11.05.: Zweiter Tag im Mekongdelta

Wir sind sehr früh aufgestanden, da wir noch eine sehr lange Bootstour vor uns hatten. Nach traumhaftem Frühstück ging‘s dann los, vorbei an unzähligen Kokosnussfabriken. Wir sahen eine Entschalungsstation mit unzähligen Handarbeitern, die pro Tag 2000 Kokosnüsse entschalen. Im Minutentakt werden hier frische Nüsse angeliefert und entschalte Nüsse abgeholt. Dann werden die zur nächsten Station gebracht, wieder ausgeladen, gesammelt und irgendwann wieder verladen. Bei der ersten Entschalungsstation dachte ich noch, dass es etwas besonderes wäre, aber nach der zehnten wurde sehr deutlich, dass diese Provinz den Namen „Heimat der Kokosnuss“ nicht zu unrecht hat. Es sollten noch viele weitere Stationen folgen.

Der ganze Fluss war voller wundervoller alter Holzkähne, die die verschiedenen Zustände der Kokosnuss durch die Gegend transportieren. Die Menschen am Ufer winkten und lachten, wir winkten und lachten zurück. Sehr freundlich hier. Am Ende sollten wir noch auf Empfehlung von Thanhs Vater zum Ananasmarkt fahren. Das wird lustig, dann kann ich endlich diese spezielle Schneideweise von den Leuten lernen. Vielleicht gibt`s dort auch verschiedene Ananassorten. Aber nix da. Auf dem ganzen – zugegeben relativ kleinen Markt – gab es nur einen einzigen Ananasstand. Der Markt war sonst relativ gewöhnlich und heißt einfach nur so. Nach dem eher enttäuschenden Besuch sind wir wieder mit unserem Luxusauto zum nächsten Homestay gefahren. Der Hausherr dort erwartete uns schon mit dem Essen. Es gab wiedermal betörend leckeres Essen, bei dem mir schon beim Gedanken daran der Speichel im Mund zusammenlief. Aus der Fotomisere vom Vortag haben wir gelernt und haben uns diese kleine optische Erinnerungshilfe bereitet.


Zwischen Mittag- und Abendessen gab es noch einen kleine Fahrradtour durch den Bananenhain. Anne war ganz begeistert von diesen kleinen Schleichwegen. Diese Bananenstauden und Drachenfruchtsträucher links und rechts vom Weg. Immer einem kleinen Kanal entlang. Einsame Häuser, in denen der Hausherr Karaoke singt. Familien, die auf dem Vorhof sitzen und Gemüse putzen. Alles liegt ganz friedlich und ruhig im Abendlicht. Ich hatte aufgrund der Sattelhöhe mehr Probleme, nicht vom Rad zu fallen, weswegen mir diese romantische Radtour leider nicht als solche hängen geblieben ist.

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Die Leute hier im Mekong kochen scheinbar immer für dreimal so viele Leute. Nach reichhaltigem Mittagessen und noch reichhaltigerem Abendsessen an zwei hintereinanderfolgenden Tagen fühle ich mich gemästet, wie Weihnachten und Ostern zusammen. Die gustatorischen Impressionen auf unserem kleinen Mekongtrip machen auf jeden Fall sämtlichen fried rice aus ganz Myanmar wieder wett. Vielleicht sollte man hier mal einen kulturellen Austausch fördern?!