12. – 17.-04.: Teil 3 – Das Leben auf der Insel

von Anne

Ein Tag auf Bilu Khun 

Mit einem schmalen Boot werden wir übergesetzt auf die Insel direkt gegenüber von Mawlamyaine. Mit an Bord: ca. 30 Passagiere und 3 Motorräder, die mühsam durchs flache Wasser getragen und aufs Boot gehievt werden. Das Boot biegt sich beachtlich zur Seite, doch die Überfahrt ist zum Glück kaum länger als eine Viertelstunde. Dort angekommen, steht schon ein Tuktuk für uns zwei, ein italienisches Männerpärchen, den Guide und seinen Cousin inkl. dessen Freundin bereit. Auch letztere sind in Mawlamyaine Touristen und nutzen die Chance, dass Mr. John heute seinen Einstand als Touristenführer gibt. Eigentlich arbeitet er nämlich nur im Hostel, doch das sollen wir erst am Ende erfahren. Die Tour gestaltet Mr. John so interessant, dass wir es nicht für möglich gehalten hätten, dass er heute nur für einen Kollegen eingesprungen ist. Doch gerade weil er noch keine Routine und Langeweile beim Führen von Touristen hat, hat er uns einen wirklich authentischen und recht persönlichen Einblick in das Leben auf seiner Heimatinsel gegeben. Wir haben nämlich nach und nach alle seiner Bekannten und Schulfreunde abgeklappert und zum Schluss auch noch die Familie unseres Tuktukfahrers besucht.

Zuerst bekamen wir die größte Schiefertafelproduktion von ganz Myanmar zu sehen. Nach so viel Input mussten wir uns erstmal stärken. Zum Glück war ein alter Schulkumpel von Mr. John gerade wegen des Wasserfestes zu Hause und konnte uns in Empfang nehmen. Eigentlich arbeitet er als Taxifahrer in Yangon. Er wirkte ziemlich zufrieden, ausländische Gäste in sein auf Stelzen gebautes Holzhaus einzuladen und gab eine Runde sky beer aus – Saft, der am Morgen direkt aus dem Palmenstamm gezapft wird und im Laufe des Tages immer mehr gärt, bis er irgendwann zu „Bier“ wird. Leider hat es vor allem nur gegoren und extrem sauer geschmeckt und der Geruch tat sein Übriges dazu, dass ich außer drei mal nippen nichts davon trinken mochte. Naja, ein anderer Kumpel, der sich im Hintergrund gehalten hatte, freute sich, dass er mein Glas austrinken konnte.

 

Trokene Reisfelder

 

Bretterverschlag auf stelzen

Nächste Höhepunkte waren eine Pfeifenschnitzerei, eine Bambushutproduktion und eine Weberei. Über staubige Feldwege holperten wir an einfachen Hütten aus geflochtenem Bambus oder Palmenblättern vorbei, durch ausgedörrte Felder, bis wir immer wieder in ein kleines, hübsches Dorf kamen. Viele der Häuser hier waren aus stabilem, dunklem Holz, teils geschnitzt, manchmal weiß und blau verziert und oft mit ein paar Blumen davor – ein angenehmer Kontrast zum doch recht schmutzigen Mawlamyaine auf der anderen Uferseite.

Wirklich unvergesslich wurde uns die Tour aber vor allem wegen des Wasserfestes. (Man muss dazu sagen, dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht davon gesättigt waren, ständig bekippt und begossen zu werden). Der Tuktukfahrer kannte jeden Winkel der Insel und wusste genau, wo Kinder mit Wassereimern auf uns warteten. Trotz der fast 40°C hatten unsere Klamotten meist nicht mehr als 2 Minuten die Chance, zu trocknen. Von Hitze keine Spur, was sich im Nachhinein betrachtet leider etwas ungünstig auf unseren Kreislauf auswirkte.

Doch wir wurden nicht nur reichlich mit Wasser versorgt, sondern auch mit Essen. Schon innerhalb der ersten halben Stunde wurden wir von zwei Familien angehalten, die am Straßenrand Tische aufgebaut hatten, um Vorbeikommende mit Essen zu versorgen. Auch hier waren wir als Ausländer natürlich die Attraktion schlechthin. Unser Tuktuk wurde rangewunken und uns wurden Teller voller Nudeln mit Curry, Kräutern und diversen Saucen, später Kokosmilchsuppe mit Weißbrot u.ä. serviert. Die Köchinnen und scheinbar sämtliche Mitglieder des Haushalts inklusive der Nachbarn standen glücklich um uns vier weiße, mampfende Leute herum und sahen uns fast andächtig beim Essen zu. Wahrscheinlich hat das ihr Karma so richtig aufgebessert. Um dem noch eins draufzugeben, fragten uns die Hausherrinnen, ob sie uns auch mit Wasser waschen dürften. Da das praktisch als Gegenleistung für das Essen galt, konnten wir schlecht ablehnen und – schwatsch – lief uns der nächste kalte Schwall den Rücken hinunter.

Wahrscheinlich hatten Mr. John und unser Tuktukfahrer am Ende selbst keine Lust mehr, ständig nass zu werden. Also verbrachten wir die letzten 2 Stunden der Tour beim 20160414_125204Tuktukfahrer zu Hause. Dieses entspannte Auf-dem-Boden-sitzen, Datteln naschen, mit viel Mimik und Gestik reden, Bier trinken und einfach nur die Hitze des Tages vorbeiflimmern zu lassen, war einfach schön. Das Baby der Schwester, die in Thailand arbeitet, schaukelte in einer selbst gebauten Hängematte unter der Decke, Mr. John bot den Italienern riesige, aus Blättern gerollte Zigarren an und die Frau unseres Tuktukfahres strich uns frisch zubereitete Tanaka-Paste ins Gesicht.

Diese Paste wird aus der Rinde eines Baumes gewonnen und von den
Burmesinnen als Make-up Tanaka im Gesichtbenutzt. Es kühlt die Haut, schützt vor der
Sonne und man kann sich und seinen Kindern damit die verschiedensten Muster ins Gesicht malen. Leider hielt die Freude über unser neues Make-up nur kurz, denn mit dem nächsten Wasserschwall war alles wieder weggewaschen.

12. – 17.04.: Teil 2 – Das Wasserfest

von Jonas

Das Thingyan ist das Fest zum Jahreswechsel nach dem buddhistischem Kalender. Hier leben zwar alle nach dem gregorianischen Kalender, gefeiert wird allerdings trotzdem. Viele fahren zu ihren Eltern und Familien. Der ganze Staat hat die Woche über Urlaub und die meisten Läden sind geschlossen.
Ca. 5 Tage vor dem Neujahrsbeginn (18.04.16) werden alle von ihren Sünden frei gewaschen. Das passiert so:
Von ca 10.00 bis 18.00 bespritzen sich20160414_143955 alle mit Wasser, wobei es nicht wie eine Wasserschlacht ist, sondern es gibt zwei Lager: das aktive und das passive. Die einen, die Aktiven, die mit Wasserschläuchen und riesen Regenfässern an der Straße stehen und alle nassspritzen, die vorbeikommen und diejenigen, die zu 20st auf kleinen Pickups sind und … halt vorbeikommen, um nassgespritzt zu werden. Dazu muss man sagen, dass es offensichtlich eine große Ehre ist, einen anderen Menschen nassspritzen zu dürfen, denn das gilt als Aufbesserung des eigenen Karmas, dass ich einen anderen Menschen von seinen Sünden reinwasche.
20160414_144118Oftmals stehen die Jüngeren (vom Kleinkind bis zum Teenager) am Straßenrand und bespritzen die etwas älteren Jugendlichen oder jungen Erwachsenen auf den Trucks. Die Pickups haben meistens noch riesengroße Lautsprecher auf dem Dach, aus dem meistens irgendein Elektroremixkram rausgeplärrt kommt. Bestimmt sind hier irgendwo auch Drogen im Spiel, aber genau weiß man das nicht. Vielleicht tanzen sich alle unter der prallen Sonne auch nur in Rage und sind dann dementsprechend abends um 17.00-18.00 völlig in Trance.

 

Dazu kommen noch Motorrad-/Mopedgangs, die knatternd und röhrend, meistens uniformiert und in Kolonne durch die Stadt brettern. Skurrilerweise haben sie meistens irgendwelche Militärklamotten an, Polizeihüte auf dem Kopf, Schlagstöcke in der Hand und Trillerpfeifen im Mund. Oftmals, wohl zum Markieren der Kolonne, haben Vorder- und Hintermann Fahnen. Entweder die Clan-Fahne oder schwarz-weiß-rot oder Union Jack oder andere. Manche haben (wohl zum Sonnen- und Wasserschutz) weiße und schwarze Fettpaste im Gesicht, die sie zu lustigen Gruselfratzen geschminkt haben. Manche haben auch diese Ganzgesichtsmasken auf, ähnlich einer Rohversion des venezianischen Karnevals oder Guy Fawks.
Aufgrund der temporär erhöhten Luftfeuchtigkeit kann ich hiervon leider keine Bilder präsentieren.

An der Strand Road, der Flaniermeile der Straße, haben große Werbefirmen irgendwelchen Gangs Bühnen mit mehreren Wasserschläuchen zur Verfügung gestellt, mit denen nun alle vorbeifahrenden Mopeds und Trucks gehörig durchnässt werden. Diese Bühnen haben ebenfalls riesengroße Lautsprecher mit Elektomixgedöns.

Man stelle sich nun also vor, dass sich mehrere hundert Meter lang diese Partypickups mit in Trance tanzenden Menschen, dazu diese militarisierten und geschminkten Motorradgangs an den Wasserspritzbühnen vorbei schieben. Dieses Bild kommt ein wenig den Bildern der Loveparade oder dem Schlagermove gleich. Oder Halloween. Oder Karneval. Oder Silvester. Oder einem Mix aus allem zusammen. Die ganze Stadt ist in einem völligem Ausnahmezustand. Jede Stadt. Im ganzen Land. Völlige Eskalation. Und das ganze mindestens 5 Tage lang. Selbst bei unserem Trip auf die Local-Insel wurden wir zwischen den Dörfern an jeder Ecke nass gemacht.

 

Einmal wollten wir mit Vera in die Stadt fahren und haben einen bekannten Tuktuk-Fahrer angerufen und er meinte, er könne nicht fahren, weil zu viel Wasser in seine Maschine kommt. Bzw. „Until six it is too watery outside”. Es ist halt nicht einfach nur „wet“ sondern „watery“. Er hat ja so Recht.

Zusätzlich geht man wohl in den Tempel, aber das ist leider etwas an uns  vorbeigegangen. Bzw. wir sind nicht trockenen Fußes dahin vorgedrungen.

12. – 17.04.: Teil 1 – Couchsurfen in der Schule

von Jonas und Anne

Wir haben fast eine Woche bei Vera im Schulprojekt verbringen dürfen. Eine Woche ohne Internet, Dusche und Sitzklo, dafür voller Begegnungen, Gespräche und Einblicke in das Leben der Menschen in Mawlamyaine und im Mon-State.

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Vera unterrichtet am Rande von Mawlamyaine junge Erwachsene, die den Mon angehören, einer ethnischen Minderheit in Myanmar. Vier Monate lang bekommen 40 junge Männer und Frauen intensiven Englischunterricht, um danach wieder weiter zu studieren. Während dieser Zeit leben Lehrer und Schüler zusammen in einer kleinen Schule. Genau da waren auch wir. Allerdings waren während unseres Aufenthaltes leider alle ausgeflogen, da gerade das Thingyan Festival begonnen hat. Das Wasserfest, das Spektakel des Jahres. Wir hatten also einen ganz ruhigen ersten Abend und den Schlafsaal der Frauen, die Küche, das eine Klo und sämtliche Waschschüsseln für uns zu dritt. Erst später trudelten nach und nach die anderen Lehrer und einige der Studenten ein und wir saßen fast jeden Abend mit irgendwem bei ein paar Bier oder Palmwein zusammen, machten ein bisschen Musik, redeten über dies und jenes und konnten sogar einmal einen kleinen Balfolk-Workshop machen. Auch wenn zu dem nur vier Leute da waren, war es trotzdem schön, zu sehen, wie Musik berühren und verbinden kann, und das über die Grenzen hinweg.

Das Leben in der Schule war auch eine Erfahrung für sich.

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Den heißesten und trockensten Monat des Jahres ohne Klimaanlage zu überstehen, muss man erstmal hinbekommen. Nachts ist es auf ca 28°C abgekühlt. Der Ventilator musste auf Hochtouren laufen, weil unsere Körper nicht mit der dauerhaften Hitze umgehen konnten. Aber selbst das brachte kaum die erwartete Erfrischung. Am besten geht man morgens, so früh es geht, auf den Markt, packt sich danach auf den kühlen Fußboden und verbringt den Tag dösend auf der Reisstrohmatte. Ab 17 Uhr wird es allmählich wieder erträglich und die Sonne taucht alles in ein wunderschönes Spätnachmittagslicht: die beste Zeit, um rauszugehen.
In diesem Fall war es mit entspannten Spaziergängen an der Uferpromenade nicht weit her, weil das Wasserfest uns in unserem Radius ziemlich einschränkte. Ab 18.30 konnte man theoretisch auf die Straße, aber da war die Sonne halt schon weg und die Menschen wenig später schon im Bett.

 

Man hat das riesige Bedürfnis, sich mehrmals am Tag zu duschen. Eine Dusche in dem Sinne gab es aber leider nicht, sondern nur ein paar Schüsseln, mit denen man sich selbst beschütten konnte. Das Wasser dafür kam aus einem Brunnen, wurde in einem Becken gesammelt und von dort eimerweise abgezapft. „Dusche“ und „Waschsalon“ ist übrigens der gleiche Ort.
Da das Wasser stehend mehrere Stunden oder Tage der Sonne ausgesetzt war und nicht, wie gewohnt, mehrmals am Tag nachgefüllt wurde (weil gerade nicht genügend Menschen in der Schule wohnten), hatten wir am letzten Tag etwas mit Algen zu kämpfen. Also haben wir uns einfach weniger geduscht.

 

Wenn man eine zeitlang auf und mit einem Hockklo verbringen muss, stellt man mal wieder fest, wie schön doch ein Sitzklo mit Wasserspülung und Toilettenpapier ist.

Die Küche ist … nunja, ums genau zu nehmen gibt es einen Gaskocher, ca. 10 Löffel, 2 Tassen, 5 Teller und 2 Messer.
Es gibt einen Kühlschrank, der leider nicht funktioniert. Es wird alles frisch vom Markt geholt oder direkt von den Garküchen auf der Straße.
Außerdem gab es, je nach Gericht, 2-4 Ameisenautobahnen quer durch die Küche, die sich auch gleichzeitig um die sterblichen Überreste des nächtlichen Katzenfangs (Gecko) gekümmert haben.

Der ca 50m² große Schlafsaal der Frauen bestand aus 2 Räumen, in denen jeweils 10 Menschen schlafen. Alle schlafen nebeneinander. Es gibt keinen Ventilator oder Klimaanlage. Es gibt keine Betten, sondern Reisstrohmatten. Keine Schränke sondern ca. 100l-Plastikboxen. Es gibt keine Schreibtische, keine öffentlichen PCs. Jeder hat sein Smartphone oder Tablet. Vera hatte, als große Besonderheit, ein eigenes Zimmer, in dem wir schlafen durften.

Die 2 Klassenräume sind ohne Fenster und Türen. Sie haben eben keine Wände. Man lernt somit open air unter einem Dach aus Palmenblättern. Das Gerüst besteht aus Bambusstangen und ein Blätterdach ist mit Pflanzenfasern festgezurrt. Durch die offene Gestaltung kommt ab und zu ein angenehmer Luftzug vorbei. Diese traditionelle Bauweise und Unterbringung der Studenten und Lehrer gepaart mit der modernen Idee des Englischunterrichtens ergibt einen bizarren Kontrast. Der Koordinator hat es außerdem erreicht, ein Whiteboard, eine Pinnwand und sogar Beamer und Lautsprecher zu organisieren, was für die sonst recht einfachen Verhältnisse einem echten Luxus gleich kommt.

Bei all den beschriebenen Sachen und Orten muss man beachten, dass das alles für 20 Frauen und 20 Männer + 4 Lehrer ist. Für uns bis dato unvorstellbar, dass sowas überhaupt als Schulform existieren kann.

Dadurch, dass jeden Abend jemand vorbeigekommen ist und wir uns viel austauschen konnten, haben wir viele tolle Eindrücke mitgenommen und konnten ein bisschen unsere Sprachkenntnisse aufbessern. Abends Palmwein/Sykbeer und selbstgemachter morning-glory-Salat schmecken übrigens richtig super. Wir haben uns auch musikalisch ausgetauscht, indem wir Tänze gezeigt haben und sie uns versucht haben, ein Lied beizubringen.

Die Hilfsbereitschaft der Studierenden und Lehrern scheint grenzenlos. Neben den abendlichen Gesprächen und alkoholischen Verköstigungen boten sie uns unter anderem eine Spritztour zum Setse Beach an, die wir leider ausschlagen mussten. Am letzten Tag, als wir weiterreisen wollten, ist eine ganze Wagenladung frühstückshungriger Menschen mit uns einen Umweg zum Busbahnhof gefahren und alle (besonders Mr. Chocolate [er war besonders stolz auf seinen Teint]) haben sich für uns ins Zeug gelegt, dass wir noch den letzten Sitzplatz im Bus nach Pyin Oo Lwin ergattern konnten (alles war wegen des Wasserfestes gnadenlos ausgebucht).
Alles das, was wir hier erleben durften, hätte uns kein Guide in ganz Myanmar zeigen können. Schön.

11.04. Überfahrt Hpa-an nach Mawlamyaine

20160411_125243Noch leicht gestresst von der Fahrt nach Hpa-an wollten wir uns nun eine Bootstour gönnen. Wir waren zu viert plus Steuermann. Ein langes, schmales Boot mit Baldachin und Autopolstersitzen mit Armlehnen extra für uns.
Großartiger Luxus. Da sitzt man wie so‘n Pascha uns lässt sich mit einem Wahnsinnsblick über den Fluss gondeln.

 

 

Wir fahren an urtümlichen Dörfer vorbei. Die Kinder winken und lachen uns zu. Sie gröhlen ihr bestes Englisch über den Fluss: „Fuck you, fuck you!“. Ich glaube oder besser hoffe, dass sie nicht wissen, was das heißt. Wir lachen und winken freundlich zurück. Sie lachen noch mehr.
Wir fahren vorbei an Familien, die zusammen mit Kühen und Federvieh leben. Während der 2-stündigen Fahrt sehen wir nur 2-3 adaptiert motorisierte Holzboote. Keine Touristen. Keine Tanker. Keine sonstigen Boote. Keine Flugzeuge am Himmel. Nichts. Schön. Diese Natürlichkeit und Einfachheit.


Doch auf der anderen Seite ist alles voller Plastikmüll. Überall. An der Uferböschung, an jedem Haus. Es scheint so, als wollen die Menschen den westlichen Luxus (Plastik), wissen aber nicht, wohin damit.20160411_150219

Dafür ist die Einfahrt in die Stadt grandios. Von weitem sieht man schon die goldene Pagode, die über der Stadt thront, und die Berghänge an der Seite sind mit vielen kleinen Stupas und Pagoden gesäumt. Wie eine riesige Einflugschneise.

In der Stadt wieder das gleiche Blid mit dem Müll. Es wird deutlich: Ein Land im Wandel. Die Wirtschaft und Gesellschaft greift sich die nutzbaren Eigenschaften heraus, denkt das Konstrukt aber leider nicht zu Ende. Plastiktaschen sind hier bekannt. Müllabfuhr oder Recycling halt nicht. Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es hier in ein paar Monaten/Jahren aussehen wird.

Die Sache mit dem Wandel wird in vielen Situationen deutlich:
Es gibt Autos, aber keine Verkehrszeichen/Ampeln.
Einige Lenkräder sind links, einige rechts.
Die alten Buddhafiguren haben einen LED-blinkenden Heiligenschein.

Unser Guesthouse kostet wegen des Wasserfests heute Nacht übrigens 20 Dollar. Die Betreiber wissen ganz genau, was ein Bett wert ist. Das Zimmer ist klein, schäbig, komplett gekachelt, kein Fenster nach draußen. Die dreckigen Toiletten und Duschen sind im Flur und werden mit ca. 30 anderen Menschen geteilt. Gute Geschäftsleute. In Deutschland würden wir das wohl genauso machen.

Heute Abend treffen wir noch eine Couchsurferin aus Deutschland, die als Englischlehrerin in einer Minderheitenschule arbeitet. Sie meinte, als Ausgleich, dass man dort wohnt, muss man denen etwas beibringen… Können wir!

Heute ist Montag. Montag ist tanzen. Immer!