Tipps von Thanh

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Anne und Thanh kennen sich schon schon seit 2011. Damals war sie ihre Studentin an der USSH (University of Social Sciences and Humanities) in Ho Chi Minh Stadt. Sie hatten Deutsch- und Literaturseminare zusammen und haben bis zu Annes Abreise aus Vietnam viel gemeinsam erlebt. Inzwischen ist Thanh mit dem Studium fertig und arbeitet als freiberufliche Reiseleiterin. Auf unserer jetzigen Reise hat sie uns eine individuelle Tour ins Mekongdelta zusammen gestellt und uns drei Tage lang begleitet. Thanh kennt sich gut mit der Kultur Vietnams aus und spricht sehr gut Deutsch, also wenn ihr Lust auf eine kompetente, freundliche Reiseleiterin habt, dann nehmt doch vor eurer Reise schon Kontakt zu ihr auf:

Thanh bei Facebook: https://www.facebook.com/thanhnnbhcm
Thanhs e-Mail: thanhnnbhcm@gmail.com
Thanhs Handynummer: +84 (0)932093165

 

Und hier kommen Thanhs Tipps zur Vorbereitung auf Vietnam:

1. Was ist dein Lieblingsbuch?

Mein absolutes Lieblingsbuch ist dieses:

Thanh-Buch

Auf Deutsch heißt es: Frauen trinken Tee. Leider gibt es davon keine Übersetzung. Das ist schade, denn es ist so toll – ich könnte es jeden Monat nochmal lesen! Es geht darum, was vietnamesische Frauen tun sollten, nachdem sie geheiratet haben.

2. Was ist dein Lieblingslied aus Vietnam?

Y.Ê.U von MIN. yêu (geprochen: iju) bedeutet Liebe.
Vor allem die Akustik-Version ist sehr schön:


3. Hast du einen vietnamesischen Lieblingsfilm?

Ja, Touch. Er handelt von einem ausländischen Mechaniker, der sich in eine vietnamesische Frau verliebt. Aber er ist verheiratet. Der Film ist wirklich gut, obwohl er nicht so bekannt ist. Ich habe ihn einmal im Kino gesehen und wollte mir danach die DVD kaufen, aber leider habe ich sie nicht gefunden.
Online gibt es aber einen Trailer:

 

4. Wichtige Frage für einen Vietnamesen: Was ist dein Lieblingsessen?

Oh ja, sehr wichtige Frage! Es gibt so viel gutes Essen hier. Richtig lecker ist Lẩu dê (gesprochen: lou jä). Es ist Hotpot mit Ziegenfleisch! Köstlich!

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5. Welchen Satz sollte man als Reisender können, um sich sofort gut mit den Einheimischen zu verstehen?

1 2 3 dô! (gesprochen: mot hai ba jooouh!) – Das ist unser Trinkspruch. Auf Deutsch heißt es so viel wie: 1, 2, 3 Prost! Wahrscheinlich hört man diesen Spruch abends an jeder Ecke. Und
wenn man ihn mitrufen kann, ist das sehr verbindend.

6. Letzte Frage: Warum sollte man auf seiner Asienreise unbedingt nach Vietnam kommen?

Wir haben viele schöne Sehenswürdigkeiten und Landschaften. Wir haben verschiedene Kulturen, was auch sehr interessant ist. Unser Land ist sehr vielfältig. Außerdem ist der Mentalitäts-Unterschied zwischen Nord- und Süd-Vietnam lustig. Man sollte das ganze Land bereisen, um das zu merken. Und natürlich sind wir bekannt für unsere Esskultur. Vor allem die Straßenküchen sind eine Reise wert.

 

 

12.05.: Mekong Teil 3: Floating market und Räucherpagode

Morgens geht’s zum floating market. Spannend zu sehen, wie die Bauernhändler ihre Waren zu den großen Booten verladen, die wiederum ihre Waren an weitere Kleinhändler verkaufen. Die Kleinhändler bringen ihre Waren dann an Land zu den Lokal-Märkten. Faktisch sind die Jungs und Mädels auf den Schiffen die ganze Zeit am Verladen. Rein-Raus-Raus-Rein.

Jedes Händlerboot hat einen Anzeigestock, was sie alles verkaufen. An jedem Stock wird, bequemer weise, eine der zu verkaufenden Früchte gebunden

 

Anschließend geht’s noch schnell in eine Pagode. Thanh kennt sich wirklich vorzüglich mit den verschiedenen Religionen in Vietnam aus und hat uns über die letzten Tage mehrere kleine Minivorträge gehalten. Genauso kann sie uns diese taoistische Pagode sehr gut erklären. Es ist alles voller Räucherspiralen. Voll. Voll. Voll. Und unter jeder Spirale hängt ein Wunsch, der mit dem Rauch irgendwo hintransportiert wird. Nach etwa 40 Minuten in dieser Räucherpagode wird einem so duselig in der Birne, dass ich gut nachvollziehen kann, dass diese Wünsche tatsächlich wahr werden. Zumindest glaubt man dann bestimmt mehr daran. An den Rest kann ich mich leider aufgrund der Nebelei nicht mehr so gut erinnern.

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11.05.: Zweiter Tag im Mekongdelta

Wir sind sehr früh aufgestanden, da wir noch eine sehr lange Bootstour vor uns hatten. Nach traumhaftem Frühstück ging‘s dann los, vorbei an unzähligen Kokosnussfabriken. Wir sahen eine Entschalungsstation mit unzähligen Handarbeitern, die pro Tag 2000 Kokosnüsse entschalen. Im Minutentakt werden hier frische Nüsse angeliefert und entschalte Nüsse abgeholt. Dann werden die zur nächsten Station gebracht, wieder ausgeladen, gesammelt und irgendwann wieder verladen. Bei der ersten Entschalungsstation dachte ich noch, dass es etwas besonderes wäre, aber nach der zehnten wurde sehr deutlich, dass diese Provinz den Namen „Heimat der Kokosnuss“ nicht zu unrecht hat. Es sollten noch viele weitere Stationen folgen.

Der ganze Fluss war voller wundervoller alter Holzkähne, die die verschiedenen Zustände der Kokosnuss durch die Gegend transportieren. Die Menschen am Ufer winkten und lachten, wir winkten und lachten zurück. Sehr freundlich hier. Am Ende sollten wir noch auf Empfehlung von Thanhs Vater zum Ananasmarkt fahren. Das wird lustig, dann kann ich endlich diese spezielle Schneideweise von den Leuten lernen. Vielleicht gibt`s dort auch verschiedene Ananassorten. Aber nix da. Auf dem ganzen – zugegeben relativ kleinen Markt – gab es nur einen einzigen Ananasstand. Der Markt war sonst relativ gewöhnlich und heißt einfach nur so. Nach dem eher enttäuschenden Besuch sind wir wieder mit unserem Luxusauto zum nächsten Homestay gefahren. Der Hausherr dort erwartete uns schon mit dem Essen. Es gab wiedermal betörend leckeres Essen, bei dem mir schon beim Gedanken daran der Speichel im Mund zusammenlief. Aus der Fotomisere vom Vortag haben wir gelernt und haben uns diese kleine optische Erinnerungshilfe bereitet.


Zwischen Mittag- und Abendessen gab es noch einen kleine Fahrradtour durch den Bananenhain. Anne war ganz begeistert von diesen kleinen Schleichwegen. Diese Bananenstauden und Drachenfruchtsträucher links und rechts vom Weg. Immer einem kleinen Kanal entlang. Einsame Häuser, in denen der Hausherr Karaoke singt. Familien, die auf dem Vorhof sitzen und Gemüse putzen. Alles liegt ganz friedlich und ruhig im Abendlicht. Ich hatte aufgrund der Sattelhöhe mehr Probleme, nicht vom Rad zu fallen, weswegen mir diese romantische Radtour leider nicht als solche hängen geblieben ist.

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Die Leute hier im Mekong kochen scheinbar immer für dreimal so viele Leute. Nach reichhaltigem Mittagessen und noch reichhaltigerem Abendsessen an zwei hintereinanderfolgenden Tagen fühle ich mich gemästet, wie Weihnachten und Ostern zusammen. Die gustatorischen Impressionen auf unserem kleinen Mekongtrip machen auf jeden Fall sämtlichen fried rice aus ganz Myanmar wieder wett. Vielleicht sollte man hier mal einen kulturellen Austausch fördern?!

10.05.: Tour ins Mekong Delta und Nachholtanz

Heute startet die Tour ins Mekong-Delta. Wir treffen Annes ehemalige Studentin, Thanh, irgendwo in Saigon und werden von einem Megamonsterriesen-Jeep abgeholt. Irgendwann machen wir Rast an einem Touristenparkplatz. Lauter sonnenbecremte, behütete und Funktionskleidung tragende Menschen zwischen elternalt und drüber schieben sich durch dieses Sehenswürdigkeitenattrappen bestückte Lokal. Wir kaufen schnell einen Mangosmoothie und verschwinden wieder. Thanh telefoniert regelmäßig mit ihrem Vater, der ebenfalls deutschsprachiger Touristenführer ist. Die beiden haben zusammen eine Supersonderspezialtour ausgetüftelt, weil Thanh ganz genau weiß, welche Ecken Anne im Mekongdelta schon gesehen hat und welche noch nicht. Auf dem Weg zu unserem ersten Homestay erzählt Thanh, dass China beschlossen hat, in ihrem Land einen Staudamm zu bauen. Einfach so. Da Vietnam das letzte Land ist, das der Mekong durchquert, kommt hier viel wenige Wasser an, als für die Jahreszeit normal wäre. Darunter leidet gerade jetzt in der Trockenzeit die gesamte Landschaft. Es kann keine dritte Reisernte ausgebracht werden. Felder können nicht mehr bewässert werden. Wasserverkehrswege fallen aus. Der Fischfang geht drastisch zurück.

Irgendwann kommen wir an einem der neun Arme des Deltas an und steigen um in ein Boot, welches uns ca 1,5 Stunden später an unserem Homestay wieder rauslässt. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass wir hier wirklich bei einer Familie wohnen. Ganz urig und typisch. Sowohl anhand der Betten- und Toilettenanzahl, als auch an den Terrassen mit Flussblick und Sonnenstühlen lässt darauf schließen, dass die Menschen hier doch ab und zu Gäste haben.

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Es gibt Mittagessen… und zwar was für eins. Den Geschmack in Worte zu fassen übersteigt meine neuentdeckten literarischen Fähigkeiten. Anschließend fährt der Nachbar uns mit den bereitgestellten Fahrrädern einmal um den Block und zeigt uns Kokosfaserfabriken, Besenbindereien und eine wundervoll schwingende Hängebrücke, auf der wir uns mit den Lokal-Kindern einen Hüpfkontest leisten und schnell wunderschöne Fotos machen.

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Zurück. Wir können schwimmen gehen.

Ach, herrjeh. Da haben wir doch gestern glatt vergessen, ein Tanzvideo zu machen. Als Entschädigung für uns selbst kommt nun diese wässrige Tanzerei.

 

Anschließend gibt es Abendessen vom gleichen Kaliber wie das Mittagessen. Waaaahnsinn. Ich zerschmelze und ziehe meinen Hut vor der vietnamesischen Küche. Zumindest aber vor der Köchin.

Gute Nacht.