.00 ins Bett gehen. Ich wache meistens zwischen 5.30 und 6.30 auf. Anne um 7.00. Einfach so, ohne dass jemand einen Wecker gestellt hätte. Von daher war 2.00 mitten in der Nacht für uns schon eine heftige Herausforderung. Und dann gab es auch noch Abendessen, bzw. eher ein Nachtmahl. Christoph hatte sich nämlich schon vor unserer Ankunft nach unseren Essenswünschen erkundigt. Das Essen war gekocht, die Gäste waren endlich da, also musste ja auch gegessen werden. Und so saßen wir 2.00 nachts mit halb geschlossenen Augen am Küchentisch und aßen brav unsere Nudelsuppe, bevor wir endlich in unser sauberes, weiches Bett fallen konnten.

14.07.-15.07.: Nochmal Student sein

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Angelyn in Kalibu ist unsere sechste Couchsurfing-Gastgeberin auf den Philippinen. Wir haben uns vor ihrem College verabredet. Kaputt kommen wir am Nachmittag zum Treffpunkt. Heutige Reiseroute: fast drei Stunden im Boot, eine halbe Stunde im Tricycle, drei wacklige Stunden in einem Bus, zwei waghalsige Stunden in einem Minivan und nochmal diverse Tricyclefahrten. Das ist der Moment, in dem man sich eigentlich nur in ein kühles Zimmer mit Klimaanlage wünscht. Ankommen, einchecken, Zimmer runterkühlen, duschen und ab ins Bett. Nicht gerade der perfekte Tag zum Couchsurfen, denn Abenteuer und neue Eindrücke hatten wir heute schon genug. Aber das kann man halt nie vorher wissen. Also: Letzte Energie zusammennehmen und rein ins Couchsurfabenteuer.

 

Angelyn sitzt sie mit ihren Kommilitonen im Café. Alle sind aufgeregt, uns zu treffen und trauen sich kaum mehr als einmal kurz hallo zu sagen. Sie lachen laut und aufgekratzt und ich komme mir vor wie in einer Horde Teenager. Bald fahren wir zum Glück los, in Richtung unseres Zuhauses für diese eine Nacht. Endlich duschen und zur Ruhe kommen.
Aber nix da: Als wir in Angelyns Haus ankommen, erwarten uns dort nicht nur die zwei aufgedrehten Hundewelpen, sondern auch die zehn Kommilitonen, die vorher im Café abgehangen hatten. Jetzt hängen sie hier ab, verteilt auf Wohnzimmer und Vorraum. Der Fernseher läuft, ohne dass jemand hinsieht. Alle schalten die Köpfe ab und die Technik an. Jeder hängt in irgendeiner Ecke über seinem Smartphone. Unterhalten tut sich niemand, dafür ist die Geräuschkulisse auch zu groß. Nach einer Weile gewöhne ich mich daran, dass niemand versucht, sich krampfhaft mit uns zu unterhalten. Irgendwie ist es auch schön, einfach dabei zu sein und nicht als Ausstellungsobjekt betrachtet zu werden. Die Jungs und Mädels machen das, was sie jeden Nachmittag tun – einfach nur chillen. Angelyn ist mit 28 die Älteste der Gruppe und die einzige mit eigenem Haus – und Wifi. Letzteres ist einer der Gründe, warum sich alle nach dem Unterricht bei ihr treffen. Auch wenn sie das halb als Witz sagen – aber  der Szenerie nach zu urteilen, steckt sehr viel Wahrheit dahinter.

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Dann wird beschlossen, zu trinken. Runde für Runde wandert ein Glas Ananassaft mit Gin von Hand zu Mund zu Hand zu Mund, wird aufgefüllt, geleert, aufgefüllt, geleert. Mit jeder Runde werden die Leute gesprächiger, trauen sich, Englisch zu reden, uns Fragen zu stellen und uns von ihrem Leben zu erzählen. Da ist die 20-Jährige, die ein fünfjähriges Kind zu Hause hat, weil sie mit 15 von einem zugedröhnten Mann geschwängert wurde. Als sie und ihre Eltern bemerkten, dass sie schwanger war, war es zu spät für eine Abtreibung – und Abtreibungen sind wegen des großen Einflusses der katholischen Kirche ohnehin verboten. Von da an wurde sie vor den Nachbarn versteckt gehalten, ging nicht mehr zur Schule und durfte das Haus nur für die Arztbesuche verlassen. Zu groß wäre den Eltern die Schande gewesen, denn sie sind wohl irgendwelche einflussreichen Leute in der Gegend.

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Dann ist da unsere Gastgeberin, fünftes von sechs Kindern, die sich mit dem Verkauf von Lippenstift irgendwie nicht nur das Haus, sondern auch absolut westliche Klamotten und haufenweise Schuhe leisten kann. Von ihrem französischen Verlobten nimmt sie angeblich nichts an, weil es ihr wichtig ist, unabhängig zu sein. Angeblich hat sie auch noch nie die Uni geschwänzt. Um ihre jüngeren Kommilitonen zu erziehen, hat sie Strafen für Schwänzen eingeführt, wie z.B. eine Schachtel Zigaretten an jeden der Freunde. Sie liebt Mode und lässt sich laufend fotografieren. Irgendwann verschwindet sie, um im Wohnzimmer einen ihrer Kumpels beim Catwalklaufen zu unterrichten. Der schmeißt sich in ihre Röcke und stelzt auf ihren Highheels über den Betonfußboden. Seltsame Runde, in der wir da gelandet sind, aber je länger der Abend, desto verbindender der Gin und desto mehr werden wir eins mit den Leuten und ihren Geschichten.

Als die Mückenarmee ausrückt, gehen wir schlafen. Immer wieder werden wir vom Reden und Lachen der letzten Verbliebenen geweckt; inzwischen muss es weit nach 2 Uhr morgens sein. Ich höre notgedrungen den Gesprächsfetzen zu, kann aber nicht mehr einschlafen. Wenn sie das jeden Tag machen, frage ich mich, wie viele Schachteln Zigaretten schon getauscht wurden.

Am Morgen krächzt, gackert und kikerikit es aus allen Richtungen. So, als hätten wir mitten im Hühnerstall geschlafen. Als wir in den Tag starten, kriechen nach und nach Angelnys Freunde aus ihren Nachtlagern. Jegliche Verbindung ist mit dem ausgetrunkenen Gin verschwunden; nicht mal ein guten Morgen ist drin, weil sie so fertig sind. Irgendwann hören wir es aus Angelyns Zimmer husten – aha, so viel zu ihrem festen Willen, nie zu schwänzen. Mit verquollenen Augen betont sie, dass es wirklich das erste Mal ist, dass sie nicht zur Uni geht. Egal, für uns ist es höchste Zeit, aufzubrechen. Raus aus der Bude, rein in den Tag und ab nach Caticlan.

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