15.06.: 12 Stunden nach Nakhon Ratchasima

Wir fuhren mit dem Bus von Battambang zur Grenze nach Krong Poi Pet. Zu Fuß ging es über die Grenze. Natürlich wurden wir schon quasi während der Einreise von Bus-, Taxi- und Tuktukfahrern umschwärmt, dass wir doch mit ihnen fahren sollten.  Natürlich taten wir das nicht, denn wir haben Folgendes gelernt: Wenn der Fahrer den notwendigen Mut aufbringt, uns direkt anzusprechen und um uns zu werben, hat er auch den notwendigen Mut, von uns einen eigenständig ausgewählten Kreativbetrag für die Fahrt zu verlangen. Wenn man auch mit viel Verhandlungsgeschick den Preis um 2/3 drückt, bezahlt man oft trotzdem noch zu viel. Also sind wir erstmal ein Stückchen weiter spaziert, wir wollten ja schließlich noch viel weiter in den Norden. Bei dem ersten und einzigen Bustourenorganisationsbüro haben wir unseren Wunsch, nach Nakhon Ratchasima zu kommen, vorgetragen. Dem Verkäufer war wohl bewusst, dass er der einzige Verkäufer weit und breit war, weswegen er uns vorgeschlagen hat, den schäbigen Bus doch nicht zu nutzen und stattdessen mit einem Taxi die 5 Stunden dorthin zu fahren. Das Ganze würde nur 100€/Person kosten. Schnäppchen? Wucher! Also sind wir freundlich lächelnd langsam rückwärts gegangen, haben uns tausendfach für dieses sehr freundliche Angebot bedankt, bis wir wieder vor der Tür waren. Den Verkäufer schien das nicht gestört zu haben, denn er hat einfach weiter geredet.
Wir sind ein Stückchen weiter gelaufen; dabei wie im Spießroutenlauf ignorierend an den schreienden und werbenden Tuktukfahrern vorbei. Vor einem Militärshop haben haben wir kurz gerastet, als uns ein weiterer Thai (scheint viele davon hier zu geben) entgegen kam. Mir schwante schon Schlimmes. Schon wieder freundlich lächelnd einen Menschen abweisen. Langsam reicht‘s aber. Mir war gar nicht mehr bewusst, dass die hier ALLE so aufdringlich sind.
Er hat sich allerdings überhaupt nicht um uns gekümmert und sich stattdessen eine Kippe angezündet. Offensichtlich muss ich aufgrund seiner Passivität so perplex dreingestarrt haben, dass er mich grinsend fragte, ob ich Hilfe bräuchte. Außer Nicken mit offenem Mund brachte ich nicht viel zustande. Es stellte sich heraus, dass er von der Touristenpolizei war. Er hat uns sogar seine Marke gezeigt, aber die hätte auch aus einem Kaugummiautomaten kommen können. Wir haben also erzählt, dass wir zum Busbahnhof und dann weiter nach Nakhon Rachasima wollen. Er hat nicht lang gefackelt und uns kurzerhand direkt dorthin gefahren. Schließlich sei er ja von der Touristenpolizei, was er uns mehrfach erzählte. Dank seines sehr mittelguten Englischs, bestand unsere Kommunikation aus Einwortsätzen, die wir alle so lange wiederholten, bis wir annahmen, dass das Gegenüber es verstanden hatte. Wir sind dann aber tatsächlich am richtigen Busbahnhof angekommen. Die Fahrt kostete hier 150 Baht/Person ( 150 / 40 = 3,75 Eur). Klasse, da haben wir fleißig gespart.

Nach insgesamt 12 Stunden Busfahrt und Warten an der Grenze sind wir dann endlich in Nakhon Rachasima angekommen. Die zweitgrößte Stadt des Landes wurde im Reiseführer als laut, groß und relativ unattraktiv beschrieben. Es gäbe hier wohl nichts zu sehen und die Touristen sollten lieber nach Bangkok fahren. Es stellte sich jedoch heraus, dass es hier viele sehr alte Holzhäuser gibt, die noch zwischen den neuen Betonbauten stehen geblieben sind. Das und diese wunderschöne Altstadtinsel mit den vielen kleinen Cafés und Restaurants im „do-it-yourself-when-you-are-a-student“-Stil machten diese Stadt für uns sehr attraktiv und den Zwischenstopp durchaus wert.

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09.04. Der Ritt nach Hpa-an

Ausreise aus Thailand

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Wir sind in der Grenzstadt Mae Sot  um 6.30 aufgewacht und direkt mit dem ersten TukTuk, was uns vor die Füße gefahren ist, zum Grenzübergang nach Limen gefahren. Hier gab es riesenlange Schlagen an den Ausreiseschaltern. Nicht jedoch für Thais und andere Ausländer und da gehörten wir definitiv dazu. Stempel in den Pass und weiter. Erstaunlich einfach ging das. Damit hätte ich nicht gerechnet. Wir sind zu Fuß über die „Brücke der Freundschaft“ gegangen und sind auf der anderen Seite wieder mit einem ähnlichen Prozedere relativ problemlos und entspannt eingereist.

Erste Autofahrt in Myanmar
Meine Güte. Ich habe ja schon viel gelesen und auch Freunde und Bekannte haben mir eine ganze Menge über wilde Autofahrten erzählt, aber so etwas selber zu erleben ist doch schräg. Die verkaufen einem die Fahrt mit Aircondition, was bei den Temperaturen auch Sinn macht – aber dann machen alle die Fenster auf,

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unser Auto

damit man frische Luft bekommt. Das wiederum macht auch Sinn, weil man in einem kleinen Minibus, wo ich theoretisch 9 Leute inklusive Fahrer rein tun würde, mit 12 Sitzplätzen fährt. Das heißt, es gibt keinen Kofferraum. Da ist jetzt nämlich eine Sitzbank. Dass da 12 Sitzplätze drin sind, heißt nicht, dass man da auch zu 12 sitzt.Wir sind mit 14 Menschen plus Gepäck gefahren.
Plus großem Gepäck.
Sehr großem Gepäck.

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ein anderes Auto, was mit 50 Km/h an uns vorbei gefahren ist.

13 Leute haben im Auto gesessen und einer auf dem Dach. Das war die erste Fahrt in meinem Leben, auf der ich während der Fahrt Angst hatte. Und zwar nicht um mich, sondern um den auf dem Dach. Der Fahrer ist so schnell gefahren, dass wir Mitfahrer(innen) ständig vom Sitz geflogen sind, da mochte ich mir gar nicht vorstellen, wie der Mitfahrer(außen) das üben auf dem Dach überlebt hat.

 

Dazu muss man sagen, dass auf dem Dach 6x Backpacks + riesengroße, bunte Plastiksäcke + Pappkartons gestapelt wurden. Naja und noch unser Mitfahrer(außen).

Unterwegs hat sich übrigens einer der Rucksäcke verabschiedet. Der ist einfach vom Dach gepurzelt. Zum Glück war es erstens nicht unserer und zweitens hat das einer der Backpacker mitbekommen und hat laut geschrien, so dass wir den wieder festzurren konnten. Hierfür hat der Fahrer ein Seil benutzt. Wortwörtlich: eins.

Glücklicherweise fahren die Burmesen hier mit dem ganzen Auto. Das heißt: Spiegel – Blinker – Schulter – Hupen, wenn man überholt oder überholt wird oder um eine Kurve fährt oder über eine Hügelkuppe oder abbiegt. Oder manchmal einfach so. Verstanden hab ich das nicht. Auf jeden Fall hupen die die ganze Zeit. Wenn man langsamer fährt, muss man offensichtlich den Warnblinker an machen. Sowas sollte man sich für Deutschland übrigens auch mal überlegen.