Bilder zum Silahiscenter

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eine ausgehöhlte Wurzel als Schale
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Muscheln vom Strand als Vorhang

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eine Maske aus Metall
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Schale Nr. 1 aus Treibholz

 

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Schale Nr. 2 aus Treibholz
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Tellerständer und Etagere in einem
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Einfache Bilderrahmenkonstruktion
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Große geflochtene Wäschekörbe

20.07.: Manila: Altstadt und Oceanarium

Radius ausdehnen

Am zweiten Tag in  Manila fanden wir, es wurde Zeit, unseren Radius von Hostel – Seven Eleven – Essenssuche – Hostel etwas auszudehnen. Beim Frühstücken im Wanderer’s Guesthouse hatten wir Regina kennengelernt. Sie war kurz nach dem Abi aufgebrochen, um in Neuseeland und Australien zu leben und zu reisen und machte nun auf ihrem Rückweg einen Abstecher auf die Philippinen. In Manila hatte sie nur einen Tag eingeplant und wollte also heute die Stadt erkunden. Nur machten ihr Horrorgeschichten, die ihr da auf der Terrasse präsentiert wurden, etwas zu schaffen: „Allein in Manila? Was, überhaupt alleine unterwegs, als 18-Jährige?“ Was habe sie denn vor? Alleine die Stadt ansehen – auf keinen Fall! Das einzig Vernünftige wäre, den Tag im Hostel zu verbringen und zu schlafen. Maximal, aber wirklich nur, wenn sie sehr abenteuerlustig wäre, könne sie doch unten auf der Straße etwas zu essen suchen. Aber allein  in den Park laufen – auf keinen Fall!

Uns waren auch schon irgendwelche Geschichten erzählt wurden, dass Manila die unsicherste Stadt in Asien sei, die Gefahr auszurauben extrem hoch, voller Bettler und Drogenabhängiger und dass man bestimmte Stadtviertel unbedingt meiden solle.
„But anyways, just have an extra look“, hatte Christophers Mutter uns in Batangas trotzdem als Rat mitgegeben. Wie es sich da mit den ganzen Warnungen als Alleinreisende anfühlt, konnte ich mir gut vorstellen.

Ein paar Tipps

Solche Horrorgeschichten sollte man sich auf jeden Fall anhören und auch wahrnehmen. Passieren kann immer und überall etwas; in Saigon, in Manila, in Barcelona oder in Hamburg. In einigen Ländern ist es vermeintlich sicherer, in anderen unsicherer. Während der ganzen Zeit auf den Philippinen ist uns jedoch nichts dergleichen passiert und wir haben auch kaum etwas davon mitbekommen. Trotzdem gilt:

  • Wenn man einen größeren Geldbetrag mit sich führt, lohnt es sich, den an mehreren Orten zu verteilen (Rucksack, Bauchtasche, Deckelklappe, Portemonnaie).
  • Auf wertvollen oder wertvoll scheinenden Schmuck sollte man verzichten, der wird einem im schlimmsten Fall vom Körper gerissen.
  • Falls man ein Smartphone besitzt und mit auf Reisen nimmt, dies gerne in etwas ruhigeren Ecken (z.B. an eine Hauswand gelehnt) oder in Gebäuden benutzen; da ist die Gefahr, dass sie von Mofafahrern aus der Hand gerissen werden, geringer.
  • Selbstbewusst, aufrecht und mit offenem Blick durch die Stadt gehen. Lächeln, wann immer möglich. Das ist gut für das Selbstbefinden und für die anderen. Und im Idealfall bekommt man ein Lächeln zurück, oder auch zwei.
  • Wenn man sich unsicher durch eine Stadt bewegt, sieht es so aus, als ob man versucht, etwas zu verbergen, und das macht potentielle Taschendiebe aufmerksam.
  • Eine Bauchtasche und zuknöpfbare, tiefe Hosentaschen lohnen sich. Wenn wir uns mal unsicher gefühlt haben, weil doch eines der Bettelkinder uns zu lange begleitet hat, haben wir einfach die Hand in die Hosentasche gesteckt, wo das Handy ist und ein wenig Zug auf die Hose ausgeübt, damit man das Portemonnaie in der Gesäßtasche deutlich spürt. Dadurch wussten wir, dass unser Hab und Gut an der richtigen Stelle ist und konnten ungezwungen zurück lächeln.

Tatsächlich ist in Manila scheinbar die Hälfte der männlichen Bevölkerung ein Wachmann. An jedem besseren Restaurant, an jedem Hostel, an jedem Hotel, an jeder Bank steht ein Wachmann, der einem aus lauter Langeweile die Tür aufhält und einen freundlich begrüßt. Damit kommt er weniger seiner Wachmanntätigkeit nach, sondern viel mehr der eines Portiers.  Wenn man sich also als Traveller durch die großen Städte dieses Landes bewegt, kann man sicher sein, dass an jedem Punkt der Reise (schlafen, essen, Sightseeing) eher ein Wachmann als ein Bettler steht.

Altstadt erkunden

Wie auch immer, wir machten uns trotz der abschreckenden, aber gut gemeinten Ratschläge mit Regina auf den Weg in Richtung Altstadt. Zu dritt ist man weniger allein.
Der Baywalk an der Bucht entlang war tatsächlich nicht ganz so schön anzusehen: einige ziemlich kaputte Existenzen (zahnlose Männer, die auf Pappen liegend um Geld baten, Frauen, die hüfthoch im Wasser standen und im darin herumtreibenden Müll nach etwas Brauchbarem suchten) und viele schmutzige Kinder mit zerrissenen Klamotten, ebenfalls auf der Suche nach Geld.
Unsicher haben wir uns aber trotzdem in keinem Moment gefühlt.
Angefasst hat uns keiner. Die Erwachsenen sind meistens einfach an dem Ort geblieben, wo sie vorher auch waren. Die Kinder tun einem nichts. Meistens begleiten sie einen für mehrere Meter und versuchen das traurigste Gesicht der Welt aufzusetzen. Für uns war das fast schon ein bisschen unwirklich und wir mussten häufig lachen. Bei den Kindern, die einen begleiten, hatten wir schon etwas Sorge um unsere Tascheninhalte, aber wenn man den Kindern nicht mit Ignoranz und Ablehnung begegnet, sondern sie direkt anschaut (und somit ganz genau weiß, wo ihre Hände gerade sind) und ihnen lächelnd und bestimmt zuspricht, dass sie nicht so traurig sein sollen (Sprache ist hierbei egal, es zählt die ruhige Stimme), geben sie meistens irgendwann auf und laufen zum nächsten „Kunden“.


Die Altstadt hatte sogar viel mehr Charme als ich erwartet hätte. In einigen Gebäudekomplexen aus dicken Steinmauern kann man sich wie im mittelalterlichen Spanien fühlen. Da liegt in jedem Hof ein alter, tiefer Brunnen und die Innenhöfe sind mit Topfpflanzen verschönert, die vor den weiß gekalkten Mauern strahlen.

Das Silahis Center – (Homepage)

Das ist tatsächlicher der Traum eines jeden Andenkenshopshoppers. Was auf den ersten Eindruck wie Gerümpel aussieht, entpuppt sich auf den zweiten als liebevoll dekorierte Ladenauslage. An jeder Ecke und jedem Winkel, an der Decke und sonst überall auch hängen und stehen große und kleine Sachen, die man sich an die Wand hängen, hinstellen, etwas reinlegen etc. kann. Der Laden ist voll nach unserem Geschmack, deswegen haben wir hier ein paar Bilder.

Oceanarium ansehen

Zum Abschluss unserer Stadttour gingen wir ins Oceanarium. Das kann man sich wie eine Mischung aus Aquarium und Zoo vorstellen. Leider wird artgerechte Tierhaltung hier nicht gerade groß geschrieben und es kam mir eher wie eine große Touristenabzocke vor, wo man ein paar Seelöwen vorführt und die Besucher in eine Antarktiswelt führt. Das eigentliche Aquarium allerdings war wirklich schön. Alle Tiere, die wir in den letzten Wochen beim Schnorcheln und Tauchen gesehen hatten, konnten wir nun nochmal in Ruhe und von Nahem bestaunen.

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Höhepunkt des Oceanarium war ein großer Wassertunnel, durch den man läuft und dabei von Rochen, Haien und bunten Fischen umschwommen wird. Für uns sah das nach dem perfekten Hintergrund für unser vorletztes Tanzvideo aus. Montag wäre tanzen gewesen. Wir tanzen stattdessen heute, hier unter Wasser.

19.07.: Die letzten Tage

Die letzten Tage hängen uns ganz schön in den Knochen. Sowohl die vergangenen, als auch die zukünftigen.

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Seit fast 2 Wochen sind wir an jedem Ort nur eine Nacht geblieben. Maximal 2 Nächte, aber dann mit viel Aktivität. Das schlaucht ganz schön.
Jeden Tag Hitze.
Jeden Tag Sachen packen.
Jeden Tag neu orientieren.
Jeden Tag sehr lange eng gedrängt in Jeepneys, Tryciceln oder Bussen sitzen.
Jeden Tag sind wir mehrere Stunden gereist. Meistens mit sehr lauten und lärmenden Gefährten. Gemeint sind hier Transportmittel.

 

 

Warum machen wir das?, könnte man sich fragen. Wir könnten ja auch fliegen. Einsteigen und ZACK! Angekommen. Aber nein. Anne und Jonas begeben sich trotzdem auf die Abenteuertour, von der uns doch so oft abgeraten wurde.

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Ja, warum?
Ehrlich gesagt hat das irgendwie Spaß gemacht. Wir haben so unglaublich viele tolle Menschen getroffen. Haben das Land der Filippinos und Filippinas auf eine Art und Weise kennen gelernt, wie es wahrscheinlich noch keiner vor uns gesehen hat und auch keiner nach uns sehen wird.
Jetzt im Moment sind wir zwar völlig im Eimer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir im Nachhinein wunderbare Geschichten werden erzählen können. Momentan kann ich nicht eine einzige Geschichten in Worte fassen, weil jede für sich wahrscheinlich mehrere Seiten füllen würde. Anne und ich haben uns darauf verständigt, nur die Tage ein wenig zu beschreiben und uns später den Details anzunehmen.

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Nur so viel:
Wir haben geschummelt und wurden beschummelt.
Wir waren aufrichtig und Menschen waren aufrichtig mit uns.
Wir haben geholfen und uns wurde geholfen.
Wir haben gelacht und es wurde mit uns gelacht.
Wir haben gekocht und wir wurden bekocht.
Wir haben über Leute gelacht und die Leute haben über uns gelacht.

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Wir haben uns falsche Namen geben lassen.

Das waren die vergangenen Tage; die zukünftigen sitzen uns genauso in den Knochen.
Es soll nach Hause gehen. Der letzte Teil der Reise hat begonnen. In 8 Tagen geht der Flieger von Bangkok zurück nach Hamburg. Wenn man sich das mal auf der Zunge zergehen lässt, sind 8 Tage mehr als eine Woche. Das ist so viel, als würde man selber noch mal ´ne ganze Woche Urlaub machen. Aber wir haben uns bewusst die Zeit genommen, um noch mal zur Ruhe zu kommen, zu reflektieren. Wir haben keine großen Pläne mehr, keine Tourismusziele, kein Sightseeing. Weder hier in Manila, noch in Bangkok.

Und gerade dieses Entspannen, Runterkommen, Reflektieren fordert doch ´ne ganze Menge Kraft. Es schwirren uns neue und alte Ideen durch den Kopf. Wir haben viele Ideen und Eindrücke bekommen. Ich bin mal wieder sehr froh, dass wir diesen Blog schreiben. So können wir uns zumindest den Weg für später bewahren oder noch mal gucken, was wir wo alles erlebt haben.

Wenn wir tatsächlich irgendwann wieder zurück im deutschen Alltagsleben sind, graut es mir schon vor dieser dieser Arbeits- und Geldverdienereiverpflichtung. Aber was soll man machen. Man kann ja schließlich nicht die ganze Zeit durch die Gegend reisen. So schön das auch ist.

17.07. – 18.07.: Fahrt nach Manila

Am Nachmittag hat Christopher uns an Joan übergeben. Wir hatten bei ihm nämlich für 2 Nächte angefragt, er konnte uns jedoch nur für eine Nacht hosten und hat uns an seine Bekannte, Joan, vermittelt.

Die „geheime Übergabe“ hat in der Mall von Batangas stattgefunden. Nach Kaffee und Kuchen und einem kurzen Sight-seeing-Kirchenbesuch sind wir mit verschiedenen Jeeps zu Joan gefahren. Vorbei der Luxus des eigenen Autos bei Christopher.

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Joan war wirklich sehr nett. Es gab abends ein riesen Buffett mit allem möglichen Krimskrams, der genau auf die Bedürfnisse eines Durch-die-Philippinen-Reisenden zugeschnitten war (das heißt vor allem: eine riesige Schale Salat und Rotwein!).
Noch am Abend rückte Joan mit der Überraschung raus: Sie hatte sich einen Tag frei genommen, um mit uns nach Taal und zum Vulkan zu fahren. Sie hat die Strecke schön öfters mit Couchsurfern oder Freunden gemacht und wollte sie uns nun auch zeigen. Echt toll. Leider mussten wir diesen Plan am nächsten Morgen wieder schmeißen, weil Anne eine ziemliche Erkältung ausgebrütet hat und ich mich ehrlich gesagt auch nach etwas Ruhe gesehnt habe.

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Am Montagmorgen sind wir dann alle zusammen aufgebrochen, wieder mit 3 Jeeps zum Busbahnhof und von dort nach Manila weiter. Joan konnte dann doch noch relativ rechtzeitig ins Büro und hat dort einen halben Tag gearbeitet.  Wir sind weiter zum günstigsten Hotel, welches wir im Vorfeld ausfindig machen konnten.

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Heute ist Montag. Montag ist Tanzen. Immer. Heute nicht. Wir sind zu kaputt. Aber bald!
Und der Plan steht: Wir kommen wieder nach Batangas und werden dort auf dem Vulkan tanzen.

16.07. Schifffahrt nach Batangas

Als wir dann um 15.45 Uhr endlich abfuhren, hatten wir einfach nur das Bedürfnis, uns ein wenig auszuruhen. Die letzten 4 Stunden in dem lauten, dröhnenden Wartezimmer des Terminals, wo ständig der Fernseher plärrte, waren dann doch etwas zu viel gewesen. Anne war ziemlich erkältet und wir konnten nicht mehr. Es war heiß, wir schwitzten und freuten uns auf den Fahrtwind auf dem Schiff. Also machten wir uns auf zu unserer Kabine, die wir vermeintlich gebucht hatten.

Anne: „Was meinst du? Mit wie vielen Menschen schlafen wir in einem Raum?“
Jonas: „100?!“ (Mehr geraten als gewusst. Ein bisschen gespannt auf Annes Reaktion)
Anne: „Nein, du verarschst mich doch!“
Jonas: „Naja, wir haben die Touristenklasse. Die billigste, die möglich war!“
Anne: „Nein, das glaube ich nicht!“

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Wir hatten beide Unrecht. Ich hatte gepokert. Gehofft hatte ich auf 6 Betten auf engstem Raum. Es waren tatsächlich mehr als 400 (!). Fenster gab es keine. Allerdings auch keine Wände. So hatten zumindest alle frische Luft. Nur war der Blick nach außen teilweise durch Plastikplanen begrenzt, aber nunja.

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Gegen Pfand gab es Bettlaken und Kopfkissen mit Bezug. Frisch gewaschen, sehr schön. Als Unterlage leider Gummimatten, auf denen man sich fühlte wie in einer Gratissauna.

Essen gab es auch umsonst dazu. Zwar mal wieder Reis mit Fleischbällchen und frittiertem Zeug, aber immerhin. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, der Service hier. An Deck gab es eine Bar, an der man sich für etwas mehr Geld Bier kaufen konnte. Den Sonnenuntergang gab’s dafür gratis dazu. Und Karaokegequietsche, DJ und Tanzgirls auch.

Immerhin: im Schlafsaal war es erstaunlich ruhig. Wenn man sich einen Platz weit weg vom Fernseher gesucht hatte, konnte man auch ein bisschen schlafen. Und das taten wir auch ganz bald. Gutenachtkuss. Augen zu.

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Als wir dann endlich weit nach Mitternacht am Hafen ankamen, hat uns tatsächlich direkt am Pier unser Couchsurfer Christopher mit seiner Mutter erwartet. Es folgte einer Autofahrt durch das dunkle Batangas. Laut Christophs Mutter hat der neue Präsident nach 22 Uhr eine Ausgangssperre für Jugendliche verordnet. Seitdem seien die Straßen nachts fast leer, was sie sehr begrüßt.

Um 2.00 nachts kamen wir endlich in unserem Zuhause für diese Nacht an. Kein Problem, möchte man meinen, aber unser Biorhythmus hat sich inzwischen derart umgestellt, dass wir pünktlich um 21.00 müde werden und um 22.00 ins Bett gehen. Ich wache meistens zwischen 5.30 und 6.30 auf. Anne um 7.00. Einfach so, ohne dass jemand einen Wecker gestellt hätte. Von daher war 2.00 mitten in der Nacht für uns schon eine heftige Herausforderung. Und dann gab es auch noch Abendessen, bzw. eher ein Nachtmahl. Christoph hatte sich nämlich schon vor unserer Ankunft nach unseren Essenswünschen erkundigt. Das Essen war gekocht, die Gäste waren endlich da, also musste ja auch gegessen werden. Und so saßen wir 2.00 nachts mit halb geschlossenen Augen am Küchentisch und aßen brav unsere Nudelsuppe, bevor wir endlich in unser sauberes, weiches Bett fallen konnten.