21.4.: Anisakan Waterfalls

Unser letzter Tag in den Bergen hat dem ohnehin schon schönen Aufenthalt noch die Krone aufgesetzt. Wir haben uns morgens Fahrräder ausgeliehen und sind 8km Richtung der Anisakan Wasserfälle gefahren. „Immer geradeaus“, war die (fast) ausreichende Wegbeschreibung des indischstämmigen Fahrradverleihers. Dass es aber nur bergab – und zwar kontinuierlich steil bergab – gehen würde, sagte er nicht. Auf ca. 7 der 8km musste man eigentlich dauerhaft bremsen, weil es einfach nur runter ging, und das ohne Gnade. Jonas hat es gefallen. Mir nicht. Dazu die überholenden und hupenden Mopeds und Autos von hinten, von rechts, von vorn. Naja, immerhin war die entgegen gesetzte Fahrbahn offiziell auf einem anderen Fahrstreifen und die Fahrer verhielten sich wirklich rücksichtsvoll. Wirklich schlimm war also allein der Gedanke an den Rückweg. „Dafür sollte man etwas mehr Zeit einplanen“, hatte im Reiseführer gestanden. Eine gnadenlose Untertreibung. Nach nur 5 Minuten hätte ich mir den Rückweg nicht ohne Schieben vorstellen können. Aber gut, erstmal hinfahren und dann sehen wir weiter.

Die Fahrräder ließen wir irgendwann stehen und liefen zu Fuß nochmal ca. eine halbe Stunde nach unten. Auch hier war wieder die Vorstellung, das alles wieder hoch zu müssen, schlimmer als die Hitze und die knallende Sonne. Kurzzeitig hatten wir Sorge, dass es auf Grund der dauerhaften Trockenheit eventuell gar kein Wasser mehr im Wasserfall geben würde. Doch irgendwann hörten wir, dass das, was wir für Bambusrascheln gehalten hatten, Wasser war. Wir kamen unserem Ziel also immer näher. Und dann lagen sie vor uns: 5 Wasserbecken mit türkisblauem Wasser, die aus einem gigantisch langen Wasserfall gespeist wurden. Die Abkühlung war perfekt, zum einen wegen des wunderschönen Panoramas, zum anderen, weil es das erste Mal war, dass wir in diesem Urlaub schwimmen konnten. Eine bessere Belohnung für den schweißtreibenden Weg hätte es kaum geben können. Und bis wir entdeckten, dass es ganz oben noch ein viel größeres Becken gab, vor dem einige einheimische Touristen posierten, konnten wir uns der Illusion hingeben, ganz allein unter den Wasserfällen zu baden.

Doch auch der schönste Badespaß war irgendwann zu Ende. So schnell es ging, liefen wir auf den Weg zurück, um möglichst viel der Frische mit nach oben zu nehmen. Inzwischen war es extrem heiß geworden. Alle paar Minuten mussten wir im Schatten Pause machen, schafften den Aufstieg aber doch recht zügig. Trotzdem entschieden wir beim Mittagessen, dass wir uns nicht auch noch mit der Fahrradfahrt quälen müssten. Ein Blumentransporter, der neben unserem Restaurant tausende von Chrysanthemen abgeladen hatte, wurde kurzerhand angetrampt und brachte uns bequem und unverschwitzt innerhalb weniger Minuten zurück nach Pyin Oo Lwin. Zum Erstaunen des Fahrradhändlers kamen wir also völlig unverschwitzt und entspannt lächelnd wieder zurück in seinen Laden gefahren. Wenn der wüsste…

Pyin-Trampen