10.07.: Kuss mit dem Leopardenfisch

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Estancia, eine kleine Fischerstadt im Nordosten der Insel Panay. Von hier hüpft man mit kleinen Outriggerbooten auf die Islas Gigantes. Unser Boot fährt erst in drei Stunden – genug Zeit, um in die Szenerie am Hafen einzutauchen.

Es riecht nach Fisch, viiiel Fisch. Bergeweise wird er auf den Boden gekippt, kiloweise wird Eis rangekarrt, in Isolierkisten gepackt und der Fisch eiskalt verfrachtet. Wir stapfen durch stinkiges Wasser und Fischblut. Marktgeschrei, der beste Fang des Tages wird angepriesen: nicht etwa ein besonders großer Thunfisch, nein, es wird exotischer: drei Riesenrochen liegen zerschrammt am Boden, daneben kleine Haie.

 

Um Artenschutz kümmert sich hier bestimmt niemand. Dazwischen schillern kleinere Fische in Silber mit gelbem und blauem Schimmer in Metallschalen.

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Ein paar werden uns angeboten, aber mich interessieren sie nur als Fotomotiv. Das weckt die Neugier der Einheimischen. Ein Mann posiert mit einem äußerst feschen Fisch im Leopardenlook. Seine Kumpels halten ihm noch zwei, drei andere Fische neben das Gesicht, um das Bild zu perfektionieren. Der Leopardenfisch macht einen Kussmund. Sieht fast so aus, als hätte er Lippenstift aufgetragen. Perfekt, das war ein schöner Schnappschuss.

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Wir schieben uns zwischen Tricycles, Pedicabs und Lieferwagen am Kai entlang. Jonas spielt Gitarre und die Leute gucken überrascht. Vor einer kleinen Bretterbude bleiben wir stehen. Erstens geht der Weg hier nicht weiter und zweitens freuen sich die Leute, die hier auf ihr Boot warten, über die Musik. Der Mann, der am Thresen steht und Fischbällchen verkauft, winkt uns mit einer Hand voller unterschiedlich lackierter Fingernägel zu. Ein Ladyboy fängt an, laut zu singen. Die Melodie ist irgendeine und klingt ziemlich unharmonisch, aber er/sie sitzt ganz aufrecht da in einem bis zum Kragen zugeknöpften, schwarzen Spitzenhemd und singt voller Hingabe. Immer weiter, ein Lied nach dem nächsten, er/sie hört gar nicht mehr auf. Währenddessen schaukeln die wartenden Tanten mit den Beinen, fächern sich die heiße Luft um die Ohren und sehen ab und zu zu uns herüber. Manche freuen sich, dass wir uns freuen, manche schämen sich für den Ladyboy und denken wahrscheinlich, er würde sie gleich mit blamieren, weil er/sie so unverdrossen ein Lied nach dem anderen schmettert. Aber für die meisten ist es ganz normal. Sie schauen ihn/sie kaum an und hängen ihren Gedanken nach. Einem Mann auf dem wartenden Boot wird es zu bunt; er stört den Gesang, indem er immer wieder laut klatscht und johlt, aber der Sänger lässt sich davon nicht beeindrucken. Alle anderen lächeln – über den Sänger und über den Störenfried, und als sie sehen, dass wir auch lächeln, ist alles gut. Was für eine skurrile und doch normale und friedliche Atmosphäre.

Wir ziehen weiter. Es ist heiß und wir setzen uns auf die Holzbänke vor den Verkaufshöhlen (Stände kann man das nicht nennen). Jonas spielt Gitarre und singt und ich fange die Szenerie als Zeichnung ein. Schnell haben wir einen Fanclub um uns. Ca. zehn Männer hinter Jonas und ca. 10 Frauen hinter mir. Sie schaukeln mit und lachen, was das Zeug hält. Eine Verrückte kommt an unseren Tisch und drängt sich neben mich auf die Bank. Sie redet und grinst uns mit ihrem halb zahnlosen Mund an. Wir lächeln müde zurück. Eigentlich will ich zeichnen, aber sie versperrt mir die Sicht auf den Hafen. Dann wird es ihr zu langweilig; sie zieht weiter und wir auch. Unser kleines türkisfarbenes Boot wartet auf uns – und wir auf die Isla Gigantes, von der wir so viel gehört haben.

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Überinselt tanzen

Es war zwar irgendwann Montag. Montag ist eigentlich tanzen, aber diesmal nicht.

Am Sonntag gab’s das Tanzvideo im Baum und am Dienstag das Tanzvideo in der Lagune:

 

Die ausführlichen Bilder von dem Inselhopping gibt’s hier

 

Im Reiseführer von Myanmar war die Rede davon, dass man irgendwann „overpagodet“ sei. Wir kommen nun in den zweifelhaften Genuss, das wir überinselt sind.

Immer nur Sandstrände.
Immer nur Sonne.
Immer nur tausend Fische und Korallen unter Wasser.
Immer nur Muscheln am Strand.
Ständig lächelnde Menschen.
Ständig Essenseinladungen.
Ständig Fruchtsäfte.
Ständig an der frischen Luft.
Niemals Strümpfe.
Niemals lange Hosen.
Niemals gemütlich vor dem Ofen sitzen.
Niemals heißer Tee oder Kaffee.

Es reicht. Ich will zurück in deutschen Mischwald, oder zumindest in das verregnete Hamburg, in unsere gewohnte Umgebung.

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Naja, gut, nicht ganz sofort. So ein bis zwei Monate könnte ich es hier wohl noch aushalten.

11.07. – 12.07.: Isla gigantes

Die Gegend hier war überwältigend. Die Eindrücke haben wir diesmal nur in Bildern festgehalten. Für Worte ist uns der Mund vor lauter Staunerei noch nicht wieder zugeklappt. Tippen kann man sowas auch nicht!

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Typisches Bier:

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Auf dieser Insel gibt es Meeresfrüchte satt. Muss man mögen. Wir mögen es:

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Squid adobo mit ausreichend Reis für 3 Euro:

 

Jacobsmuschel: Die ganze Schale (ca 3 Kg) für 3 Euro

 

Aus den Muschelschalen wird dort schöne Dekoration gebastelt:

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Trotzdem liegen am Strand noch so viele schöne Muscheln ungesammelt herum:

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Die Schönsten haben wir gefunden.

 

Wir hatten dabei auch fleißige Helferlein, mit denen wir noch ein bisschen rumgealbert haben:

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Am 12. haben wir dann die vom Gastvater vorgeschlagene Inselhoppingtour gemacht:

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Versteckt und uneinsichtig hinter Felsen findet man die Lagune:

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Unser Tourguide wollte unbedingt ein Foto von uns machen:

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Dort konnte man von Klippen runterspringen. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen:

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Hier ist’s schön.

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Hier auch:

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Eine Trauminsel neben der anderen:

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Inklusive der besten Sonnenuntergänge ever:

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Und dann ging’s auch schon wieder zurück auf’s Schiff. Zurück nach Estancia. Weiter entlang der Insel Panay. Weiter Richtung Manila.

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