(PH) Tipps von Lorenzo

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Herrjeh… Das war ein ganz schön Ru(h)mreicher Abend

Wir haben Lorenzo damals beim Couchsurfen in Moalboal getroffen. Er hatte sich so ein wunderschönes Haus gemietet, dass wir eigentlich selber gar nicht wieder weg wollten. Aber an dem einen, letzten Morgen, als wir aufgestanden sind, verkündete er uns, dass er selber weiterreisen werde.

Hier ist unser Blogeintrag zu ihm

Wir sind dann gemeinsam aufgebrochen. Zum Glück gibt es Internet, so dass wir den Kontakt halten konnten.

Hier sind Lorenzos „Tipps“ für die Philippinen

 

Hello you both!

Nice blog, Isla gigantes! The picture where you are dancing, the beach on the back look great. And nice picture of the sea oursins !

Who knows, maybe we will meet in Germany some day, I am in Dakar now, Senegal, after spending few days in Kuala Lumpur, Paris, madrid and Casablanca…

I am afraid the answers to your questions might not be what you expect

lol.

 

Ok, Lorenzo, which song or which band from the philippeans do you like the most? 

I never heard filipino music.
And I never met people listening to filipino music. They were listening only american music.

 

What is your favourite book from an author from the philippeans?

I never saw a book in filipinas and i never saw someone reading unless messages on their smartphones

 

Which movie from the philippeans is your favourite?

I saw 2 or 3 filipino movies, I found them very bloody and full of drama, far to be good. Far to be recomented

 

What is your favourite dish?

I think it is rum!

Meals not drinks!

Aahhh… It is definately Lechon baboy

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Do you have a sentence with which we could surprise the locals?

Surprise or better convince to make it as cheap as possible:

walla cuarta sencillo ra

It means: I have no money, just coins

 

Why should we travel to the philippeans?

Best place I saw in Phils was El Nido, nice beach, nice blue-green water. I think the philippeans are a good place where to scuba dive and snorkel.

I think you know much better philippines than me now!

(PH) Tipps von Kevin

 

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Kevin und Alvin waren unsere ersten Gastgeber auf den Philippinen. Gleichzeitig waren wir ihre ersten ausländischen Gäste – also eine Premiere auf jeder Seite! Sie haben uns gut auf das eingestimmt, was das Land an Couchsurfern und Gastfreundschaft zu bieten hat.

Übrigens arbeitet Kevin freiberuflich als Online-Englischlehrer. Er freut sich immer über Leute, die mit ihm zusammen lernen wollen. Wenn ihr Interesse habt, euer Englisch aufzupolieren, dann schreibt ihn doch einfach mal an.:

http://www.facebook.com/teacher.kevin.english/

Kevin hat seine Insidertipps mit uns geteilt. Was er Reisenden in die Philippinen besonders empfiehlt, lest ihr hier:

1. Kevin, what is your favourite Filipino Music?

Anak by Freddie Aguilar. I was not born yet when that song was released but I have heard that this song was released in more than 30 countries, I think. I even heard the song while I was watching a Korean movie 2 years ago.
Check it out and sing along, if you like:

 

2. Which Filipino book impressed you most?

Noli Me Tangere and El Filibusterismo from our national hero, Jose Rizal. They are actually novels about the Spanish regime. It is a bit hard to find the German version of these books. But you can download them here:

http://www.rms-gs.de/indexa.html

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For a funny and contemporary book, you can read “Stupid is forever” from our witty and funny senator, Sen. Miriam Defenser Santiago.

http://www.goodreads.com/book/show/23665558-stupid-is-forever

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3. Is there any great Filipino movie?

Heroic movies like Jose Rizal,

https://www.youtube.com/watch?v=XGngke4P0N8

or Heneral Luna:

For more contemporary and award-winning films there are Magnifico,

https://www.youtube.com/watch?v=G-oPXydxymQ

or Kinatay,

https://www.youtube.com/watch?v=1-dQ6tsP1u0

as well as Norte: Hanganan ng Kasaysayan

https://www.youtube.com/watch?v=fDRc3vaPprY

and Ma’ Rosa:

 

4. And what is your favourite Filipino dish?

My favorite is Sinigang but the most popular is Adobo.

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5. Okay Kevin, next question.
Is there a funny phrase with which we can surprise locals?

We had 3 German couchsurfers last week and I was surprised when one of them shouted “Charot lang”. It is actually a gay lingo that means “Joke only” or “Just kidding!”.


6. Last but not least, please give us a reason why a young German traveler should visit your country!

I believe travelling is the best way to break one’s misconception about a country or place. The Philippines are known for its friendly, caring and hospitable people. The Philippines also have a little bit of everything from cultural, natural, historical, religious and man-made attractions. We also have urban and nightlife too!

10.07.: Kuss mit dem Leopardenfisch

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Estancia, eine kleine Fischerstadt im Nordosten der Insel Panay. Von hier hüpft man mit kleinen Outriggerbooten auf die Islas Gigantes. Unser Boot fährt erst in drei Stunden – genug Zeit, um in die Szenerie am Hafen einzutauchen.

Es riecht nach Fisch, viiiel Fisch. Bergeweise wird er auf den Boden gekippt, kiloweise wird Eis rangekarrt, in Isolierkisten gepackt und der Fisch eiskalt verfrachtet. Wir stapfen durch stinkiges Wasser und Fischblut. Marktgeschrei, der beste Fang des Tages wird angepriesen: nicht etwa ein besonders großer Thunfisch, nein, es wird exotischer: drei Riesenrochen liegen zerschrammt am Boden, daneben kleine Haie.

 

Um Artenschutz kümmert sich hier bestimmt niemand. Dazwischen schillern kleinere Fische in Silber mit gelbem und blauem Schimmer in Metallschalen.

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Ein paar werden uns angeboten, aber mich interessieren sie nur als Fotomotiv. Das weckt die Neugier der Einheimischen. Ein Mann posiert mit einem äußerst feschen Fisch im Leopardenlook. Seine Kumpels halten ihm noch zwei, drei andere Fische neben das Gesicht, um das Bild zu perfektionieren. Der Leopardenfisch macht einen Kussmund. Sieht fast so aus, als hätte er Lippenstift aufgetragen. Perfekt, das war ein schöner Schnappschuss.

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Wir schieben uns zwischen Tricycles, Pedicabs und Lieferwagen am Kai entlang. Jonas spielt Gitarre und die Leute gucken überrascht. Vor einer kleinen Bretterbude bleiben wir stehen. Erstens geht der Weg hier nicht weiter und zweitens freuen sich die Leute, die hier auf ihr Boot warten, über die Musik. Der Mann, der am Thresen steht und Fischbällchen verkauft, winkt uns mit einer Hand voller unterschiedlich lackierter Fingernägel zu. Ein Ladyboy fängt an, laut zu singen. Die Melodie ist irgendeine und klingt ziemlich unharmonisch, aber er/sie sitzt ganz aufrecht da in einem bis zum Kragen zugeknöpften, schwarzen Spitzenhemd und singt voller Hingabe. Immer weiter, ein Lied nach dem nächsten, er/sie hört gar nicht mehr auf. Währenddessen schaukeln die wartenden Tanten mit den Beinen, fächern sich die heiße Luft um die Ohren und sehen ab und zu zu uns herüber. Manche freuen sich, dass wir uns freuen, manche schämen sich für den Ladyboy und denken wahrscheinlich, er würde sie gleich mit blamieren, weil er/sie so unverdrossen ein Lied nach dem anderen schmettert. Aber für die meisten ist es ganz normal. Sie schauen ihn/sie kaum an und hängen ihren Gedanken nach. Einem Mann auf dem wartenden Boot wird es zu bunt; er stört den Gesang, indem er immer wieder laut klatscht und johlt, aber der Sänger lässt sich davon nicht beeindrucken. Alle anderen lächeln – über den Sänger und über den Störenfried, und als sie sehen, dass wir auch lächeln, ist alles gut. Was für eine skurrile und doch normale und friedliche Atmosphäre.

Wir ziehen weiter. Es ist heiß und wir setzen uns auf die Holzbänke vor den Verkaufshöhlen (Stände kann man das nicht nennen). Jonas spielt Gitarre und singt und ich fange die Szenerie als Zeichnung ein. Schnell haben wir einen Fanclub um uns. Ca. zehn Männer hinter Jonas und ca. 10 Frauen hinter mir. Sie schaukeln mit und lachen, was das Zeug hält. Eine Verrückte kommt an unseren Tisch und drängt sich neben mich auf die Bank. Sie redet und grinst uns mit ihrem halb zahnlosen Mund an. Wir lächeln müde zurück. Eigentlich will ich zeichnen, aber sie versperrt mir die Sicht auf den Hafen. Dann wird es ihr zu langweilig; sie zieht weiter und wir auch. Unser kleines türkisfarbenes Boot wartet auf uns – und wir auf die Isla Gigantes, von der wir so viel gehört haben.

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15.07. – 16.07.: Caticlan, die Transitstadt, die sich nicht lohnt

Wir sind am 15.07. bei Angelyn relativ entspannt irgendwann am Vormittag aufgebrochen, um die letzte Etappe auf Panay zu bestreiten. Wir wussten, dass das Schiff nach Batangas jeden Tag um 8.00 Uhr fahren würde und hatten uns schon darauf eingestellt, dass wir dort in Caticlan eine Nacht schlafen würden, damit wir am nächsten Tag sehr früh aufstehen können, um auf das Schiff zu kommen.

 

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Daran hat sich unser Fahrer garantiert nicht gehalten.

Eine wackelige Minivanfahrt später, bei der Anne fast den Tempolimitangsttot gestorben wäre, sind wir in Caticlan angekommen. Auf den ersten Blick sieht die Stadt aus wie eine Wüstenstadt. Es ist halt eine Transitstadt, die sich um den Fähranleger herum aufgebaut hat. Die meisten Menschen wollen hier auf die Partyinsel Boracay. Wir nicht!
Fastfoodgeschäfte mit billigem, schlechtem Essen säumen die Straßen, die keine Bürgersteige haben. Die Tricycles hupen mit den riesen Reisebussen um die Wette, die sich hier im Sekundentakt durch die Häuserfronten schieben.

In Caticlan angekommen, sind wir quasi direkt zum 2GO-Fähr-Büro gegangen, um ein Ticket für den nächsten Tag zu besorgen. Die Dame dort war zwar sehr nett, hat uns aber gesagt, dass das heutige Schiff aufgrund von Verspätungen vor einer halben Stunde abgefahren wäre. Es ist 13.30 Uhr. Verdammt. Hätten wir bei Angelyn nicht so viel rumgetrödelt, hätten wir das Schiff noch bekommen. Dann wären wir jetzt schon auf dem Weg nach Batangas und würden noch mehr Zeit auf Luzon haben. Zu viel Konjunktiv, haben wir beschlossen. Wir haben uns also ein Zimmer genommen und uns gefreut, dass wir jetzt hier so viel Zeit genießen können. Genießen ist man in dieser abgasversmogten und akustikverschmuzten Stadt zwar nicht ganz richtig, aber es klingt schön, wenn man es schreibt und sicherlich auch, wenn man es liest.

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Vernünftige Restaurants gibt es nicht. Überall nur Fastfood. Und selbst in McDonald’s-ähnlichen Philippinoketten gibt es nur Reis mit Fleisch. Lecker, sagen die einen, aber morgens-mittags-abends Fleischreis oder Reisfleisch ist dann doch irgendwann genug des Guten. Aber wir sind ja zwei mutige Abenteurer, die schon so einiges erprobt sind. Deswegen halten wir uns mit Fastfood über Wasser.

Am 16.07. sollte unsere Fähre statt um 8.00 Uhr um 13.00 Uhr abfahren. Das hatten sie uns schon beim Ticketkauf angekündigt. Für uns kein Problem, damit würden wir jetzt auch noch fertig. Wir haben ja genug Zeit.

Um 11.30 Uhr haben wir uns am Terminal eingefunden und den Ticket-TerminalFee-Stempel-Spießroutenlauf mit Bravour bestanden.
Es wird 12.00 Uhr.
Es wird 13.00 Uhr. Klar, hier auf den Philippinen muss man mit Verspätungen rechnen.
Es wird 14.00 Uhr. Das Schiff ist immer noch nicht in Sicht. Zeit, uns nochmal mit Fastfood zu versorgen. Man kann ja nie wissen, wie lange das noch dauert.
Es wird 14.30 Uhr. Langsam werden wir etwas unruhig, weil wir uns in Batangas mit einem Couchsurfer verabredet haben, der uns am Hafen abholen wollte. Die Faht sollte 10 Stunden dauern und wenn wir jetzt so spät erst loskommen, würden wir mitten in der Nacht erst ankommen.
Es wird 15.00 Uhr. Das Schiff liegt vor Anker. Jetzt wird es hektisch. Schnell aufs Schiff.
15.45 Uhr. Abfahrt.

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Puh, was für ein Tag.

Überinselt tanzen

Es war zwar irgendwann Montag. Montag ist eigentlich tanzen, aber diesmal nicht.

Am Sonntag gab’s das Tanzvideo im Baum und am Dienstag das Tanzvideo in der Lagune:

 

Die ausführlichen Bilder von dem Inselhopping gibt’s hier

 

Im Reiseführer von Myanmar war die Rede davon, dass man irgendwann „overpagodet“ sei. Wir kommen nun in den zweifelhaften Genuss, das wir überinselt sind.

Immer nur Sandstrände.
Immer nur Sonne.
Immer nur tausend Fische und Korallen unter Wasser.
Immer nur Muscheln am Strand.
Ständig lächelnde Menschen.
Ständig Essenseinladungen.
Ständig Fruchtsäfte.
Ständig an der frischen Luft.
Niemals Strümpfe.
Niemals lange Hosen.
Niemals gemütlich vor dem Ofen sitzen.
Niemals heißer Tee oder Kaffee.

Es reicht. Ich will zurück in deutschen Mischwald, oder zumindest in das verregnete Hamburg, in unsere gewohnte Umgebung.

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Naja, gut, nicht ganz sofort. So ein bis zwei Monate könnte ich es hier wohl noch aushalten.

11.07. – 12.07.: Isla gigantes

Die Gegend hier war überwältigend. Die Eindrücke haben wir diesmal nur in Bildern festgehalten. Für Worte ist uns der Mund vor lauter Staunerei noch nicht wieder zugeklappt. Tippen kann man sowas auch nicht!

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Typisches Bier:

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Auf dieser Insel gibt es Meeresfrüchte satt. Muss man mögen. Wir mögen es:

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Squid adobo mit ausreichend Reis für 3 Euro:

 

Jacobsmuschel: Die ganze Schale (ca 3 Kg) für 3 Euro

 

Aus den Muschelschalen wird dort schöne Dekoration gebastelt:

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Trotzdem liegen am Strand noch so viele schöne Muscheln ungesammelt herum:

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Die Schönsten haben wir gefunden.

 

Wir hatten dabei auch fleißige Helferlein, mit denen wir noch ein bisschen rumgealbert haben:

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Am 12. haben wir dann die vom Gastvater vorgeschlagene Inselhoppingtour gemacht:

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Versteckt und uneinsichtig hinter Felsen findet man die Lagune:

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Unser Tourguide wollte unbedingt ein Foto von uns machen:

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Dort konnte man von Klippen runterspringen. Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen:

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Hier ist’s schön.

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Hier auch:

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Eine Trauminsel neben der anderen:

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Inklusive der besten Sonnenuntergänge ever:

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Und dann ging’s auch schon wieder zurück auf’s Schiff. Zurück nach Estancia. Weiter entlang der Insel Panay. Weiter Richtung Manila.

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11.07.: Nachdenkliche Fahrt nach Estancia

Wir starteten bei April direkt von der Haustür aus, liefen ca 5 Minuten und waren dann an der Bushaltestelle. Wobei, Bushaltestelle kann man so nicht sagen. Hier halten die Busse zwar an, sonst zeugt weiter nichts von einer offiziellen Haltestelle. Wir fuhren mit mehreren Jeepneys durch die Stadt bis wir endlich am großen Busterminal ankamen. Alle Menschen hier sind unglaublich hilfsbereit und lenkten uns direkt zur nächsten Stelle. Wir zahlten ehrliche Preise. Kein Aufschlag, weil wir schweres Gepäck hatten, oder weil wir Ausländer sind. Das ist uns sehr sympatisch. Offensichtlich sind die Menschen, je weiter man sich aus einer Touristengegend entfernt, ehrlicher und offener.

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Wir quetschen uns also von einem Jeepney zum nächsten. Supervoll gibt‘s hier nicht. Das heißt nicht, dass die Jeppneys hier leer sind. Im Gegenteil. Wenn ich denke, dass die Busse hier supervoll sind, stimmt´s meistens nicht. Alle rücken ein wenig zusammen und es passen noch mindestens 10 Leute rein. Und wenn es drinnen voll ist, kann man immer noch draußen am Wagen hängen. Und wenn‘s da auch voll ist, ist auf dem Dach noch genügend Platz.

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Es gibt solche Fahrscheine. den oberen Teil haben wir schon entziffern können. 150 Pesos. Beim unteren Teil sind wir uns noch nicht sicher, was das bedeuten soll.

In Tagbak Terminal stiegen wir in einen dieser großen gelben Reisebusse ein, die hier ständig über die Insel gurken und hatten mal wieder Zeit, den Gedanken nachzuhängen. In den letzten Tagen hatten wir uns vermehrt über unsere berufliche Zukunft unterhalten. Wie wollen wir arbeiten? Wo? Was? Wann?

 

These:
Ich will einen Job, der genau zu allen meinen Fähigkeiten passt.
Ich will die richtige Menge an Arbeitszeit mit einer ausreichend guten Bezahlung, die meiner Ausbildung und Abschluss gerecht wird.
Ich will ein regelmäßiges Einkommen.
Ich will Geld sparen, um meine Rente zu sichern.
Ich will genügend Zeit haben, mich um Familie und Freunde zu kümmern.

 

Baum

Überlegung:

Der Baum als Metapher

Mal angenommen:
Der Apfel sei das Endprodukt.
Der Stamm sei die Stabilität.
Die Wurzel sei die Basis.
Das Blatt mit dem Chlorophyl sei der Motor/die Motivation.
Das Wetter und die Tiere seien äußeren Einflüsse.

Botanisch könnte man dieses Konstrukt sicherlich noch weiter spinnen, aber allein diese Beschreibungen reichen uns erstmal aus.

Würde man diesen perfekten Job nun als Apfel (Ertrag) betrachten, haben wir für uns folgende Sätze gefunden.

Wenn man einen Apfelbaum mit reichen Früchten zeichnen sollte, würde keiner von uns anfangen, den Baum bei den Äpfeln zu zeichnen. Sondern zuerst den Stamm, oder die Erde auf der er steht oder vielleicht sogar die Krone, aber niemals den Apfel zuerst und dann drumherum den Baum zeichnen.
Klar, es würde gehen, aber es tut keiner.

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Es kommt auch keiner und hängt Äpfel in meinen Garten. Erstmal braucht man einen Baum. Und dann müssen da auch erstmal Früchte wachsen. Und vor allem braucht man erstmal einen Garten.

Ein ganz toller Baum trägt in einem Jahr ganz viele Äpfel und im nächsten Jahr gar keine. Vielleicht reicht ein Baum gar nicht aus. Vielleicht ist ein Baum aber manchmal auch schon zu viel.

Apfel

Irgendwann ist er tot, das heißt, man kann sich in seinem Leben nicht nur auf einen Baum verlassen. Man braucht Vielfalt. Man braucht einen Garten.

Warum nimmt man sich nicht das, was schon da ist? Ich könnte mir ja den Garten von meinem Großvater schnappen. Da ist alles schon perfekt und ich brauche mich nur noch reinzusetzen und muss einfach erhalten und ernten. Das klingt schön. Nur leider ist der Garten nicht da, wo ich ihn gerne hätte. Leider ist der Garten auch nicht so groß, wie ich ihn gerne hätte. Leider ist der Garten auch nicht so bepflanzt, wie ich ihn gerne hätte.

Baum im Garten

Was lohnt sich mehr? Der mühsame Weg, einen eigenen Garten aufzubauen oder der vermeintlich einfachere Weg, einen bestehenden Garten umzuändern und sich den Gegebenheiten anzupassen?

Wenn ich einen Apfel haben möchte, muss ich mich um den Baum kümmern.
Wenn ich einen Baum haben möchte, muss ich mich um einen Garten kümmern.

Vielleicht muss ich auch erstmal einen Weg in meinem Garten legen, das hat mit einem Apfel nicht viel zu tun, ist vielleicht aber trotzdem notwendig, weil ich das so haben möchte. Vielleicht muss ich mich erstmal um den Samen, um den Keimling, um den Setzling, um den jungen Baum kümmern. Aber dann irgendwann kriege ich den Apfel.

Apfel 2

Und dann denke ich mir vielleicht: „‘N Apfelkuchen, das wäre jetzt fein.“ Na toll. Jetzt geht das ganze von vorne los.

 

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Und hiermit – GONGGGG – ist die Diskussionsrunde eröffnet.

10.07.: Am Strand von Tigbauan

Mit April am Strand

Der Nachmittag ist hier in Asien meine Lieblingstageszeit. Die Sonne brennt nicht mehr so, aber sie ist immer noch so wohlig warm wie an einem der heißeren Sommertage in Deutschland. Beste Zeit, rauszugehen, zumal jetzt alles in den schönsten Farben leuchtet.
Wir schnappten uns mal wieder Pedicabs und ließen uns zum Strand fahren. Was für ein Unterschied zu den ganzen Stränden, an denen wir bisher auf unserer Reise gefaulenzt hatten! Erstmal war der Sand schwarzbraun, was dem Ganzen eine besondere Stimmung verlieh. Und zweitens gab es weit und breit nichts. Nichts, was nicht dahin gehört. Keine Souvenirstände, keine Hotels, keine Sonnenbrillenverkäufer. Ganz normales Leben. Ein paar Muscheln, ein paar Strandhunde und ein paar Einheimische, die Volleyball spielten oder irgendwas grillten.


Wir genossen die Nachmittagsstimmung, ließen Steine hüpfen, sammelten Muscheln und kehrten in ein entspanntes kleines Beach Resort ein, in dem man auf Bambusplattformen unter den Baumkronen aufs Meer gucken kann. Obwohl noch nicht Montag war, tanzten wir; es ging einfach nicht anders bei dieser Kulisse und diesem warmen Licht an diesem perfekten Nachmittag.

 
Zur Abkühlung gab es Halo-Halo. Auf Vietnamesisch wäre das Süße Suppe und auf Deutsch vielleicht „Verrücktes Durcheinander und Miteinander von Zutaten, die wir niemals zusammen essen würden.“ In unserem Fall enthielt der Eisbecher Folgendes (von unten nach oben gestapelt): braune Bohnen, Sirup, Mangostückchen, grasgrüne Jellyquader, Mais, gecrashtes Eis, Kondensmilch und zur Krönung des Ganzen ein Stück Caramel-Flan. Wo soll man da anfangen? Am besten denkt man gar nicht drüber nach, wie man süß und herzhaft trennen könnte, es gelingt sowieso nicht. Im Mund vermischt sich alles zu einem echten Halo-Halo. Auf Tagalog heißt das nämlich einfach nur so viel wie „Mix.“

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It’s Showtime!

Plötzlich hatte April große Lust auf Schweinefleisch. Wohl nicht ungewöhnlich für eine Filippina. Und zwar hatte sie Lust auf gegrilltes Schweinefleisch. Das wiederum ist alles andere als schwierig aufzutreiben. Seit Tagen essen wir Fleisch in jeglicher Form, warum also nicht auch jetzt? Man soll sich ja seinen Gastgebern ein bisschen anpassen.
Wir gingen in ein fast ausgestorbenes Resort, mieteten den Karaokeraum und schmetterten ein paar Evergreens in die Abendluft, wenn wir nicht gerade an den köstlichen Schweinerippchen nagten, die April uns bestellt hatte.

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Gut gefüllt rollten wir nach Hause. Dort kam April nach einer Stunde auf die Idee, dass jetzt Zeit zu kochen sei. Nach nochmals einer Stunde gab es also wieder Abendessen. Wieder Schwein, surprise surprise. Auch das sah sehr gut aus, also fügten wir uns unserem anti-vegetarischen Schicksal noch einmal. Ob wir in diesem Urlaub jemals wieder einfach mal Gemüse würden essen können? Biiitte!

10.07.: Von Gemüse und Geistern

Markt – Exotik

Der nächste Tag begann, wie der letzte geendet hatte: Wir schnappten uns ein Pedicab und fuhren mit April zum Markt, denn es war Sonntag, also market day. Genau genommen schnappten wir uns in weiser Voraussicht nicht ein Pedicab, sondern zwei, eines für April und mich und ein VIP-Pedicab für Jonas allein. So konnte er es sich in seiner kleinen Kabine bequem machen, falls man bei all dem Gebiege und Verdrehe noch von bequem sprechen kann.


Auf dem Markt wurde mir bewusst, wie anders wir aussehen. Seit Tagen schon waren wir die einzigen Weißen gewesen (mit Ausnahme von ganz wenigen alten Männern, die in den Philippinen das Glück – in Form einer Frau – suchen.) Aber hier in Tigbauan, dieser kleinen, verschlafenen Stadt am Rande von Iloilo, sahen alle gleich aus – bis auf uns. Wie das exotische Gemüse und die vielen Fische die Attraktion für uns wurden, so wurden wir es im Gegenzug für die Einheimischen. Kein Wunder, wenn man wie Jonas als einziger in der ganzen Markthalle um drei Köpfe herausragt. Ich genoss meine philippinische Durchschnittsgröße und schaute mit den Augen der Einheimischen halb erschrocken, halb ungläubig zu Jonas auf. Ganz schön riesig, dieser Mann. Und dann noch diese lange Nase… UND Haare im Gesicht!

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Viele Leute hier schienen noch nie einen Weißen gesehen zu haben und verhielten sich ganz anders, als wir es aus den Touri-Spots gewohnt sind. Fast niemand sprach uns an, niemand wollte uns etwas aufschwatzen. Im Gegenteil: die meisten schienen etwas verschüchtert und guckten schnell weg, wenn wir ihren Blick erwiderten. Manche fragten April leise, woher wir denn kämen. Worauf sie antwortete: „Frag sie doch selbst!“. Aber das trauten sie sich dann nicht.


April erledigte ihren Wocheneinkauf und wir hatten Zeit, uns an Obst, Gemüse und fremdartigen Süßigkeiten sattzusehen. Als wir dachten, dass wir schon alles gesehen hätten, entdeckten wir einen Esoterikstand. Hier gab es die wildesten Produkte. Die Verkäuferin war sehr geduldig und erklärte uns genau, wozu das alles gut sei. Hier eine kleine Auswahl aus dem Sortiment (bei Interesse bitte Bestellung an uns ;-):

  • Harzklumpen zum Verbrennen, um so etwas wie Weihrauch zu erzeugen und damit böse Geister zu vertreiben
  • diverse Moose, Beeren und Wurzeln, um Tinkturen und Aufgüsse zuzubereiten
  • eine Mischung aus den oben genannten Zutaten zur Abwehr von schlechter Energie (dazu wurden die Holzstückchen etc. mit Öl übergossen und in ihr eine Jesusfigur versenkt – logisch, was denn sonst?)
  • Glücksamulette aus Naturmaterialien, um kleinen Kindern Energie zu geben
  • Zwirnfäden in verschiedenen Farben, um schlechte Geister von Babys und Kleinkindern fernzuhalten


Markt-Esoterik

Angeregt vom Esoterikstand erzählte uns April die verrücktesten Geschichten. Alles mit dem Vorwort, dass sie selbst gar nicht an Geister und dergleichen glaube, aber manchmal, nunja, manchmal passierten eben doch so komische Dinge…

Als ihre Schwester schwanger war, bemerkten April und sie so eine seltsame Energie im Haus. Glasklare Sache: Irgendjemand wollte dem ungeborenen Kind schaden. Was tun? „Ingwer! Ingwer und Knoblauch!“ Die legt man vor alle Fenster und Türen und hält so das Schlechte fern. Das sei übrigens auch der Grund, warum die Gemüseverkäuferinnen den Ingwer niemals per Hand an die Kunden geben. Sie packen ihn auf den Tisch und man muss ihn selbst aufheben. Denn Ingwer überträgt die Energie desjenigen, der ihn berührt. Falls also ein Kunde böse sein sollte, würde er seine schlechte Energie allein durch das gleichzeitige Anfassen des Ingwers an die Verkäuferin abgeben. „Ach was, das habe ich ja noch nie gehört. Machst du das auch immer so?“ – „Ja, klar!“ Das Baby kam jedenfalls gesund auf die Welt, dem Ingwer sei dank.

„Und wer sind diese bösen Leute?“, wollte ich von April wissen. Irgendwie klingt das ja wie im Märchen. Und das ist es auch, sagte sie. Denn diese Leute seien Menschen mit schwarzer Energie, so ähnlich wie Hexen oder Zauberer. Sie brauchen die reine Energie von Babys, um sich selbst zu stärken. „Aber wie wollen sie denn die Energie von dem Baby bekommen? Das verstehe ich nicht.“ Aprils Antwort klang tatsächlich so wie in einem Gruselmärchen: Sie glaubt (obwohl sie eigentlich überhaupt nicht an Zauberei und so etwas glaubt, aber eben manchmal halt doch so ein bisschen…), dass die Hexe oder dergleichen aus dem Nabel der Mutter alle Flüssigkeit heraussaugt, so lange, bis das Kind stirbt. Und deshalb müsse man die ungeborenen Babys schützen. Durch Knoblauch, Ingwer oder irgendeine Tinktur, die es an diesem Esoterikstand bestimmt auch zu kaufen gibt.
Doch auch Kleinkinder und kranke Leute seien anfällig für schwarze Mächte. Dafür gibt es dann die Zwirnsfäden, die man sich bzw. ihnen ums Handgelenk bindet und die sie gegen böse Geister schützen. Interessanterweise deckt sich das mit einem Glauben, von dem ich in Kambodscha gehört habe. Dort bindet man einer Person ein weißes Band ums Handgelenk, wenn die Gefahr besteht, dass die Geister ihre Seele holen wollen (siehe: Die Tränen meines Herzens, Sokreaksa Himm).

„Achja, übrigens kann man die bösen Leute auch erkennen.“, erzählte April weiter. Das wird ja immer spannender hier. „Was, wie denn?“, wollte ich unbedingt wissen. „Aaaaalso. Wenn jemand böse ist, strahlt er irgendeine Energie, eine Hitze aus. Manche Leute tragen eine Ölflasche bei sich, und wenn diese warm wird, dann weiß man, dass…“

Also eigentlich ginge das ja gar nicht, aber einmal sei ihr das doch passiert. Da ist sie im Bus gefahren und auf einmal hat sich der Mann neben ihr so unruhig hin und her gedreht. Er hat sich immer wieder im Bus umgesehen. April hat ihn gefragt, was los sei. Und er verwies auf eine kleine Ölflasche in seiner Hosentasche, in der es  blubberte. Wenn man Öl zum Kochen bringt, dann muss schon sehr viel schlechte Energie im Spiel sein. Nur was tut man, wenn man weiß, dass irgendeiner dieser dicht auf einander gedrängten Passagiere böse ist? Darauf wusste April auch keine Antwort. Außer Knoblauch vielleicht. Und von dem gibt es hier ja zum Glück auch reichlich zu essen.

 

Nasser Sommer, kühler Sommer

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„Auf den Philippinen gibt es zwei Jahreszeiten. Aber es ist das ganze Jahr über Sommer!“ – Wie? „Ja, es gibt den trockenen Sommer und den nassen Sommer. Gerade ist nasser Sommer.“ Aha. Damit hat Angelyn die Jahreszeiten auf den Punkt gebracht.
Es ist also „nasser Sommer“. Und neben vielen nervigen Mücken heißt das auch, dass es deutlich abkühlt. Aber was heißt das schon, deutlich abkühlt, wenn doch immer noch Sommer ist. Nur wer einen Monat lang in der Backofenluft von Myanmar geschmort ist, kann vielleicht verstehen, wie angenehm kühl es hier gerade ist. Es ist 8:47 und 32°C – das lässt sich aushalten.
Wir mieten schon seit einigen Wochen fast nur noch Zimmer mit Ventilator; Klimaanlage ist fast immer überflüssig. Manchmal kommen wir sogar in den Genuss, den Ventilator nachts ausschalten zu können, weil ein leichter Wind weht. Was für ein Luxus, ohne Rumgepuste, trockene Augen und vor allem ohne den Krach vom Ventilator einzuschlafen und aufzuwachen!

Gestern bei Angelyn kamen zwar abends scharenweise die Mücken – und leider machte ihnen mein Autan nicht viel aus. Dafür war es aber wirklich kühl. Man könnte fast sagen, frisch. Gegen Mitternacht erwog ich es doch tatsächlich, mir eine kleine Strickjacke drüberzuziehen. Vorher jedoch noch ein Blick aufs Thermometer. Strickjacke, auf den Philippinen, im nassen Sommer? Ich schaute auf das Thermometer im Wohnzimmer. Etwas kleine Zahlen hier, was ist das denn….? Zwanzig, dreißig…. Moment mal – dreißig? Einunddreißig…. Wie bitte? Hier sollen einundDREIßig Grad sein? „Angelyn, geht dein Thermometer hier richtig?“ – „Ja, klar.“ – „Aber es zeigt einunddreißig Grad an! DREIßig! Das kann doch nicht sein, es ist doch total kühl heute!?“ – Tja, kann doch, es ist ja immer noch Sommer, wenn auch die nasse Variante.

Für unsere Rückkehr lässt mich das Schlimmes erahnen. Wenn ich schon bei einunddreißig Grad an eine Strickjacke denke, wie soll ich mich denn dann im deutschen Sommer anziehen? Wobei der Sommer in Hamburg ja nicht mal das Wort verdient hat… Erinnerungen an einen Monat in Kapuzenpulli und Schal nach meiner Rückkehr aus Vietnam kommen wieder hoch. Damals war es Juni gewesen. Und ein richtiger Sommer. Nunja, eben ein deutscher.